Black Butler 02 
Comics: Manga Fantasy & Sci-Fi
Geschrieben von Konstanze Tants   
Sonntag, 2. Januar 2011

Black Butler 02

Autor: Yana Toboso
Zeichner: Yana Toboso

Originaltitel: Kuroshitsuji vol. 2
Übersetzt von: Claudia Peter

Reihe: Black Butler
2. Band der Reihe

Verlag: Carlsen Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: August 2010
ISBN: 978-3-551-75304-5
Preis: 6,95 EUR

194 Seiten
Inhalt
6.0
Zeichnungen
8.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
7.0
Gesamtwertung
7.1

Wertung:
7.1
von 10
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Zum Inhalt:

"Ich bin lediglich ein Butler ..." Aufgrund eines mysteriösen Briefes begibt sich der junge Earl Phantomhive in Begleitung seines Butlers Sebastian nach London. Derzeit verbreitet Jack the Ripper dort Angst und Schrecken ...

Meinung:

Einen Großteil des ersten Bandes der "Black Butler"-Reihe nutzte Yana Toboso, um dem Leser den gerade mal zwölfjährigen Earl Ciel Phantomhive, seinen genialen Butler Sebastian und die restlichen - in erster Linie unfähigen - Angestellten des Adligen vorzustellen. Schnell machte die Mangaka deutlich, dass der junge Earl nicht nur das Familienoberhaupt der Phantomhives ist, sondern auch ein überaus erfolgreicher Produzent von Süßigkeiten und Spielen.

Aber das scheint nicht die einzige Beschäftigung des Jungen zu sein: Am Ende des ersten Bandes wird der Earl von einer kriminellen Organisation gekidnappt, die sich darüber ärgert, dass Ciel Phantomhive im Auftrag der Königin dafür sorgt, dass Drogenhandel und ähnlich verwerfliche Verbrechen auf der Britischen Insel gar nicht erst Fuß fassen können. Hier zeigte der teuflisch geniale Sebastian auch zum ersten Mal, dass er mehr als nur ein perfekter Butler ist. Er ist nicht nur hervorragend darin, wenn es um die Führung eines Haushalts - und das Ausbügeln der Fehler der anderen Angestellten - geht, sondern wird ebenso locker mit einer kleinen Armee von Gegnern fertig, vor allem, wenn es darum geht, seinen Herrn zu retten.

Auch im zweiten Band bietet Yana Toboso eine bunte Mischung aus humorvollen Haushaltskatastrophen, erstaunlich liebevollen Szenen mit dem teuflischen Sebastian und sowohl gefährlichen als auch skurrilen Momenten bei der Ermittlung gegen einen Serienmörder. Während sich der Hauptteil der Geschichte darum dreht, dass Ciel Phantomhive zusammen mit seinem Butler auf die Jagd nach "Jack the Ripper" geht, kann man vorher noch Sebastians anstrengenden Arbeitsalltag verfolgen. Und fast nebenbei erfährt man von der größten Schwäche des teuflischen Butlers.

Da die Konzentration in diesem Manga weniger auf den unfähigen Hausangestellten des Earls liegt, wirkt dieser Part auch nicht mehr so überzogen slapstickhaft wie im ersten Band, sondern bietet eine amüsante Abwechslung zu den anderen Elementen der Geschichte. Die Suche nach dem Serienmörder führt den Earl von seinem Landsitz nach London - und dort trifft der junge Adlige auf seine Tante Angelina Dulls ("Madame Red" genannt), ihren Butler Grelle Sutcliffe und den gemeinsamen Freund Lau. Auf diese Weise bekommt der Leser ein paar neue Informationen über die familiären Hintergründe von Ciel Phantomhive, die dem Charakter mehr Tiefe verleihen.

Auch die Beziehung zwischen dem Earl und seinem Butler wird näher beleuchtet und macht neugierig auf weitere Details zu dem Vertrag, den die beiden miteinander geschlossen haben. Doch auch diese eigentlich ernsthaften Ansätze nutzt die Mangaka für amüsante Szenen, in denen der Earl all seinen Stolz hinunterschlucken muss, um verdeckt zu ermitteln, oder in denen Sebastian sich ausnahmsweise von seinen Pflichten ablenken lässt, weil er sich von einem kleinen Wesen verzaubern lässt.

Zeichnerisch bietet der zweite "Black Butler"-Band dem Leser wunderschön atmosphärische und detaillierte Darstellungen eines viktorianischen Englands. Auch wenn sich Yana Toboso hier wieder einige Freiheiten nimmt, die einen daran erinnern, dass das Ganze eben eine Fantasy-Geschichte ist, erzeugt sie mit ihren Bildern doch die passende Stimmung für den Leser. Während der junge Earl - zu seinem großen Leidwesen - immer wieder einen niedlichen Anblick bietet, ist Sebastian in jeder Lebenslage einfach nur cool dargestellt. Und je mehr man über den Butler erfährt, desto reizvoller wird das Spiel zwischen seinem tadellosen Benehmen, seiner persönlichen Schwäche und seiner teuflischen Persönlichkeit.

Fazit:

Nach der langsamen Einführung der Figuren im ersten Teil der "Black Butler"-Serie erfährt der Leser im zweiten Band einiges mehr über die Hintergründe der Familie Phantomhive. Neben den spannenden und unterhaltsamen Ermittlungen gegen "Jack the Ripper" sorgen vor allem Sebastian und der reizvolle Kontrast zwischen seiner teuflischen Persönlichkeit und seinem Arbeitsalltag als Butler des Earls für unterhaltsame Lesestunden. Auch in optischer Hinsicht lohnt sich die Reihe von Yana Toboso, da die Mangaka ihre Zeichnungen wunderbar detailreich ausführt und sowohl den niedlichen Earl als auch den hinreißend teuflischen Butler überzeugend darstellt.
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