Arata Kangatari 03 
Comics: Manga Fantasy & Sci-Fi
Geschrieben von Konstanze Tants   
Mittwoch, 27. April 2011

Arata Kangatari 03

Autor: Yuu Watase
Zeichner: Yuu Watase

Originaltitel: Arata Kangatari Vol. 3
Übersetzt von: Burkhard Höfler

3. Band der Reihe

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: März 2011
ISBN: 978-3-7704-7299-4
Preis: 6,50 EUR

192 Seiten
Inhalt
8.0
Zeichnungen
9.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
8.4

Wertung:
8.4
von 10
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Zum Inhalt:

Nachdem ihnen die Flucht von der Strafinsel Gatoya gelungen ist, machen sich Arata, Kotoha und Kanate nun auf zur Hauptstadt von Amawakuni. Doch es gibt ein Problem: Ihr Weg führt sie zwangsläufig durch Kannagis Territorium und im ganzen Land herrscht Ausnahmezustand ...

Meinung:

Wie am Ende des zweiten "Arata Kangatari"-Bandes angedeutet, geht in diesem dritten Teil die Geschichte erst einmal mit Arata (1) weiter. Der fünfzehnjährige Junge hat immer noch große Probleme damit, sich in der Gegenwart zurechtzufinden. Nachdem er in einem fantastischen mittelalterlichen Land aufgewachsen ist, kann er nicht verstehen, dass die Menschen nicht mehr für ihr Essen fischen und jagen müssen. Aber um Arata (2) Ehre zu machen, der sich nun an seiner Stelle gegen die Shinshous stellen muss, die die Hime-ou getötet haben, gibt sich der Junge alle Mühe, um im modernen Leben zu bestehen. Dabei wird er von "seiner" Familie unterstützt, die in ihm Arata (2) sieht und sich sicher ist, dass ihr Sohn unter einer seltsamen Form von Gedächtnisverlust leidet.

Arata (2) hingegen ist inzwischen die Flucht von der Gefängnisinsel Gatoya gelungen, nachdem er Tsutsuga, dem Shou der Insel, vor Augen geführt hatte, dass dieser mit seinen Strafaktionen unrecht handelt. Von Aratas Überzeugungen überwältigt, überlässt Tsutsuga dem Jungen sein Hayagami. Für Arata (2) ist dies nicht nur eine wichtige Lektion im Umgang mit seinem eigenen Hayagami, sondern auch ein kleiner Schritt, der hilft, das Versprechen einzulösen, dass er der Prinzessin gegeben hatte.

Gemeinsam mit Kotoha, Kanate und Genchi strandet der Schüler kurz darauf an der Küste von Narutaki. Dort sieht er mit eigenen Augen, wie viele Menschen inzwischen vor dem Krieg zwischen den Shinshous geflüchtet sind. Doch trotz der Unruhen im Land muss er sich auf den Weg zur Hauptstadt machen und dabei hoffen, dass er nicht gefangen genommen wird, bevor er den Wunsch der Hime-ou erfüllen kann. Hilfe findet Arata (2) dabei auf dem Hof von Ohika. Obwohl dieser ein Zokushou ist, der in den Diensten des Shinshou Kannagi steht, kümmert er sich gut um die kleine Reisegruppe.

Ihm ist bekannt, dass man Arata (2) überall als Mörder der Hime sucht. Aber Ohika sind auch die Vorfälle auf der Gefängnisinsel Gatoya zu Ohren gekommen und so ist er von der Unschuld des Jungen überzeugt. Dass allerdings sein eigener Herr der eigentliche Täter ist, will ihm keiner verraten, um den hilfsbereiten und warmherzigen Mann nicht zu verletzen. Doch trotz seines friedliebenden Gemüts wird Ohika samt seiner kleinen Familie in den Kampf der Shinshou hineingezogen und so muss Arata (2) schnell einen Entschluss fassen, inwieweit er sich als unabhängiger Shou in den Kampf der Herrschenden einmischen will.

Wie schon bei dem vorhergehenden Band erzählt Yuu Watase vor allem den Teil der Geschichte, der sich rund um den Arata dreht, der in der fantastischen Welt Amawakuni seinen Weg finden muss. Noch immer besteht zwischen ihm und dem Arata, der in die Gegenwart gelangt ist, eine Verbindung, doch die reicht nicht aus, um dem Jungen zu helfen. So bietet dieser Manga - neben ein paar kleinen amüsanten Szenen rund um Aratas (1) erste Schulerfahrungen - vor allem eine mitreißende und spannende Geschichte. Dabei spart Yuu Watase nicht an Schwertkämpfen und blutigen Szenen, um die Grausamkeit des Krieges der Shinshou zu verdeutlichen.

Doch vor allem die Fähigkeit der Mangaka, selbst kleine Nebenfiguren so darzustellen, dass sie dem Leser schnell ans Herz wachsen, sorgt dafür, dass man bei dieser Geschichte mitleidet. Arata (2), der durch das Hayagami der Hime-Familie zum Shou wurde, muss nun eine Methode finden, dem Töten ein Ende zu bereiten. Doch dem ernsthaften Jungen ist es wichtig, dabei einen Weg zu finden, dass die mit dem Hayagami verbundene Macht zur Unterdrückung anderer Menschen nicht missbraucht wird - unabhängig davon, ob dies in dieser Welt allgemein üblich ist oder nicht.

Wie schon bei den vorhergehenden beiden Bänden überzeugt die Mangaka auch bei ihren Zeichnungen. Mitreißende Kämpfe mit einem spannenden und dynamischen Bildaufbau bewegen den Leser ebenso wie die ruhigen Szenen voller liebevoller kleiner Details. Dazu kommt noch die feine Mimik der Beteiligten, die jede Gefühlsregung spiegelt, was einem die Figuren nur noch näher bringt.

Fazit:

Je tiefer Yuu Watase den Leser in ihre Geschichte "Arata Kangatari" eindringen lässt, desto mitreißender wird die Handlung. Während der eine Arata versucht, mit den ungewohnten Anforderungen des modernen Lebens fertig zu werden, was zu einigen lustigen Momenten führt, muss der Arata aus der Gegenwart schwerwiegende Entscheidungen treffen. Für ihn gilt es, die Reise in die Hauptstadt zu überleben und dabei so viel zu lernen, dass er einen Weg finden kann, um sein Versprechen an die Hime-ou einzulösen. Für den Leser ist es dabei nicht nur spannend, mehr über die fantastische Welt Amawakuni zu erfahren, sondern vor allem Aratas Entwicklung zu verfolgen. Doch in erster Linie ist die Geschichte so mitreißend, weil Yuu Watase selbst Nebenfiguren so viel Charakter verleiht, dass man mit jeder von ihnen mitfühlt. Diese angenehm vielschichtige und doch immer wieder lustige Handlung wird bei "Arata Kangatari" gelungen durch die kraftvollen und doch feinen Zeichnungen unterstützt.
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