Im siebten Himmel mit einem Vampir 
Bücher: Belletristik Liebe & Romantik
Geschrieben von Konstanze Tants   
Donnerstag, 7. April 2011

Im siebten Himmel mit einem Vampir

Originaltitel: The Rogue Hunter
Übersetzt von: Ralph Sander

10. Band der Reihe

Untergenre: Fantasy
Verlag: LYX
Erschienen: Januar 2011
ISBN: 978-3-8025-8374-2
Preis: 9,95 EUR

362 Seiten
Inhalt
5.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
5.3

Wertung:
5.3
von 10
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Zum Inhalt:

Nach einer schmerzhaften Trennung steht der Rechtsanwältin Samantha Willan nicht der Sinn nach neuen Männern. Doch als sie auf den attraktiven Garrett trifft, gerät ihr Entschluss gehörig ins Wanken. Was Samantha nicht weiß: Garrett ist ein unsterblicher Jäger, der abtrünnige Vampire ihrer gerechten Strafe zuführt - und schon seit achthundert Jahren Junggeselle. Ist er jetzt endlich bereit für eine Beziehung?

Meinung:

Mit "Im siebten Himmel mit einem Vampir" löst sich die Autorin Lynsay Sands zum ersten Mal vom engen Umfeld der Argeneau-Vampire. Garrett Mortimer ist ebenfalls ein Unsterblicher und arbeitet zusammen mit seinem Partner Justin Bricker als Jäger für den Rat. Ihre Aufgabe ist es, abtrünnige Vampire aufzuspüren und bei Bedarf unschädlich zu machen. So führen sie Gerüchte über Menschen mit verdächtigen Bisswunden an einen idyllischen See, der von lauter reizenden Cottages umgeben ist - nicht gerade eine Umgebung, in der sich die Vampire besonders wohl fühlen. Dabei haben sie sogar Glück und können in dem Ferienhaus ihres Kollegen Decker Argeneau Pimms wohnen.

Doch dann führt ein Stromausfall dazu, dass die drei Vampire Bekanntschaft mit ihren Nachbarinnen machen. Samantha (Sam) Willan verbringt gemeinsam mit ihren beiden Schwestern Jo und Alex ein paar Ferientage in einem kleinen Cottage, das ihre Eltern gebaut hatten. Die Anwältin hat ein paar anstrengende Monate hinter sich. Auf der einen Seite fordert ihr Beruf sie so sehr, dass sie nicht einmal genügend Zeit hat, um sich einer notwendigen ärztlichen Behandlung zu unterziehen, auf der anderen Seite hat sie gerade eine unschöne Trennung beendet. Alles, was die junge Frau sich von den nächsten Tagen erhofft, sind Ruhe und Erholung.

Für Garrett Mortimer ist das Zusammentreffen mit Sam und ihren Schwestern ein Schock. Nicht nur, dass diese Bekanntschaft ihm und seinen Kollegen die Arbeit erschwert, denn schließlich müssen sie nun so tun, als wären sie menschlich, er findet auch schnell heraus, dass er Samanthas Gedanken nicht manipulieren kann. Für die Vampire ist das ein eindeutiges Zeichen dafür, dass Sam Garretts Lebensgefährtin sein muss. Dabei kann der Jäger die junge Anwältin nicht einmal ausstehen, abgesehen davon, dass sie auch optisch so gar nicht seinen Vorstellungen von einer Traumfrau entspricht. Seit achthundert Jahren wartet der Unsterbliche nun schon darauf, dass er einer Frau begegnet, deren Gedanken er nicht lesen kann - und nun ist er sehr enttäuscht darüber, was ihm das Schicksal da vor die Füße gesetzt hat.

Samantha hingegen kann einfach nicht nachvollziehen, warum sich Garrett Mortimer ihr so aufdrängt, auch wenn sie ihm dankbar ist, dass er ihr hilft, als ihr Vorgesetzter mit einem dringenden Anliegen an sie herantritt. Denn einer der Klienten der Anwaltskanzlei vermisst seine Tochter und Sam soll nun dafür sorgen, dass die Polizei alles Notwendige in die Wege leitet, damit die junge Frau gefunden wird. Für Mortimer ist dies die perfekte Gelegenheit, um Sam besser kennenzulernen. Auch befürchtet er, dass das Verschwinden des Mädchens mit dem abtrünnigen Vampir zusammenhängen könnte, der vermutlich in der Gegend sein Unwesen treibt.

Ein wenig erinnert "Im siebten Himmel mit einem Vampir" an die ersten Argeneau-Romane von Linsay Sands. Die Familienverhältnisse von Mortimer und Sam sind nicht so ausufernd wie es zuletzt bei der Argeneau-Familie der Fall war und die beiden kommen sich nur sehr widerwillig näher. Während Mortimer sich vor allem von Sams (krankheitsbedingter) Tollpatschigkeit und ihrer flachen Figur abgeschreckt fühlt, hat Samantha einfach keine Lust auf eine Beziehung. Sie will erst einmal ihr Leben wieder in den Griff bekommen und ihre - von ihrem Ex-Freund - verletzte Seele hätscheln, bevor sie ihre Gefühle wieder durcheinanderwirbeln lässt.

So erscheint Garrett Mortimer auf den ersten Blick zwar etwas oberflächlich, aber nicht unsympathisch. Seine unbeholfenen Versuche, Sam näher zu kommen, sind wirklich niedlich zu verfolgen, denn er hat absolut keine Ahnung davon, wie man mit einer modernen Frau umgehen muss. Ein wenig übertreibt es Lynsay Sands allerdings bei dem Versuch, möglichst lustige Szenen zu schreiben, wenn es darum geht, dass die Vampire menschlich erscheinen müssen. Insgesamt ist dieser Roman zwar kein Höhepunkt der Serie, aber eine erfrischende und amüsant zu lesende Abwechslung zu den vorhergehenden Geschichten, in denen sich alles um die Argeneau-Familie drehte. Und auch im nächsten Roman wird sich die Autorin nicht auf den Kern der Familie zurückbesinnen, sondern stattdessen Mortimers Kollegen Decker in den Mittelpunkt der Handlung stellen.

Fazit:

Mit "Im siebten Himmel mit einem Vampir" entfernt sich die Autorin Lynsay Sands von dem engeren Umfeld der Argeneau-Familie und konzentriert sich dafür auf den Jäger Garrett Mortimer. Seine entsetzte Reaktion, als er feststellen muss, dass ihm das Schicksal mit Samantha Willan eine Lebengefährtin zugedacht hat, die so gar nicht seiner Vorstellung entspricht, ist genauso amüsant mitzuerleben wie seine Bemühungen, der Anwältin doch noch näher zu kommen. So ist diese Geschichte zwar nicht mitreißend, aber dank der unverbrauchten Charaktere eine angenehme Abwechslung zu den vorhergehenden Romane rund um die Argeneau-Vampire.
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