Blaue Rosen 1 
Comics: Manga Liebe & Romantik
Geschrieben von Konstanze Tants   
Mittwoch, 1. Dezember 2010

Blaue Rosen 1

Autor: Mayu Shinjo
Zeichner: Mayu Shinjo

Originaltitel: Ai wo utau yori ore ni oborero! Vol. 1
Übersetzt von: Christine Steinle

Reihe: Blaue Rosen
1. Band der Reihe

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: Juli 2010
ISBN: 978-3-7704-7208-6
Preis: 6,50 EUR

192 Seiten
Inhalt
6.0
Zeichnungen
7.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
7.0
Gesamtwertung
6.7

Wertung:
6.7
von 10
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Zum Inhalt:

Der niedliche Akira hat nur einen Wunsch: Er möchte ein Date mit der coolen Mizuki und ihr fester Freund werden! Um in ihre Band "Blaue Rosen" aufgenommen zu werden, gibt er sich als Mädchen aus, stürmt die Bühne und singt sich in die Herzen der Fans ... und in das von Mizuki!

Meinung:

Mit "Blaue Rosen" erzählt Mayu Shinjo ("Love Celeb") die Vorgeschichte der Reihe "Ai Ore", deren Auftaktband im Herbst 2009 auf Deutsch erschien. Dabei ist "Blaue Rosen" eindeutig für ein etwas jüngeres Publikum konzipiert worden, was sich nicht nur in der Handlung, sondern auch bei den kaum vorhandenen Liebesszenen bemerkbar macht.

Auf den ersten Seiten von "Blaue Rosen" lernen sich Akira und Mizuki gerade erst kennen. Mizuki ist zu diesen Zeitpunkt sehr frustriert und unglücklich, weil ihre beste Freundin Kaoru aufgrund eines Umzugs als Sängerin bei der Mädchenband "Blaue Rosen" aufhören muss. Während die Band nach einem Konzert noch darüber diskutiert, dass auch bei einem Vorsingen kein adäquater Ersatz für Kaoru gefunden werden konnte, platzt Akira Shiraishi in den Raum und bietet sich als neue Sängerin an. Dabei sieht Akira das größte Problem darin, dass er ein Junge ist, während Mizuki sich einfach nicht vorstellen kann, dass überhaupt jemand Kaorus Position in der Band einnehmen könnte.

So dauert es eine ganze Weile, bis Akira doch noch eine Chance zum Vorsingen bekommt. Dabei ist es für ihn nicht ganz einfach, diese Gelegenheit wahrzunehmen, da der Termin in der Mädchenschule der Band stattfindet, während Akira in die benachbarte Jungenschule geht. Mizuki beobachtet währenddessen misstrauisch die Annäherungsversuche des deutlich kleineren Jungen. Sie möchte mit Jungs nichts zu tun haben - und der freche Akira, der deutlich niedlicher und mädchenhafter aussieht als sie und die anderen Mitglieder der "Blauen Rosen", ist ihr besonders suspekt.

Mayu Shinjo spielt in "Blaue Rosen" mal auf eine ungewöhnliche Art mit den Geschlechterrollen, wobei es in Manga allgemein nicht selten vorkommt, dass sich ein zierlicher und hübscher Junge in ein burschikoses Mädchen verliebt. Doch obwohl Akira in der Rolle des niedlichen kleinen Mädchens überzeugend ist, ist er doch ein ganzer Kerl, der energisch auf Mizuki zugeht und dabei nicht selten ein regelrechtes Macho-Verhalten an den Tag legt.

Mizuki hingegen erfüllt an ihrer Schule die Rolle des "Prinzen", desjenigen, der von all den anderen Mädchen angeschwärmt wird, wie es sonst nur bei einem Jungen der Fall wäre. Aber trotz ihrer burschikosen und - nach außen selbstbewussten - Art ist sie sehr unsicher gegenüber Jungen, hat Angst davor, sich zu verlieben, und weiß nicht so recht mit ihren immer mal wieder aufflackernden Gefühlen umzugehen. Obwohl "Blaue Rosen" vor Klischees nur so strotzt, erzählt Mayu Shinjo eine niedliche Geschichte rund um zwei Teenager, die sich zum ersten Mal mit dem Thema Liebe auseinandersetzen müssen.

Einige der humorvollen Szenen sind zwar etwas vorhersehbar, da schon aus anderen Geschichten vertraut, und nicht unbedingt lustiger, nur weil der Leser sie nun mit einer anderen Rollenverteilung erlebt, aber die Handlung hat auf jeden Fall das Potenzial, sich zu einer sehr unterhaltsamen Geschichte zu entwickeln. Positiv hervorzuheben sind die Zeichnungen von Mayu Shinjo. Sowohl bei Mizuki als auch bei Akira gelingt es der Mangaka, die unterschiedlichen Seiten der beiden Figuren glaubhaft darzustellen, was durch die gelungene Mimik unterstützt wird. Außerdem ist es sehr angenehm, mal einen solchen Manga zu lesen und dabei die Charaktere nicht nur anhand der Frisuren auseinander halten zu können.

Fazit:

Nachdem schon seit Herbst 2009 "Ai Ore" auf Deutsch erschienen ist, bietet "Blaue Rosen" nun die Möglichkeit, die Vorgeschichte zu dieser Serie zu lesen. In diesem Manga kann man die erste Begegnung zwischen Gitarristin Mizuki und Akira miterleben, wobei die Handlung durch die vertauschten Rollen zwischen dem niedlichen Akira und der burschikosen Mizuki nicht davor bewahrt wird, in Klischees abzurutschen. Trotzdem gelingt es Mayu Shinjo, eine unterhaltsame Geschichte mit ansprechenden Zeichnungen zu erzählen, die für ein paar amüsante Lesestunden sorgen wird.
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