Die Sturmkönige 2: Wunschkrieg 
Bücher: Belletristik Fantasy
Geschrieben von Konstanze Tants   
Freitag, 1. Oktober 2010

Die Sturmkönige 2: Wunschkrieg

2. Band der Reihe

Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: Oktober 2010
ISBN: 978-3-404-16501-8
Preis: 9,99 EUR

432 Seiten
Inhalt
6.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
6.2

Wertung:
6.2
von 10
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Zum Inhalt:

Tarik und die mysteriöse Sabatea haben Bagdad erreicht und wurden getrennt. Während Sabatea in den Gemächern des Kalifenpalastes gefangen gehalten wird, muss Tarik in den düsteren Gassen des Diebesviertels untertauchen. Dort stößt er auf die Spur des Dritten Wunsches, einer geheimnisumwitterten Macht, der sich die Dschinne in ihrem Krieg gegen die Menschheit bedienen wollen.

Meinung:

Nach vielen überstandenen Kämpfen und Gefahren haben es der Schmuggler Tarik und seine Begleiterin Sabatea am Ende von "Dschinnland" nach Bagdad geschafft und auch Tariks kleiner Bruder Junis ist kein Gefangener mehr, sondern wurde von den Sturmkönigen in Sicherheit gebracht. Damit sind die Abenteuer der drei noch lange nicht vorbei, denn ihre Welt steht kurz vor der Zerstörung durch die Dschinne. Doch erst einmal müssen Tarik und Sabatea es schaffen, in Bagdad zu überleben.

So beginnt der zweite Teil der "Sturmkönige"-Trilogie in der Stadt, in der Harun Al-Rashid seinen Palast hat. Dort wird Sabatea, die vom Emir von Samarkand dem Kalifen zum Geschenk gemacht wurde, nach ihrem missglückten Mordanschlag auf den Herrscher gefangen gehalten. Tarik hingegen wurde nach seinem Zusammenbruch im Audienzsaal des Kalifen auf die Straße geworfen und von dem Byzantiner Almarik aufgesammelt. Doch statt sich erst einmal anzuhören, was der geheimnisvolle Mann von ihm will, schlägt der Schmuggler seinen Helfer nieder und klaut ihm einen fliegenden Teppich, um Sabatea zu befreien.

Auch Junis' Situation sieht nicht gerade rosig aus. Zwar ist er der Gefangenschaft der Dschinne entkommen und befindet sich erst einmal in der zweifelhaften Sicherheit eines Wüstenlagers, doch herrscht zwischen den Sturmkönigen, bei denen er sich nun aufhält, und den Dschinnen weiterhin Krieg. Nicht einmal seine Freude darüber, dass er bei den geheimnisvollen Windmagiern Maryam wiederfindet, von der er so viele Jahre geglaubt hatte, dass sie tot sei, kann ihn vergessen lassen, dass in Kürze ein weiterer Angriff auf die Dschinne bevorsteht.

Kai Meyer macht es dem Leser mit der Gestaltung seiner Hauptfiguren nicht gerade einfach: Hatte sich Tarik im ersten Band allmählich von einem saufenden und herumhurenden Egozentriker wieder in einen einigermaßen verantwortungsbewussten Mann gewandelt, muss man gleich auf den ersten Seiten von "Wunschkrieg" miterleben, dass der Schmuggler seit der Trennung von Sabatea anscheinend seinen Verstand verloren hat. Denn anders lassen sich all die selbstmörderischen und unglaublich dummen Handlungen Tariks nicht erklären.

Allerdings muss man zugeben, dass es dem Autor ohne die Neigung des Schmugglers, sich Feinde zu machen, andere Menschen niederzuschlagen und blind in hoffnungslose Situationen zu rennen, schwer gefallen wäre, so viele Actionszenen in seine Handlung einzubauen. Zum Glück beweisen Junis und Sabatea deutlich mehr Vernunft als Tarik und trösten den Leser so über manche überzogene Situation hinweg.

Für die Schwächen bei der Charakterentwicklung entschädigen außerdem wieder die vielen fantastischen Einfälle von Kai Meyer. So lernt der Leser neue übernatürliche Wesen wie zum Beispiel die Kali-Assassinen kennen und erfährt mehr über die zauberhaften Elfenbeinpferde und ihre Herkunft. Ebenso bekommt man in diesem Roman die Ursachen präsentiert, die vor 52 Jahren dazu geführt hatten, dass die Wilde Magie in einem verheerenden Sturm über das Land zog, und lernt, was es mit dem Dritten Wunsch auf sich hat.

Trotz all dieser Informationen bleiben doch noch eine Menge Fragen offen, die einen gespannt auf den dritten Band der Reihe, "Glutsand", warten lassen. So hat der Leser bislang nur einen Verdacht, was es mit dem Jungen Jibril, der für die Sturmkönige so eine wichtige Rolle spielt, auf sich haben könnte, und auch die wahren Motive des Byzantiners Almarik liegen noch im Dunklen. Vor allem möchte man nach dem Lesen dieses Bandes unbedingt wissen, wie es Tarik, Sabatea und den anderen auf ihrer Suche nach dem Dritten Wunsch ergeht und ob sie ihre weiteren Abenteuer unbeschadet überstehen.

Fazit:

Obwohl das Verhalten der Hauptfigur Tarik zu Beginn des zweiten "Die Sturmkönige"-Bandes nur Verständnislosigkeit auslöst, gelingt es Kai Meyer, den Leser mit seinen vielen fantastischen Ideen wieder in den Bann seiner Erzählung zu ziehen. Nach dem Lesen von "Wunschkrieg" hat man das Gefühl, die Hintergründe für die Angriffe der Dschinne und die Motive der verschiedenen Personen durchschauen zu können - und doch wirft jede Erklärung neue Fragen auf, die neugierig auf den abschließenden Band der Reihe machen. So fällt es einem zwar schwer, mit den unterschiedlichen Charakteren mitzufiebern, doch dafür regen all die ungewöhnlichen Einfälle des Autors die Fantasie des Lesers an und nehmen ihn mit in eine magische, orientalische Welt voller Gefahren.
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