Die Wächter von Astaria 3: Der brennende Berg  Redaktionstipp
Bücher: Belletristik Kinder & Jugend
Geschrieben von Konstanze Tants   
Montag, 31. Mai 2010

Die Wächter von Astaria 3: Der brennende Berg

3. Band der Reihe

Untergenre: Fantasy
Verlag: Ravensburger
Erschienen: August 2009
ISBN: 978-3-473-35305-7
Preis: 16,95 EUR

512 Seiten
Inhalt
9.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
8.9

Wertung:
8.9
von 10
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Zum Inhalt:

Ritter Fabio rüstet sich zum letzten Kampf, denn das Goblinheer des gefallenen Erzstellars Astronos steht vor den Toren Firenzes und bedroht ganz Astaria. Doch bevor der junge Paladin eingreifen kann, muss er Sternendeuterin Celeste aus den Verliesen der Höhlenstadt Zagrab befreien. Dabei kommt er einem dunklen, jahrtausendealten Geheimnis auf die Spur. Ist es womöglich der Schlüssel zur Rettung Astarias?

Meinung:

Mit "Der brennende Berg" kommt die "Wächter von Astaria"-Trilogie von Thomas Finn zu einem rasanten Ende. Wenige Tage nach dem großem Kampf am Ende von "Die flüsternde Stadt" versucht Fabio weiter seine Pflichten als Paladin zu erfüllen. Doch innerlich wird er von der Frage zerfressen, was aus Celeste geworden ist, die von dem verräterischen Seneschall Ernesto entführt wurde. Zum Glück bekommt der junge Ritter bald darauf einen Hinweis, der besagt, dass die Sternendeuterin in den Tiefen der Höhlenstadt Zagrab gefangen gehalten wird.

Zusammen mit Raimondo, dem Cousin der Sternenmystikerin, dem Gnom Arcimboldo und der Werwölfin Sylvana macht sich Fabio auf, um Celeste aus den Verliesen Zagrabs zu befreien. Dabei hoffen die Freunde, auch mehr über die mächtigen Waffen zu erfahren, die der Goblinschamane Gruuk inzwischen in seinen Besitz gebracht hat, und über den Standort des Sternenkerkers, in dem Astronos vor langer Zeit eingeschlossen wurde. Es bleibt ihnen nur wenig Zeit für ihre Aufgaben, denn Gruuk steht kurz davor, den bösen Erzstellaren aus seinem Gefängnis zu befreien.

Während die Goblinheere weiter die Städte Astarias bedrängen, schließen sich die Ritterorden und Sternenmystikerinnen mit den gnomischen Himmelsmechanikern und den Tauweberinnen zusammen. Einfach ist es für die verschiedenen Gruppen nicht, gemeinsam an einem Strang zu ziehen, denn die gegenseitigen Vorurteile sind zum Teil schon Jahrhunderte alt, und doch ist jeder bei den vereinigten Streitkräften Astarias willkommen, der nicht auf der Seite des gefallenen Erzstellars Astronos steht, vor allem, da die Verluste unter den Bewohnern Astarias in den letzten Monaten erschreckend hoch waren.

Kein Ritterorden, keine Schwesternschaft ist vor Verrätern gefeit, und die schiere Übermacht der Goblins scheint unschlagbar zu sein. Umso beunruhigender ist die Nachricht, dass sich eine Flotte aus dem Süden den Küsten Astarias nähert. Noch weiß man nicht, ob die Südländer für oder gegen Astronos sind - denn nur zwei Tatsachen sind über sie bekannt: Sie glauben ebenso wie die Menschen in Astaria an die Sterndeuterei, doch bei ihnen werden die Sternenmystikerinnen nicht verehrt, sondern verfolgt. Unter diesen Umständen steht zu befürchten, dass man sich bald nicht nur gegen die Goblins zu Wehr setzen muss.

Thomas Finn zieht das Tempo in "Der brennende Berg" gewaltig an. Während die ersten beiden Bände der "Wächter von Astaria"-Trilogie eher gemächlich begannen, bietet einem dieser Teil keine Atempause. Zusammen mit dem jungen Paladin Fabio hetzt man von einem Schauplatz zum nächsten, immer verfolgt von Goblins und voller Furcht, dass die Zeit nicht reichen wird, die Befreiung von Astronos zu verhindern. Selbst die wenigen glücklichen Momente in der Handlung werden in diesem Roman von den unheilvollen Vorahnungen überschattet.

Rasante Schlachten zu Boden und in der Luft lassen den Leser um die liebgewonnenen Charaktere bangen und man hält vor Spannung den Atem an, während Fabio und seine Mitstreiter einen Weg durch die Goblinstadt Zagrab suchen. Doch es sind am Ende nicht die wirklich wunderschön ausgearbeiteten Kampf- und Kriegsszenen, die im Leser nachklingen, sondern die vielschichtigen Charaktere und ihre Versuche, ein gutes und selbstbestimmtes Leben zu führen.

Kaum eine Figur ist einfach nur gut oder böse, jede von ihnen muss mit Mutlosigkeit und Erschöpfung kämpfen und vor allem Fabio fragt sich immer wieder, ob man den Schöpfungen und Weissagungen des großen Sehers Cagliostro überhaupt trauen kann. Und während der Paladin die Suche nach seiner geliebten Celeste voller Hass gegen die Goblins beginnt, muss auch er im Laufe der Geschichte lernen, dass kein Wesen böse geboren wird. So sorgen viele neue Informationen und überraschende Wendungen in der Handlung dafür, dass man das Buch am liebsten in einem Zug auslesen würde, weil einen die Geschichte so gefangen hält.

Thomas Finns fantasievolle Auslegung eines spätmittelalterlichen Italiens und die wirklich gelungene Einflechtung astrologischer Elemente in diese mitreißende Romantrilogie heben die - auf den ersten Blick ganz normale - Jugendfantasy-Geschichte deutlich von der Masse der Veröffentlichungen ab. Und so möchte man nach dem wirklich befriedigenden Ende dieser Trilogie am liebsten gleich wieder zum ersten Band greifen, um noch einmal die Abenteuer von Fabio, Celeste und ihren Freunden zu erleben.

Fazit:

Mit "Der brennende Berg" bringt Thomas Finn seine "Wächter von Astaria"-Reihe zu einem überaus gelungenen Ende. Von Anfang an fesselt die Handlung den Leser und zwischen all den rasanten Entwicklungen bleibt kaum ein Moment, um Atem zu holen. Um zu verhindern, dass der gefallene Erzstellar Astronos von dem Goblinschamanen Gruuk aus seinem Sternenkerker befreit wird, müssen der Paladin Fabio und seine Freunde einige spannende Schlachten überstehen. Doch vor allem die vielschichtigen Charaktere, die schön ausgearbeitete Welt Astarias und die vielen überraschenden Wendungen in der Handlung lassen die Seiten viel zu schnell vorbeifliegen.
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