Die Schatten­kämpferin 2: Das Siegel des Todes 
Bücher: Belletristik Fantasy
Geschrieben von Konstanze Tants   
Mittwoch, 4. August 2010

Die Schattenkämpferin 2: Das Siegel des Todes

Originaltitel: Le Guerre del Mondo Emerso - Le Due Guerriere
Übersetzt von: Bruno Genzler

2. Band der Reihe

Verlag: Heyne
Erschienen: August 2010
ISBN: 978-3-453-53342-4
Preis: 8,95 EUR

464 Seiten
Inhalt
5.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
5.3

Wertung:
5.3
von 10
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Zum Inhalt:

Unheil droht der Aufgetauchten Welt: Die Gilde der Assassinen steht vor den Toren und will die Herrschaft übernehmen. Allein Dubhe, die mutige junge Schattenkämpferin, vermag sie aufzuhalten. Gemeinsam mit dem Magier Lonerin macht sie sich auf die Suche nach Verbündeten: Eine Reise voll düsterer Gefahr beginnt.

Meinung:

Nach "Das Erbe der Drachen" führt die Autorin Licia Troisi mit "Das Siegel des Todes" ihre Reihe um die Schattenkämpferin Dubhe fort. Während der erste Band der Trilogie den Leser mit Dubhe bekannt machte und ihm ihren Weg vom kleinen Mädchen, das beim Spielen unabsichtlich einen Jungen tötete, bis zu ihrer Zeit bei der Gilde der Assassinen aufzeigte, beginnt der zweite Teil in den Hallen des Rats des Wassers.

Dubhe und der Magierlehrling Lonerin sind der Gilde der Assassinen entkommen und berichten dem Rat nun von Dingen, die sie in Erfahrung gebracht haben. Der Gnom Ido und die anderen Ratsmitglieder sind entsetzt, als sie erfahren, dass der Regent Dohor mit der Gilde gemeinsame Sache macht. Doch noch mehr erschüttert sie das Vorhaben Yeshols, des Oberhauptes der Assassinen, den vor Jahrzehnten besiegten Tyrannen Aster wieder auferstehen zu lassen. Um diesen Plan in die Tat umzusetzen, benötigt der Assassine den Körper eines Halbelfen. Doch abgesehen von Tarik, dem Sohn der legendären Nihal und des Magiers Sennar, gibt es keine Halbelfen mehr in der Aufgetauchten Welt.

Obwohl Dubhe sich der Wichtigkeit dieser Informationen bewusst ist, drehen sich ihre Gedanken erst einmal nur um ihr eigenes Überleben. Der Fluch der Gilde der Assassinen droht sie umzubringen und von Lonerin musste die junge Frau erfahren, dass noch mehr hinter dem seltsamen Mal steckt, das sich auf ihrem Oberarm zeigt. Die Bestie, die sich seit dem Fluch in ihr regt, kann nicht einfach durch ein Gegengift besiegt werden, wie es ihr Rekla, die Meisterin der Gifte in der Gilde, weismachen wollte. Dieses Siegel muss gebrochen werden, wenn Dubhe überleben will, und nur ein wahrhaft großer Magier - größer als die Zauberkundigen des Rats des Wassers - kann dies vollbringen.

So durchziehen zwei Handlungsstränge "Das Siegel des Todes": Dubhe und Lonerin reisen in die Unerforschten Lande, wo sie Sennar suchen wollen, um diesen als neuen Verbündeten im Kampf gegen Dohor und die Gilde zu gewinnen, während der alte Gnom Ido versucht, Tarik und seine Familie zu finden und vor den Assassinen zu schützen. Während Idos Bemühungen ihn direkt mit den Abgesandten der Gilde konfrontieren, müssen sich auch Dubhe und ihr Begleiter in Acht nehmen, da ihnen Rekla mit zwei weiteren Assassinen auf den Fersen ist.

Schon in "Das Erbe der Drachen" fiel auf, dass es Licia Troisi nicht geschafft hatte, ihren Lesern ihre Protagonisten Dubhe und Lonerin so nahe zu bringen wie die Charaktere Nihal und Sennar aus ihrer ersten Trilogie rund um die Drachenkämpferin. Obwohl Dubhe in vielen Bereichen reifer wirkt als Nihal, entsteht so auch eine deutliche Distanz zu dieser Frau, was sich in "Das Siegel des Todes" nur verstärkt. Die ehemalige Assassinin muss zusammen mit dem Magier viele Gefahren in den Unerforschten Landen bestehen. Die unbekannten Gebiete und ihre Bewohner stellen hierbei ebenso ein Risiko dar wie die drei Verfolger, die ihnen dicht auf den Fersen sind. Doch trotz all der kritischen Situationen bleibt der Leser die ganze Geschichte über ein eher unbeteiligter Beobachter, der das Schicksal der beiden nur mit mildem Interesse verfolgt.

Etwas intensiver lassen sich die Passagen erleben, die sich um den Gnom Ido und Sennars Nachkommen drehen, doch muss hier angemerkt werden, dass dieser Teil der Handlung vor allem aufgrund der Verbindung zur ersten Trilogie der Autorin so reizvoll ist. Der Leser, der die Bände rund um "Die Drachenkämpferin" nicht gelesen hat, wird wohl wenig mit den Erinnerungen des Kämpfers anfangen können. Es bleibt am Ende dieses zweiten Bandes der "Schattenkämpferin"-Reihe das unbefriedigende Gefühl zurück, dass dieser Teil der Geschichte wenig zum Fortgang der Handlung beigetragen hat und dass Licia Troisi recht lieblos an die Beschreibung der Unerforschten Lande herangegangen ist.

So erhält vor allem die Einführung von zwei neuen Charakteren die Neugier des Lesers auf die Fortsetzung der Reihe in "Der Fluch der Assassinen" aufrecht. Sowohl der Drachenreiter Learco als auch San mit seinen magischen Fähigkeiten bieten großes Potenzial für eine Weiterführung der Handlung. Zusätzlich wird die Frage, ob es Dubhe doch noch gelingen wird, sich von der Bestie in ihrem Inneren zu befreien, wohl dafür sorgen, dass man die Geschichte um die Schattenkämpferin weiter verfolgt, obwohl einen der zweite Band dieser Trilogie nicht recht begeistern konnte.

Fazit:

Mit "Das Siegel des Todes", dem zweiten Teil ihrer "Die Schattenkämpferin"-Trilogie, kann die Autorin Licia Troisi den Leser nicht so überzeugen wie mit dem Auftaktband der Reihe. Obwohl sich die beiden Figuren Dubhe und Lonerin in ein unbekanntes Gebiet aufmache, wo sie viele Gefahren zu bestehen haben, fiebert der Leser bei diesem Teil der Geschichte nicht mit. Auch die Erlebnisse des Gnoms Ido sind vor allem für diejenigen faszinierend, die schon die "Drachenkämpferin"-Trilogie gelesen haben. Allein die Einführung zweier neuer Charaktere und die Neugier darauf, ob die Schattenkämpferin Dubhe den Fluch der Gilde der Assassinen überleben kann, wird dafür sorgen, dass der Leser auch zum dritten Band der Reihe greifen wird.
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