Schwestern des Mondes 6: Vampirliebe 
Bücher: Belletristik Fantasy
Geschrieben von Konstanze Tants   
Dienstag, 7. September 2010

Schwestern des Mondes 6: Vampirliebe

Originaltitel: Demon Mistress
Übersetzt von: Katharina Volk

6. Band der Reihe

Verlag: Knaur
Erschienen: März 2010
ISBN: 978-3-426-50345-4
Preis: 8,95 EUR

432 Seiten
Inhalt
7.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.1

Wertung:
7.1
von 10
Jetzt kaufen



Zum Inhalt:

Frauen aus der Anderwelt werden in großer Anzahl ermordet und niemand weiß, wie sie zu Tode kamen. Der neu zugezogene Nekromant aus der Nachbarschaft hat seinen Haus-Ghul nicht unter Kontrolle. Und dann wird auch noch ihre kleine Schwester Delilah bei einem Angriff schwer verletzt. Nein, man kann nicht sagen, dass die Vampirin Menolly es gerade besonders leicht hat - aber noch hat es keinen Gegner gegeben, an dem sie sich die Zähne ausgebissen hätte ...

Meinung:

Der sechste Band der "Schwestern des Mondes"-Reihe von Yasmine Galenorn beschäftigt sich wieder mit Menolly, der jüngsten D'Artigo-Schwester, die schon in "Die Vampirin" im Mittelpunkt stand. Wie in "Katzenkrallen" bewegt sich die Geschichte von dem Kampf gegen den Dämonenfürsten weg und hin zu den neuen, alltäglichen Belastungen für die drei Schwestern, die durch die Veränderungen entstehen, die die neu entstandenen Weltenportale auf der Erde bewirken.

Doch während man in "Katzenkrallen" ein wenig den roten Faden vermisste, der sonst durch den Konflikt mit Schattenschwinge entstand, gelingt es der Autorin in "Vampirliebe" deutlich besser, wieder eine spannende Handlung zu entwickeln. Denn als Menolly zusammen mit Iris versucht, die Zimmer im "Wayfarer Bar & Grill", das ihr inzwischen gehört, so herzurichten, dass man sie vermieten kann, stolpern die beiden über Hinterlassenschaften einer Elfe. Sabele war früher die Geschäftsführerin der Bar und ebenfalls vom AND (Anderwelt-Nachrichtendienst) als Agentin auf die Erde geschickt worden. Doch eines Tages verschwand sie spurlos und niemand scheint je nach ihr gesucht zu haben.

Auch der Polizist Chase, der Geliebte von Menollys Schwester Delilah, hat ein Anliegen, bei dem ihm die Vampirin helfen soll. Bei ihm ging eine Vermisstenanzeige ein für eine Frau, die zwar ein Vampir ist, es aber bislang geschafft hatte, ihrem Umfeld diesen Umstand zu verheimlichen und ihr altes Leben normal weiterzuführen. Da Claudette Kerston zuletzt in einem elitären Club für Vampire gesehen wurde, ist Chase auf Menollys Hilfe angewiesen, um weitere Informationen über die Frau zu bekommen.

Während die Vampirin beide Hände voll mit ihren Ermittlungen zu tun hat, wird die Ruhe im Hause D'Artigo immer wieder von einem umherstreunenden Ghul gestört. Aber auch unheimliche Dämonenangriffe auf die verschiedenen übernatürlichen Bewohner von Seattle - vor allem Elfen und Feen - bringen die drei Schwestern in ständige Gefahr. Und inmitten all dieses Trubels muss Menolly mit der Erkenntnis fertig werden, dass sie nicht nur tiefere Gefühle für Nerissa, Wer-Puma und Mitglied des Rainier-Rudels, hegt, sondern dass auch der Incubus Roz und der Traumjäger-Dämon Vanzir körperliche Bedürfnisse in ihr wecken.

Selbst derjenige Leser, der vielleicht Probleme mit der Vorstellung von polygamen Verbindungen hat, sollte sich im sechsten Band der "Schwestern des Mondes"-Reihe an die freizügigen Ansichten der D'Artigo-Schwestern gewöhnt haben. So verwundert es nicht, dass auch Menolly im Laufe dieses Romans mehr als eine Beziehung eingeht. Doch angenehmerweise spielt dieser Teil der Geschichte nur eine kleine Rolle und dient in erster Linie dazu aufzuzeigen, dass sich die Vampirin so langsam an ihr Dasein als Untote gewöhnt.

Nachdem Menolly ihren Meister Dredge getötet hat, kann die junge Frau sich endlich von einigen der Albträume befreien, die ihr Leben seit ihrer Wandlung zum Vampir belastet haben. Auch fühlt sie sich von immer mehr Personen in ihrem Umfeld so akzeptiert, wie sie ist, denn selbst ihr Vater kann inzwischen besser damit umgehen, dass seine Tochter eine Untote ist. All das führt dazu, dass die Vampirin ihr Dasein - neben all den Schlachten, die sie und ihre Schwestern schlagen müssen - mehr genießen kann.

Doch trotz all der Konzentration auf die Persönlichkeit und die Entwicklung der jungen Frau kommen die Kämpfe in "Vampirliebe" nicht zu kurz. Sowohl die Nachforschungen rund um die beiden verschwundenen Personen als auch die Angriffe auf die Feen und Elfen Seattles bieten genügend Raum für spannende Ermittlungen, aufregende Einbrüche und rasante magische Schlachten, bei denen sowohl die drei Schwestern als auch ihre Verbündeten all ihre Stärken ausspielen müssen. So gerät die Handlung in diesem Roman deutlich fesselnder als in dem Vorgängerband "Katzenkrallen", und das Versprechen auf eine starke Gegnerin erhält die Neugier des Lesers auf einen weiteren Teil der Reihe (obwohl dieser - "Bone Magic" - bislang nur im englischen Sprachraum erhältlich ist).

Fazit:

Mit "Vampirliebe" gelingt es Yasmine Galenorn, die Handlung ihrer "Schwestern des Mondes"-Reihe wieder mit etwas mehr Spannung anzureichern. Obwohl der Kampf gegen den Dämonenfürsten Schattenschwinge nicht weitergeführt wird, hat die Vampirin Menolly alle Hände voll zu tun. Sie versucht zwei vermisste Frauen aufzuspüren und zu klären, welche geheimnisvolle Macht die Feen und Elfen von Seattle tötet. Dabei baut die Autorin Menollys Charakter überzeugend aus und zeigt, dass die Halbfee immer besser mit ihrem Dasein als Vampirin zurechtkommt. Bei so vielen spannenden Szenen und der interessanten Ermittlungsarbeit vermisst man es keine Minute lang, dass die Hauptgeschichte erst einmal nicht weitergeführt wird, sondern kann einfach nur diesen sechsten Band der Serie genießen.
Weiterführende Infos
Leseprobe