Schattengreifer 2: Der Zeitenherrscher 
Bücher: Belletristik Kinder & Jugend
Geschrieben von Konstanze Tants   
Dienstag, 7. September 2010

Schattengreifer 2: Der Zeitenherrscher

2. Band der Reihe

Untergenre: Fantasy
Verlag: Baumhaus
Erschienen: Februar 2010
ISBN: 978-3-8339-3709-5
Preis: 14,99 EUR

287 Seiten
Inhalt
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Zum Inhalt:

Der Schattengreifer setzt seine Reise fort und hält Simon und dessen Freunde noch immer auf dem Seelensammler fest. Wieder führen die Abenteuer durch Zeit und Raum, diesmal geht es zu den Indianern und sogar zurück in die Steinzeit. Dorthin, wo alles seinen Anfang genommen hatte. Simon gelingt es, hinter das Rätsel der magischen Gestalt und des mysteriösen Plans zu kommen. Dabei wird ihm bewusst, dass der Kampf gegen den Schattengreifer gefährlicher ist, als er bisher geahnt hat. Werden die Jugendlichen die Macht des Schattengreifers brechen können?

Meinung:

Mit seiner Schattengreifer-Trilogie führt Stefan Gemmel den jugendlichen Leser auf eine Abenteuerreise zu den verschiedenen historischen Wendepunkten auf aller Welt. Die Handlung in "Der Zeitenherrscher" setzt fast genau ein Jahr nach Simons Flucht von dem unheimlichen Segelschiff des Schattengreifers ein, die man in "Die Zeitensegler" verfolgen konnte.

Die letzten Monate hatte der Junge dazu genutzt, um mehr über die verschiedenen Epochen und Ereignisse der Weltgeschichte herauszufinden. Dabei konzentrierte Simon sich vor allem auf die Zeiten, aus denen seine Freunde stammen, die sich immer noch in der Gewalt des unheimlichen Schattengreifers befinden. In "Die Zeitensegler" war es ihnen schon gelungen, den Jungen Basrar wieder zu seiner Familie zu bringen - und so hoffen sie, dass letztlich jeder von ihnen mit der Hilfe von Simons Wissen wieder heimfinden kann.

Nun wird der Junge wieder von dem rätselhaften Schiff "Seelensammler" angezogen und kann endlich ein Wiedersehen mit seinen Freunden feiern. Doch nicht nur Neferti, Salomon, Moon und Nin-Si befinden sich auf dem Schiff, da der Schattengreifer mit Caspar einen weiteren Zeitensegler für seine Mannschaft entführt hat. Der Junge stammt aus dem Mittelalter und ist ein so guter Kämpfer, dass selbst der Indianer Moon kaum mit ihm mithalten kann. Caspar ist noch nicht sehr lange an Bord, daher misstraut er Simons Beweggründen und will sich dem Vorhaben der anderen nicht anschließen.

Trotz Caspars Widerstand beschließen die anderen Jugendlichen, ihren Freund Moon zu seiner Familie zurückzubringen und zu verhindern, dass er mit seinen Lieben bei der Schlacht am "Wounded Knee" niedergemetzelt wird. Doch so einfach ist es nicht, einen der Zeitensegler wieder nach Hause zu bringen. Simon und die anderen müssen nicht nur im Krieg zwischen den Weißen und den Indianern überleben, sondern auch gegen die Krähen des Schattengreifers ankämpfen, die verhindern wollen, dass die Jugendlichen die Pläne ihres Herren vereiteln.

Nur eine kleine Krähe, die sich schon bei Simons erstem Abenteuer auf dem unheimlichen Segler mit ihm angefreundet und ihm geholfen hatte, steht auf der Seite der Kinder. Sie kämpft gegen ihre Artgenossen und teilt ihr Wissen mit Simon und seinen Freunden. Auch der Schattengreifer erzählt dem Jungen einiges über seinen Hintergrund und die Ziele, die er mit den Zeitenseglern verfolgt, da er hofft, dass Simon sich ihm anschließt und an seiner Seite kämpft.

Für den Leser entwickelt Stefan Gemmel auf diese Weise eine spannende Geschichte, die nicht nur auf verschiedene historische Ereignisse eingeht, sondern einen auch darüber nachdenken lässt, welch einen Preis der Mensch immer wieder für Kriege zahlen muss - und welchen Preis man willens ist zu zahlen, wenn es möglich wäre, eine friedliche Welt zu schaffen. Doch während im ersten Teil die verschiedenen Charaktere etwas zu kurz kamen, vermisst man in "Der Zeitenherrscher" das Gefühl, wirklich in die jeweilige historische Zeit einzutauchen. Obwohl wirklich schreckliche Dinge wie die Schlacht am "Wounded Knee" beschrieben werden, berühren diese Ereignisse einen eher wenig, auch wenn dafür die verschiedenen Figuren näher beleuchtet werden.

Trotz dieses kleinen Kritikpunkts zieht einen die Handlung in ihren Band, und man bleibt neugierig auf den Abschluss der "Schattengreifer"-Trilogie. Vor allem die Verbindung von Simons Familie zu dem Schattengreifer sowie die Fragen, was aus den Jugendlichen auf dem Schiff werden soll und wie es nach dem überraschenden Ereignis am Ende von "Der Zeitenherrscher" mit der Geschichte weitergehen wird, reizen einen dazu, gleich im nächsten Band weiterlesen zu wollen. Da bleibt nur zu hoffen, dass bis zum Erscheinen der Fortsetzung nicht wieder ein Jahr vergehen wird.

Fazit:

Im zweiten Band der Schattengreifer-Trilogie, "Der Zeitenherrscher", entwickelt Stefan Gemmel die Geschichte rund um Simon und seine Freunde spannend weiter. Durch die Augen des Jungen erlebt der Leser wieder verschiedene historische Ereignisse. Doch vor allem stehen in diesem Roman die unterschiedlichen Charaktere und die Motivation des Schattengreifers im Vordergrund. Man erfährt mehr über das Leben dieses unheimlichen Magiers und verfolgt neugierig Simons Versuche, seine Freunde aus der Gewalt dieses Mannes zu befreien. Obwohl die historischen Szenen nicht ganz so mitreißend gelungen sind wie im Vorgängerroman, hält der Autor auch mit diesem zweiten Teil die Aufmerksamkeit des Lesers gefangen und weckt durch eine überraschende Wendung am Schluss das Bedürfnis nach einer schnellen Fortsetzung der Geschichte.
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