Black Mysteries: Der Tod kam durch die Hintertür 
Bücher: Belletristik Kinder & Jugend
Geschrieben von Konstanze Tants   
Sonntag, 31. Januar 2010

Black Mysteries: Der Tod kam durch die Hintertür

Untergenre: Ratekrimi
Verlag: Loewe
Erschienen: Juni 2009
ISBN: 978-3-7855-6660-2
Preis: 6,95 EUR

192 Seiten
Inhalt
6.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
6.2

Wertung:
6.2
von 10
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Zum Inhalt:

Ist die Frau in der Scheune wirklich das Opfer eines Vampirs? Kann ein Schneemann verbluten? Ist Schneewittchen tatsächlich an einem Apfel erstickt? Was macht ein erstochener Mann im Schwimmbecken? Die Antworten findet nur, wer um sieben Ecken denkt! Auf zur Spurensuche - es gilt 23 genial-groteske Black Mysteries zu lösen!

Meinung:

"Der Tod kam durch die Hintertür" bildet den Auftakt der "Black Mysteries"-Reihe von Sandra Grimm. Jedes Buch beinhaltet eine Sammlung von 23 kurzen Kriminalgeschichten, bei denen der Leser mitraten kann. Die Auflösungen findet man gesammelt erst am Ende des Bandes und gerät so nicht in Versuchung, einfach die Geschichte abzuschließen, ohne sich eigene Gedanken um das Rätsel gemacht zu haben.

Gleich zu Beginn lernt der Leser die Entstehungsgeschichte der ungewöhnlichen Detektei Rolf, Schön und Co. kennen. Die wunderschöne Frau Schön, der dicke Rolf Rolf und die beiden Kinder Ella und Georg leben alle in einem großen, gelben Hochhaus, in dem eines Tages ein Bankräuber seine Beute versteckte. Und während alle anderen Bewohner noch eifrig die Müllcontainer auf der Suche nach dem Geld durchwühlten, fanden die vier die Beute nebst einem kleinen Hund in einem Flurschrank verstaut.

Kaum war das Geld der Polizei übergeben und dem Hund der Name "Fräulein" verpasst worden, trafen sich die vier erfolgreichen Ermittler und gründeten eine Detektivagentur. Für diese ließ Frau Schön extra ein neues Telefon installieren - und nun sitzen die Detektive jeden Tag reihum neben dem Apparat und warten auf einen spannenden Auftrag, damit sie wieder ihr ermittlerisches Geschick erproben können. So ist es kein Wunder, dass jede Geschichte mit den Worten "Als das Telefon klingelte ..." beginnt, bevor die Detektei Rolf, Schön und Co. dann zusammen mit dem Leser mit einem neuen Fall vertraut gemacht wird.

Jeder dieser Kurzkrimis stellt den Leser vor eine skurrile Situation und nicht immer scheint die einfachste - wenn auch unglaubwürdigste - Antwort die richtige Lösung für den Fall zu sein. So stehen die Detektive vor der Frage, wie ein großes Auto aus einer verschlossenen Garage verschwinden konnte, warum eine Schriftstellerin vor den Augen eines Reporters von einer Brücke sprang und ob es Vampire wirklich gibt. Dabei lässt sich jeder Fall vom Leser selbst lösen, wenn er die Augen nach den Hinweisen aufhält und die Dialoge aufmerksam liest.

Empfohlen wird diese Krimisammlung vom Loewe-Verlag ab 10 Jahren - und trotz der einen oder anderen Leiche sind die Geschichten so wenig gruselig, dass sie wirklich für Kinder dieses Alters geeignet sind. Dafür sprechen viele der Situationen eher den Humor des Lesers an. Und spätestens die Auflösung der Verbrechen sorgt für ein amüsiertes Kopfschütteln darüber, dass so viele Zufälle zu einem so unglückseligen Ergebnis führen können.

Dabei werden die einzelnen Geschichten von Illustrationen des Zeichners Roland Beier aufgelockert. Die kleinen, schwarzweißen Darstellungen mit den roten Akzenten nehmen wichtige Aspekte der Fälle auf, zeigen die Hauptfiguren des Bandes und reizen den Leser aufgrund ihres leichten Anklangs an Karikaturen zum Schmunzeln. So passen diese Abbildungen hervorragend zum humorvollen Unterton der einzelnen Kriminalfälle.

Fazit:

Mit "Der Tod kam durch die Hintertür" eröffnet Sandra Grimm ihre neue Black-Mysteries-Reihe beim Loewe-Verlag. Hier werden dem Leser 23 kurze Krimigeschichten zum Mitraten geboten, die mit amüsanten Zeichnungen von Roland Beier illustriert wurden. Der humorvolle Unterton sorgt dabei dafür, dass die Fälle - trotz der einen oder anderen Leiche - für Kinder ab zehn Jahren nicht zu gruselig werden. Stattdessen fordern die ungewöhnlichen Ausgangssituationen den Leser dazu heraus, alle seine Aufmerksamkeit auf die Hinweise zu richten und selbst auf die Lösung zu kommen.
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