Detektiv Conan 64 
Comics: Manga Krimi & Thriller
Geschrieben von Konstanze Tants   
Donnerstag, 18. März 2010

Detektiv Conan 64

Autor: Gosho Aoyama
Zeichner: Gosho Aoyama

Originaltitel: Meitantei Conan Vol. 64
64. Band der Reihe

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: November 2009
ISBN: 978-3-7704-7106-5
Preis: 6,00 EUR

192 Seiten
Inhalt
7.0
Zeichnungen
8.0
Verarbeitung
7.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.5

Wertung:
7.5
von 10
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Zum Inhalt:

Hauptkommissar Kiyonaga Matsumoto hat in jungen Jahren einen gemeingefährlichen Serienmörder gejagt. Nun sind es nur noch wenige Tage bis zur Verjährung dieser Mordserie, da taucht plötzlich ein Tatverdächtiger auf! Als Hinweis auf den Täter von damals dient der Beatles-Klassiker "Let it be", den der Mörder immer vor sich hingepfiffen hat. Doch welche unglaubliche Wahrheit verbirgt sich wirklich hinter diesem Fall?! Des Weiteren warten noch ein Fall um eine Makrele, einen Karpfen, eine Meerbrasse und einen Steinbutt sowie der Auftakt zu einem neuen Showdown mit Kaito Kid auf Conan & Co.!

Meinung:

Der 64. "Detektiv Conan"-Band von Gosho Aoyama beginnt wieder einmal am Meer. Zusammen mit Herrn Ejiri, einem Bekannten von Professor Agasa, sind Conan, Ai und ihre drei Freunde von den Detective Boys zum Fischen auf eine Insel gefahren. Als sie von dem Boot abgeholt werden, das sie nach Hause bringen soll, müssen sie zu ihrem Erstaunen feststellen, dass nicht der freundliche Professor, sondern sein neuer Nachbar Subaru Okiya die Kinder abholt.

Für Ai beginnen bange Stunden, befürchtet sie doch, dass Herr Okiya ein Mitglied der kriminellen Schwarzen Organisation ist und sie wiedererkennen könnte. Umso schlimmer ist es für sie, als die Gruppe auf der Heimreise an einer kleinen Insel vor Anker geht und dort eine tote Taucherin findet. Je länger Ai mit Subaru Okiya auf engem Raum ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass er hinter ihr Geheimnis kommt. Conan Edogawa macht sich hingegen weniger Gedanken über die Schwarze Organisation und beschäftigt sich lieber mit der rätselhaften Botschaft, die die ermordete Frau vor ihrem Tod hinterlassen hat.

Ein weiterer Fall führt den Leser zu einer blinden Dame, die einen großen Lottogewinn dem Mann überlassen will, der ihr als Kind das Leben rettete. Doch da sie diese Nachricht über das Fernsehen verkündete, finden sich schnell mehrere Anwärter auf das Geld in ihrem Haus ein. Nun soll Detektiv Kogoro Mori herausfinden, wer der echte Lebensretter ist, und natürlich begleiten ihn auch bei diesem Auftrag seine Tochter Ran und ihr kleiner Hausgast Conan.

Überraschenderweise entdecken die drei eine Verbindung zwischen den Betrügern im Haus der reichen Dame und einer beinah verjährten Mordserie. Für Hauptkommissar Matsumoto wurde die Jagd nach diesem Mörder zu einer persönlichen Sache, während sie den Polizisten Takagi beinah das Leben kostet. So ist es auch nicht überraschend, dass dieser ausführlich dargestellte Fall eindeutig die spannendste Ermittlung in diesem "Detektiv Conan"-Band ist und den meisten Raum einnimmt. Hier kann der Leser miträtseln und muss um das Leben des sympathischen Takagi bangen.

Doch auch die eher ruhigere Detektivarbeit bei dem Mord an der Taucherin bietet wieder eine Menge Unterhaltung. Obwohl es für die meisten westlichen Leser nicht möglich ist mitzuraten, wenn die Lösung auf der Kenntnis der japanischen Schriftzeichen basiert, bieten der geheimnisvolle Subaru Okiya und seine eventuelle Mitgliedschaft in der Schwarzen Organisation genügend spannende Momente, um die Aufmerksamkeit zu fesseln.

Es ist wirklich erstaunlich, wie es Gosho Aoyama auch nach so vielen Bänden immer wieder gelingt, sich faszinierende und unterhaltsame Kriminalfälle für seine Leser auszudenken und seine Figuren so kontinuierlich weiterzuentwickeln. Auch wenn der Mangaka die Hintergrundhandlung um die Schwarze Organisation und Conans Verwandlung in einen Grundschüler gerade nicht weiterführt, gibt es doch immer wieder genügend Andeutungen und Verdächtige, dass man diesen Part der Geschichte ständig präsent hat.

So bewegt sich auch der 64. Teil der Detektiv-Conan-Reihe auf dem gewohnt hohen Niveau und sorgt beim Leser für einige spannende und amüsante Momente. Auch die Qualität der Zeichnungen von Gosho Aoyama hat im Laufe der Zeit nicht nachgelassen. Viele kleine Details sorgen nicht nur für eine wunderbare Umsetzung der jeweiligen Stimmungen, sondern auch dafür, dass der Leser seine eigenen Schlussfolgerungen zu den Verbrechen ziehen kann.

Fazit:

Wie es der Leser bei dieser Reihe erwartet, bietet Gosho Aoyama auch mit dem 64. Band seiner "Detektiv Conan"-Manga wieder eine Menge Spannung und Unterhaltung. Obwohl die große Hintergrundgeschichte um die Schwarze Organisation erst einmal nicht weiter verfolgt wird, sorgt der Mangaka dafür, dass man diesen Teil der Handlung nicht aus den Augen verliert. Doch vor allem der größte Fall in diesem Band rund um eine schon fast verjährte Mordserie fordert die ermittlerischen Fähigkeiten der Hauptfigur Conan - und mit ihm die des Lesers. Auch zeichnerisch gelingt es Gosho Aoyama, das in den vorhergehenden Teilen gesetzte Niveau zu halten und auf die vielen Kleinigkeiten einzugehen, die einen Kriminalfall zu etwas Besonderem machen.
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