Mürrische Monster 
Bücher: Belletristik Fantasy
Geschrieben von Ramona Böhm   
Sonntag, 24. Januar 2010

Mürrische Monster

Originaltitel: Demoneater
Übersetzt von: Joannis Stefanidis

2. Band der Reihe

Verlag: Penhaligon
Erschienen: November 2009
ISBN: 978-3-7645-3023-5
Preis: 14,95 EUR

256 Seiten
Inhalt
3.0
Preis/Leistung
7.0
Gesamtwertung
3.4

Wertung:
3.4
von 10
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Zum Inhalt:

Der 17-jährige Nate Grimlock ist ein Dämonenhüter und lebt gemeinsam mit seinem Lehrling Richie in einem Haus voller Dämonen und Monster. Er muss die magischen Wesen, die in der Stadt Seattle zu großes Chaos anrichten, einfangen und im Haus behüten. Keine leichte Aufgabe, denn die Dämonen haben nur eines im Sinn: Chaos stiften. Doch eines Tages verschwinden einige der Dämonen auf seltsame Weise und die Legende vom Dämonenfresser erwacht zum Leben.

Meinung:

Nach "Dämliche Dämonen" ist "Mürrische Monster" der zweite Band von Royce Buckingham, der sich um den Dämonenhüter Nate Grimlock dreht. Seine ungewöhnliche Gabe sorgt dafür, dass er Dämonen und Monster sehen kann. Deshalb wurde er mit gerade mal 17 Jahren von seinem Lehrmeister Dahliwahl zum Nachfolger gewählt. Nachdem der Inder durch den Dürren Mann ermordet wurde, ist es Nates Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die vielen Dämonen sein Haus nicht verlassen.

Denn freigelassene Monster verändern ihr Wesen, sodass sie blindlings Chaos schüren, ohne sich der manchmal schlimmen Konsequenzen bewusst zu sein. So ist es auch mit Zunder und Kail, den ehemaligen Gehilfen des Dürren Mannes. Die Feuer- und Spaltdämonen mischen Seattle gehörig auf: Kail beispielsweise spaltet Straßen und wird sogar so stark, dass er ganze Häuser zerstört. Nun liegt es an Nate und seinem Lehrling, dem Straßenjungen Richie, die beiden Dämonen wieder einzufangen.

Außerdem ist ein riesiger Fremont-Troll von seinem angestammten Platz unter der Aurora-Avenue-Brücke verschwunden. Gemeinsam mit Sandy, Nates Freundin, begeben sich die beiden Jungen auf die Suche nach den Ausreißern und treffen dabei auf den Dämonenfresser. Eine Legende besagt, dass er einst selbst ein Dämonenhüter war und aus der Not heraus - er war auf hoher See schiffbrüchig - Dämonen aß, um zu überleben.

Aber die drei Freunde treffen auch noch auf das Hippiemädchen Lilli. Sie ist mit derselben Gabe wie Nate und Richie ausgestattet und sammelt künstlerische Chaosdämonen. Dazu gehören unter anderem Graffitis aus U-Bahnen oder andere vergängliche Kunstwerke, die das Mädchen vor der Zerstörung rettet. Doch ihre Anwesenheit schürt Zwist zwischen den Freunden: Nate ist völlig angetan von dem Mädchen, das die Dämonen in einem ganz anderen - positiveren - Licht sieht als er selbst und Sandy kann ihre Eifersucht kaum bändigen. Dann passiert etwas Schreckliches: Lillis Dämonen verschwinden von einem Tag auf den anderen und ihr bunter, lebensfroher Bus, in dem sie mit den chaotischen Wesen gewohnt hat, gleicht einem Friedhof.

Der zweite Band aus Royce Buckinghams Dämonen-Reihe, "Mürrische Monster", bietet dem Leser neue Gestalten und viel Chaos obendrauf. Buckinghams kleine Wesen sind kurios, wild und putzig, können aber genauso gefährlich, unbeherrschbar und monströs sein. Dennoch lässt die Handlung einiges zu wünschen übrig. Der Autor flicht in sein Buch eine Teeniegeschichte ein, die leider nur sehr oberflächlich ausgestaltet ist.

In "Mürrische Monster" wachsen die lustigen und kuriosen Dämonen, die sich der Autor ausgedacht hat, einem schnell ans Herz. Sie besitzen allesamt unterschiedliche Charakterzüge und sorgen mit ihren Einfällen für Schmunzelalarm. Leider kann Royce Buckingham den Leser aber mit den restlichen Elementen nicht überzeugen. Die Dialoge wirken flach und nicht dem Alter seiner Figuren entsprechend. Er stellt Jugendprobleme dar - wie die erste große Liebe und Eifersucht -, kann diese aber nicht in notwendigem Maß wiedergeben. Die Charaktere sind nicht ausgereift, ihre Handlungen stereotyp und schon seitenweise vorhersehbar. So gelingt es dem Autor nicht, auch nur ein bisschen Spannung aufzubauen. Und obwohl er sich an eine sehr junge Zielgruppe wendet, sind einige Szenen ganz und gar nicht für Kinder geeignet. Ein Beispiel hierfür sind die Stellen, in denen den Dämonen der Chaos-Lebenssaft ausgesaugt wird und diese liebenswerten Wesen sterben.

Fazit:

Obwohl Royce Buckinghams zweiter Roman "Mürrische Monster" viele lustige und chaotische Dämonen bietet, die den Leser zum Schmunzeln bringen, gibt es zu viele Punkte, die einem negativ auffallen. Die Handlung des Buches bleibt die gesamte Geschichte hindurch ziemlich oberflächlich und die Protagonisten sind ebenso stereotyp wie ihre Verhaltensweisen dargestellt. Auch die Dialoge, die sehr konstruiert und gezwungen jugendlich wirken, sind nicht dazu geeignet, die Aufmerksamkeit des Lesers zu fesseln oder gar Spannung aufkommen zu lassen. Die Grundidee zu diesem Buch mag zwar interessant sein, sorgt aber nicht für so angenehmen Lesegenuss, dass man auch den Kauf einer weiteren Fortsetzung der Geschichte um den Dämonenhüter Nate in Betracht ziehen mag.
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