Blood+ Adagio 1 
Comics: Manga Horror & Mystery
Geschrieben von Konstanze Tants   
Mittwoch, 27. Januar 2010

Blood+ Adagio 1

Zeichner: Kumiko Suekane

Originaltitel: Blood+ A Vol. 1
Übersetzt von: John Schmitt-Weigand

Reihe: Blood+ Adagio
1. Band der Reihe

Verlag: Carlsen Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: Juli 2009
ISBN: 978-3-551-76761-5
Preis: 6,95 EUR

154 Seiten
Inhalt
8.0
Zeichnungen
8.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
7.0
Gesamtwertung
7.9

Wertung:
7.9
von 10
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Zum Inhalt:

Im Auftrag der Organisation Red Shield reisen Saya und Haji nach Petrograd, dem Sitz des russischen Zaren, um die vampirartigen Chiropteran, die sich dort in harmloser Gestalt verstecken, aufzuspüren und zu vernichten. Nachdem Saya den ersten Chiropteran überführt hat, droht die Situation am Hofe des Zaren zu eskalieren ...

Meinung:

Die zweiteilige Reihe "Blood+ Adagio" erzählt eine Vorgeschichte zu der Mangaserie "Blood+", in der die Hauptfigur Saya und ihr Begleiter Haji in ein Abenteuer am Hof des russischen Zaren verwickelt werden. Auch wenn man für diese Geschichte weder Vorkenntnisse aus dem Film "Blood: The Last Vampire", der Animeserie "Blood+" oder den darauf basierenden Manga benötigt, so erleichtert es einem den Einstieg in Sayas Welt, wenn man zumindest die fünf schon im Carlsen-Verlag erschienenen "Blood+"-Teile gelesen hat.

Doch während "Blood+" dem Leser eine Geschichte präsentierte, die in der heutigen Zeit spielt, führt einen "Blood+ Adagio" in das historische Petrograd im Jahr 1916. Die Blütezeit der Zaren ist vorbei und voller Misstrauen beobachtet der Adel den Einfluss, den der bürgerliche Priester Grigori Rasputin auf Zar Nikolaus II. ausübt. In dieser unruhigen Zeit bewerben sich Saya und Haji als Musikanten am Hof. Doch für den Leser steht schnell fest, dass die beiden nicht zu ihrem privaten Vergnügen reisen.

Während Haji für die Tarnung als Musiker und den Schutz Sayas zuständig ist, soll das Mädchen in Petrograd herausfinden, wie es sein kann, dass immer mehr Chiropteran in der russischen Stadt auftauchen. Doch vor allem ist es Sayas Aufgabe, die blutrünstigen Monster zu vernichten, bevor sie allzu großen Schaden anrichten können. Beauftragt wurde sie von "Red Shield", einer Organisation, die sich schon vor langer Zeit Sayas annahm und die sich vorgenommen hat, die Welt von Chiropterans zu befreien.

Aber als Saya ihr erstes Ziel identifiziert und getötet hat, muss sie zu ihrem großen Erschrecken feststellen, dass ihr Opfer gar keins dieser vampirischen Monster war. Während sie noch mit den Schuldgefühlen wegen ihres Mordes kämpft, gerät Haji in große Gefahr. Überraschenderweise gibt es unter den Musikern am Zarenhof jemanden, der weiß, dass Haji kein einfacher Cellist, sondern Sayas Chevalier ist. Und diese Person plant ihr ganz eigenes Spiel mit den beiden.

Parallel dazu erfährt der Leser einige Hintergründe über die politische Situation am Zarenhof und wie es dazu kommen konnte, dass Grigori Rasputin so viel Einfluss auf die Zarin erhielt. Auch die Krankheit des Kronprinzen Alexej, der neben seiner lebhaften Schwester Anastasia regelrecht verblasst, wird in diesem Manga thematisiert. So wird Sayas Geschichte mit den Geschehnissen am Zarenhof zu einer spannenden Handlung verwoben, die den Leser sehr neugierig auf den zweiten Teil dieser Mini-Reihe macht.

"Blood+ Adagio" bietet (wie schon "Blood+") nicht nur eine gewöhnliche Horrorstory, in der historische Elemente aufgenommen wurden. Saya ist mehr als nur eine Person, die mit Hilfe ihres getreuen Hajis Chiropteran bekämpfen muss. Sie ist eigentlich nichts anderes als ein Mädchen, das zwar seine Aufgabe so gut wie möglich erfüllen, aber gleichzeitig in Ruhe und Frieden leben möchte. Neben ihrem Zwiespalt gegenüber ihren Pflichten quält sie die Tatsache, dass ihr Wesen es ihr unmöglich macht, wie ein normaler Mensch Freundschaften zu schließen. Und auch die anderen Elemente der Handlung zeigen, dass noch lange nicht alle Beweggründe der beteiligten Figuren offengelegt wurden.

Während "Blood+" von Asuka Katsura geschaffen wurde, ist für "Blood+ Adagio" die Mangaka Kumiko Suekane verantwortlich. Angenehmerweise ähneln sich die Stile der beiden Künstler so sehr, dass der Leser sich bei den Charakteren nicht einmal umgewöhnen muss. Und doch ist Kumiko Suekanes Strich etwas feiner als der von Asuka Katsura, was dafür sorgt, dass die Actionszenen - trotz der vorhandenen Spannung - weniger brutal wirken als in "Blood+". Dennoch sollte die "ab 16"-Altersempfehlung des Verlags eingehalten werden, da auch in dieser Geschichte mit blutigen Schreckensmomenten nicht gegeizt wird.

Fazit:

Mit "Blood+ Adagio" erfährt der Leser weitere Hintergründe über Saya, die schon in der ebenfalls bei Carlsen erschienenen Manga-Reihe "Blood+" eine Hauptrolle spielte. Dieses Mal verschlägt es das Mädchen zusammen mit seinem Chevalier Haji an den Hof des russischen Zaren, wo es in eine unheimliche Geschichte rund um Grigori Rasputin verwickelt wird. Die Handlung wird von der Mangaka Kumiko Suekane mit feinen und detaillierten Zeichnungen umgesetzt, die aufgrund ihrer Zartheit etwas weniger brutal wirken, als es die Arbeiten von Asuka Katsura in "Blood+" taten.
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