Die Einhorn-Chroniken 1: Das Tor zwischen den Welten  Redaktionstipp
Bücher: Belletristik Kinder & Jugend
Geschrieben von Konstanze Tants   
Mittwoch, 27. Januar 2010

Die Einhorn-Chroniken 1: Das Tor zwischen den Welten

Originaltitel: Into the Land of the Unicorns / Song of the Wanderer
Übersetzt von: Elke Karl

1. Band der Reihe

Untergenre: Fantasy
Verlag: Loewe
Erschienen: September 2009
ISBN: 978-3-7855-6764-7
Preis: 9,95 EUR

478 Seiten
Inhalt
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Zum Inhalt:

Zehn ... elf ... Angestrengt zählt Cara die Schläge der Kirchturmglocke, während sie hastig die steilen Stufen des Turms hochstürmt. Noch eine Stufe, durch die Luke und endlich steht sie im Freien! Unter sich die Straßen der Stadt - und hinter sich die Schritte eines unheimlichen Verfolgers. Was will er von ihr und ihrer Großmutter? Warum verfolgt er sie? Und soll sie tatsächlich einfach vom Turm springen, wie ihre Großmutter es ihr eingeschärft hat? ZWÖLF! Cara hat keine Zeit mehr, weiter nachzudenken - sie stößt sich vom Boden ab und lässt sich fallen ... Plötzlich findet Cara sich in einer magischen Welt zwischen wundersamen Wesen wieder - in Kirin, dem Land der Einhörner! Doch dem verzauberten Reich droht Gefahr und nur Cara hat die Macht, Kirin vor Verderben und Zerstörung zu bewahren.

Meinung:

Mit dem Titel "Das Tor zwischen den Welten" veröffentlicht der Loewe-Verlag die ersten beiden amerikanischen Bände der Reihe "Die Einhorn-Chroniken". Leider hat es der Verlag versäumt, den Wechsel von einem Buch zum anderen kenntlich zu machen. So ist man als Leser erst einmal verwundert darüber, dass in der Mitte des Buches auf einmal lauter Details erklärt werden, die man gerade erst gelesen hat. Ob auch bei den zukünftigen Titeln diese für die deutschen Leser großzügige Verlagspolitik beibehalten wird, lässt sich leider nicht herausfinden. Bruce Coville ist in Deutschland bislang für seine Geschichten rund um den "Zauberladen" bekannt geworden, die magische Elemente in eine ansonsten realistische Welt bringen. Mit "Die Einhorn-Chroniken" führt der Autor den Leser in eine wunderbare Märchenwelt voller klassischer Figuren und Gefahren für die junge Cara, die nur wenig Berührungspunkte mit unserer Erde hat.

Als Cara mit ihrer Großmutter von der Bibliothek aus nach Hause geht, bemerkt sie, dass ein Mann sie die ganze Zeit verfolgt. Eigentlich hofft sie, dass sie sich irrt, doch als sie ihrer Oma Ivy davon erzählt, flüchtet diese panisch mit Cara in eine Kirche. Der unheimliche Fremde lässt sich jedoch nicht so einfach abschütteln und deshalb überreicht die Großmutter Cara ihr kostbares Amulett und trägt ihr auf, beim zwölften Glockenschlag mit dem Schmuckstück in der Hand vom Kirchturm zu springen.

So sehr Cara sich auch fürchtet, vertraut sie doch auch ihrer Großmutter. Nach dem Sprung vom Turm findet sich das Mädchen in einer ungewöhnlichen Welt wieder. Noch während sie versucht, sich zurechtzufinden, wird sie von einem boshaften, koboldartigen Wesen angegriffen. Nur mit der Hilfe des Einhorns Lightfoot und dem Dumbeltum (einem bärenartigen, fantastischen Wesen) überlebt Cara diese erste Begegnung mit einem der gefährlichen Bewohner der fremdartigen Welt Kirin.

Schnell stellt sich heraus, dass nicht nur einige der boshafteren Wesen eine Gefahr für Cara darstellen, sondern auch das Mädchen - oder eher noch das Amulett, das es bei sich trägt - für Kirin zur Bedrohung werden könnte. Denn Großmutter Ivys Schmuckstück stammt aus dieser magischen Welt und könnte den Jägern, zu denen auch der Fremde gehörte, der das Mädchen und seine Großmutter verfolgt hatte, Zutritt nach Kirin gewähren. Doch dies darf niemals geschehen, denn die Jäger haben es sich zur Aufgabe gemacht, jedes existierende Einhorn zu töten.

Auf ihrer Reise muss Cara mit der Hilfe ihrer neuen Freunde Lightfoot, dem Dumbeltum und dem lustigen Skijum viele Gefahren bestehen. Und sie erfährt auch einiges über die Verbindung, die zwischen ihrer Großmutter Ivy und dem Land der Einhörner besteht. Doch so märchenhaft und bezaubernd viele Szenen in dieser Geschichte sind, so gibt es doch auch einige furchtbare und beängstigende Momente, die nicht für jedes Kind ab zehn Jahren geeignet sein dürften.

Insgesamt fügen sich diese erschreckenderen Momente aber gelungen in die ansonsten zauberhafte Stimmung ein, die Bruce Coville mit "Das Tor zwischen den Welten" erschafft. Der Autor erzählt mit Caras Abenteuern in der Welt Kirin eine Geschichte, die viele vertraute Figuren aus den klassischen Hausmärchen verwendet, und verwebt diese mit moderneren Elementen und sehr sympathischen Persönlichkeiten.

Neben Cara wachsen dem Leser vor allem die fantastischen Wesen ans Herz, die das Mädchen auf seiner Reise begleiten. Man lacht über die überraschenden Aktionen des quirligen Skijums, fühlt sich in der Gegenwart des bärenhaften Dumbeltum beschützt und möchte seinen Kummer mit dem freundlichen Lightfoot teilen. Geschickt gelingt es Bruce Coville, den Leser so in den Bann der Geschichte zu ziehen, dass er mit den Protagonisten mitfühlt und kaum erwarten kann, wie die Handlung wohl weitergehen wird.

Fazit:

Mit "Das Tor zwischen den Welten" bietet Bruce Coville dem Leser eine wunderschöne Geschichte voller klassischer Märchenelemente. Zusammen mit Cara kann man eine fantastische Welt voller Einhörner und anderer magischer Wesen entdecken. Doch auch Gefahren lauern in der zauberhaften Welt Kirin, sodass der Leser mit den liebgewonnenen Charakteren spannende Abenteuer und wunderschöne Momente erleben kann. Auch wenn einige Szene für sensiblere Leser vielleicht nicht geeignet sind, kann man bei einem so gelungenen Märchen die Fortsetzung kaum erwarten.
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