Dämonenhunger 
Bücher: Belletristik Fantasy
Geschrieben von Konstanze Tants   
Samstag, 12. Dezember 2009

Dämonenhunger

Originaltitel: Epoch
Übersetzt von: Sabine Reinhardus

Verlag: Knaur
Erschienen: Juli 2009
ISBN: 978-3-426-50332-4
Preis: 8,95 EUR

298 Seiten
Inhalt
7.0
Preis/Leistung
6.0
Gesamtwertung
6.9

Wertung:
6.9
von 10
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Zum Inhalt:

So richtig leicht hat Vincent es nicht: Sein Bruder nervt, seine Eltern gehören einer merkwürdigen Sekte an - und dann erfährt er auch noch von einem übellaunigen Elf, dass die Vernichtung der Menschheit durch hungrige Dämonen unmittelbar bevorsteht. So etwas kann einem wirklich den Tag versauen! Also muss Vincent sich schleunigst darum kümmern, die Welt zu retten. Falls das überhaupt noch möglich ist ...

Meinung:

Laut Verlagsseite will der Autor Timothy Carter mit seinen Büchern vor allem eins: Seinen Lesern Spaß bereiten. Und genau das gelingt ihm mit dem Roman "Dämonenhunger" auch hervorragend. Die Hauptfigur Vincent hat es nicht leicht im Leben. Seine Eltern gehören einer seltsamen Sekte an, die ihr ganzes Leben bestimmt, und es gelingt ihm nur selten, die Erwartungen seiner Familie an sein Verhalten zu erfüllen.

Als er dann bei einer Schulveranstaltung einen Dämon entdeckt, bringt dies sein ganzes Weltbild durcheinander. Haben seine Eltern mit ihren religiösen Ansichten vielleicht doch recht - und spielt dies angesichts des drohenden Weltuntergangs überhaupt noch eine Rolle? Mit aller Kraft versucht Vincent herauszufinden, wie die Erde noch gerettet werden kann, und muss sich dabei mit übernatürlichen Wesen aller Art herumschlagen. Immerhin findet er unter diesen auch ein paar Helfer, die ihn, seinen Freund Big Tom und seine ehemalige Babysitterin Chanteuse unterstützen.

Von Anfang an macht Timothy Carter dem Leser klar, dass er sich keine Hoffnungen machen soll. Der Weltuntergang steht bevor und nichts, was Vincent unternehmen wird, kann diesen verhindern. Und wer sich immer noch in dem Glauben wiegt, dass ein solches Buch ein Happyend haben muss, der wird beim Anblick der Kapitelüberschriften wohl doch ins Zweifeln kommen. Denn ganz unüblich beginnt der Roman mit dem dreißigsten Kapitel, um dann mit der Nummer eins zu enden.

Vincent ist ein Held wieder Willen. Es fällt ihm anfangs sehr schwer, zwischen Dämonen und anderen übernatürlichen Wesen zu unterscheiden, vor allem, da Timothy Carter auch nicht gerade zimperlich mit der von Märchen geprägten Sicht des Lesers auf magische Kreaturen umgeht. Statt niedlicher und zauberhafter Feen und Elfen begegnen einem hier herrische Figuren, die Vincent quälen und versklaven - und einige von ihnen würden nur zu gern die Welt untergehen lassen, wenn dies auch das Ende der Menschheit bedeutet.

Obwohl die Kürze der Kapitel, die eingängige Ausdrucksweise und die Vorhersehbarkeit einiger Handlungselemente zeigen, dass die Geschichte eindeutig als Jugendbuch konzipiert wurde, zieht sich ein wunderbar böser Humor durch den gesamten Roman. Im Kontrast dazu stehen die vielen Gewaltszenen, die so übertrieben sind, dass sie eher an vergleichbare Momente in Trickfilmklassikern wie "Tom und Jerry" erinnern und wenig Erschrecken aufkommen lassen.

Besonders tiefsinnig ist die Geschichte in "Dämonenhunger" nicht, aber trotzdem gibt es vom Autor eine Menge Seitenhiebe gegen unsere heutige Zivilisation und gegen den Umgang des Menschen mit der Natur. Doch vor allem sorgt der leichte und amüsante Schreibstil von Timothy Carter dafür, dass sich der Leser gut unterhalten fühlt. So ist dieser Roman zwar keine anspruchsvolle, aber eine kurzweilige Lektüre für zwischendurch, die auch so manchem erwachsenen Leser zusagen wird.

Ein unübersehbares Manko gibt es allerdings bei dieser Taschenbuchausgabe: Betrachtet man die geringe Seitenanzahl und die große Schrift, können auch die liebevoll gezeichneten Dämonen am Anfang eines Kapitels und der hervorgehobene Titel auf dem Cover nicht davon ablenken, dass der Knaur-Verlag den Preis für diese Ausgabe doch etwas hoch angesetzt hat.

Fazit:

Mit seinem Roman "Dämonenhunger" kreiert Timothy Carters ein erstaunlich amüsantes Weltuntergangsszenario. Vincent als Held wieder Willen und eine ganz ungewöhnliche Schar übernatürlicher Wesen sorgen für ein paar unterhaltsame Stunden beim Leser. Auch wenn die Kapitelkürze neben einigen anderen Aspekten nahelegt, dass dieses Buch für Jugendliche konzipiert wurde, wird sich auch ein erwachsener Leser an dem schwarzen Humor des Autors erfreuen können. Leider hat der Knaur-Verlag den Preis für diese Taschenbuchausgabe etwas hoch angesetzt, aber trotzdem lohnt sich ein Blick in diesen kurzweiligen Roman voller boshafter Feen, Elfen und natürlich Dämonen.
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