Detektiv Conan 62 
Comics: Manga Krimi & Thriller
Geschrieben von Konstanze Tants   
Donnerstag, 10. September 2009

Detektiv Conan 62

Autor: Gosho Aoyama
Zeichner: Gosho Aoyama

Originaltitel: Meitantei Conan Vol. 62
62. Band der Reihe

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: Juni 2009
ISBN: 978-3-7704-7045-7
Preis: 6,00 EUR

192 Seiten
Inhalt
7.0
Zeichnungen
8.0
Verarbeitung
7.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.5

Wertung:
7.5
von 10
Jetzt kaufen



Zum Inhalt:

Nach langer Zeit steht endlich mal wieder eine Rückverwandlung von Conan in Shinichi an. Aber die ganze Situation ist wieder einmal komplizierter, als man es sich für Ran und ihren Shinichi erhofft hat. Anscheinend leidet Shinichi an einer Amnesie - und dabei müsste er sich dringend an ein paar Ereignisse erinnern, die sich bei Ermittlungen in einem Kriminalfall vor einigen Jahren zugetragen haben. Doch dann stellt sich heraus, dass sich hinter Shinichis Gedächtnisverlust eine überraschende und schockierende Wahrheit verbirgt!

Meinung:

Nachdem der vorherige Band der Detektiv-Conan-Reihe relativ unspektakulär war, geht es im 62. Teil erst einmal mit dem Fall rund um das blutige Hemd von Sugihito Enomoto weiter. Der Bruder von Azusa, die in Kogoro Moris Lieblingscafé arbeitet, wird verdächtigt, seinen Arbeitgeber ermordet zu haben. Doch der Polizist Takagi verliert Azusa, die die einzige Spur zum vermutlichen Täter darstellt, aus den Augen.

Der zweite Fall bringt ein Wiedersehen mit Ran Moris Mutter Eri, die von einer Klientin, der Judoka Yuko Arisawa, gebeten wird, ihren Mann wegen eines Stalkers zu beraten. Doch als Eri zusammen mit ihrer Tochter Ran und Conan Yuko nach Hause begleitet, finden die vier Shiro Arisawa ermordet vor. Recht schnell gelingt es Conan, die verschiedenen Hinweise auf den Täter zusammenzupuzzeln, und auch Eri durchschaut bald, was passiert ist.

Diese Begebenheit nutzt Gosho Aoyama wieder einmal, um die Beziehung zwischen Eri und ihrem Mann Kogoro Mori darzustellen. Auch wenn die beiden nicht miteinander leben können und sich der Detektiv ihr gegenüber von seiner schlechtesten Seite zeigt, versucht er doch auch immer wieder, seiner Frau zu helfen.

Mit dem nächsten Kapitel, "Lokaler Unmut", beginnt der größte Fall in diesem Detektiv-Conan-Band. Der Schülerdetektiv Heiji Hatori, der zu den wenigen Personen gehört, die wissen, dass sich hinter dem kleinen Conan Edogawa der berühmte Shinichi Kudo verbirgt, reist zusammen mit seiner Freundin sowie Conan, Ran und Kogoro Mori in einen kleinen Ort. Hier hatte Shinichi vor einiger Zeit einen Fall gelöst, bei dem er zu dem Schluss gekommen war, dass der Bürgermeister seine Frau getötet hatte, um danach Selbstmord zu begehen. Kein Mensch in dem Ort glaubt an dieses Ermittlungsergebnis und als feststeht, dass die fünf Besucher Bekannte von Shinichi sind, müssen sie so manche Anfeindung überstehen.

Doch für Ran beinhaltet diese Reise weit mehr als nur die Beschäftigung mit einem alten Fall ihres Freundes. Kaum angekommen, verschwindet Conan und bei der Suche nach ihm stolpern sie über Shinichi, der sich an nichts erinnern kann. Während sich die anderen um die Auflösung des alten Falles und das Rätsel des "Teufels aus dem Wald" bemühen, verzweifelt die junge Frau an ihren Gefühlen für Shinichi. So lange schon sehnt sie sich danach, ihren Freund wiederzusehen - und nun ist er ihr vollkommen fremd.

Heiji hingegen ist bei diesem Kriminalfall wieder einmal mehrfach gefordert. Er muss nicht nur das rätselhafte Verschwinden von Conan vertuschen, sondern erfährt auch von Professor Agasa, dass dieser für Conans Rückverwandlung verantwortlich ist. Doch leider wird sie nur einen Tag lang anhalten, sodass Heiji nicht viel Zeit hat, um den Freund vor einer Entdeckung zu schützen und den alten Fall um den toten Bürgermeister und seine Frau aufzuklären. Diese Geschichte ist eine wunderbare Abwechslung zu den normalen Kriminalfällen, die der kleine Detektiv regelmäßig zu lösen hat. Shinichis Verwandlung und Rans Reaktion auf den so lang vermissten Freund bieten Gosho Aoyama die Möglichkeit, die ganze Tragik in der Beziehung der beiden aufzuzeigen. Aber auch der Fall und die damit verbundenen Rätsel bilden wieder eine ansprechende Herausforderung für den Leser.

Auch wenn man nach so vielen Bänden schon eine gewisse Routine entwickelt hat, um die von Gosho Aoyama dargestellten Kriminalfälle zu klären, ist es immer wieder reizvoll, mit Hilfe der liebevollen und detaillierten Zeichnungen jeden Entwicklungsschritt nachvollziehen zu können und mit seinen eigenen Schlussfolgerungen der Lösung immer ein Stück voraus zu sein. Die letzten Szenen in diesem Manga versprechen für den kommenden Teil einen interessanten Mordfall in einem geschlossenen Raum und machen so Lust auf den nächsten Band dieser spannenden Reihe.

Fazit:

Mit dem 62. Band der Detektiv-Conan-Reihe bietet der Mangaka Gosho Aoyama dem Leser wieder die gewohnte, reizvolle Krimikost. Besonders die Kapitel, in denen sich der kleine Conan Edogawa in den berühmten Schülerdetektiv Shinichi Kudo zurückverwandelt, präsentieren nicht nur einen interessanten Kriminalfall, sondern auch sehr berührende Szenen. Shinichi scheint unter Amnesie zu leiden und während sich Heiji Hatori und Kogoro Mori um die Auflösung eines schon länger zurückliegenden Mordes bemühen, kämpft Shinichis Freundin Ran mit ihren anscheinend erkalteten Gefühlen für den Freund, den sie schon so lange nicht mehr gesehen hat. Auch zeichnerisch kann Gosho Aoyama wieder überzeugen, denn seine detaillierten Darstellungen ermöglichen es dem Leser, jeden Ermittlungsschritt nachzuvollziehen und sich seine eigenen Gedanken um die Hintergründe einer Tat zu machen.
Weiterführende Infos