Tribal 12 1 
Comics: Manga Allgemeines
Geschrieben von Manuel Tants   
Donnerstag, 18. Juni 2009

Tribal 12 1

Autor: Yuko Osada
Zeichner: Yuko Osada

Originaltitel: Tribal 12 Vol.1
Reihe: Tribal 12
1. Band der Reihe

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: April 2009
ISBN: 978-3-7704-7086-0
Preis: 6,50 EUR

192 Seiten
Inhalt
7.0
Zeichnungen
7.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.2

Wertung:
7.2
von 10
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Zum Inhalt:

Was wäre, wenn sich Gedanken mühelos zu etwas Realem manifestieren würden? Entwickelt von einer genialen Wissenschaftlerin, hat eine neu entwickelte metaphysische Substanz genau diese Eigenschaft! Als sich diese Substanz durch einen gefährlichen Zwischenfall auf der ganzen Welt ausbreitet und dunkle Kreaturen daraus entstehen, scheint die Menschheit bereits verloren. Ein explosiver Kampf entbrennt, und nur "TWELVE" ist in der Lage, die metaphysischen Partikel beherrschen!

Meinung:

Seit vor neun Jahren bei einem Unfall überall auf der Welt die so genannten "Metaphysica"-Teilchen freigesetzt wurden, verfügen einige Menschen über die seltene Gabe, ihre Gedanken in die Realität umsetzen zu können. Dieses Talent wird von Insidern als "Vision" bezeichnet. Leider sorgen dieselben ominösen Metaphysica-Teilchen aber auch dafür, dass gewaltige steinerne Ruinen zum Leben erweckt werden und auf Wanderschaft durch die Welt gehen - ohne Rücksicht darauf, was sich in ihrem Weg befindet. Um diese unbelebten Ungeheuer, die "die Archaischen" genannt werden, aufzuhalten, wurde die Organisation "Twelve" gegründet, in der sich die Vision-Begabten zusammengeschlossen haben, um die Bevölkerung zu beschützen.

Ko Neriyasu ist der Musterschüler der Akademie der "Twelve": Er ist fleißig, gelehrig, ein großartiger Theoretiker und mit Leidenschaft bei der Sache. Damit steht er kurz davor, das zwölfte und letzte Kern-Mitglied dieser Gruppe zu werden. Nur die Abschlussprüfung steht noch aus. Doch am Vorabend der Prüfung, den er nach diversen Verwicklungen im Badehaus des jungen Oz verbringt, greifen unerwartet Archaische die Stadt an. Beim daraus resultierenden Kampf stellt sich allerdings heraus, dass bei Oz die Gabe der Vision noch viel stärker ausgeprägt ist als bei Ko. Folgerichtig wird Oz an Kos Stelle in die Reihen der Twelve aufgenommen - doch der unbefangene, impulsive Junge kann sich keine fünf Minuten lang konzentrieren, weiß nichts über die theoretischen Hintergründe der Vision und kann nicht einmal lesen und schreiben ...

Das Konzept von "Tribal 12" ist nicht unbedingt neu und wurde schon in unzähligen anderen Shonen-Manga (also Serien für junge, männliche Leser) angewandt - der zur Zeit populärste Titel dieser Art dürfte "Naruto" sein. Auch dort geht es um die Probleme, mit denen ein schulisch schwaches Naturtalent bei der Anwendung seiner überlegenen Kräfte konfrontiert wird. Doch trotz der klaren Parallelen kann "Tribal 12" einen gewissen eigenen Reiz entfalten und wirkt nicht wie der fade Aufguss einer verbrauchten Idee.

Die übrigen Mitglieder der "Twelve", von denen in diesem ersten Band nur die hasenohrige Kaguya länger auftritt, sind skurril genug, um den Leser zu amüsieren. Die Geschichte wird zudem phasenweise mit viel Witz präsentiert, weist jedoch auch so manche ernsthafte, ja geradezu dramatische Szene auf. Die Gratwanderung zwischen diesen beiden Polen gelingt Yuko Osada ausgesprochen gut. Gegen Ende des Auftaktbandes zeichnet sich zudem die Existenz einer auf die Apokalypse versessenen Gegen-Organisation ab, die in Zukunft sicher noch für spannende Konflikte sorgen wird.

Auch Yuko Osadas Zeichnungen können durchaus überzeugen. Die klaren und aufgeräumten, aber dynamischen Bilder setzen die Geschichte angemessen in Szene. Zwar können die Zeichnungen sich nicht ganz über den gehobenen Durchschnitt hinaus erheben, aber sie sind durchaus ansprechend geraten und besitzen eine gewisse eigene Ästhetik. Vor allem die Actionszenen sind gelungen gestaltet worden, doch auch die leicht übertriebene Mimik erzeugt viel Komik. Die Druckqualität ist gut und lässt sowohl Schwarzflächen deckend erscheinen als auch die Rasterung gut zur Geltung kommen.

Fazit:

Der erste Band von "Tribal 12" stellt einen recht gelungenen Auftakt für diese Shonen-Manga-Reihe dar. Zwar ist das Konzept im Kern nicht gerade taufrisch, aber die bekannten Erzählmechanismen und vertrauten Figurenkonstellationen wurden sympathisch umgesetzt und die Geschichte ist mit ihrer gekonnten Mischung aus Spaß und Ernst mehr als solide ausgestaltet worden. Auch die klaren, stilsicheren Zeichnungen können durchaus überzeugen. Yuko Osadas Helden, die ihre Gedanken wahr werden lassen können, haben in den nächsten Bänden sicher noch eine interessante Zukunft vor sich und so manchen spannenden Kampf zu bestehen.
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