Detektiv Conan 60 
Comics: Manga Krimi & Thriller
Geschrieben von Konstanze Tants   
Montag, 2. März 2009

Detektiv Conan 60

Autor: Gosho Aoyama
Zeichner: Gosho Aoyama

Originaltitel: Meitantei Conan Vol. 60
60. Band der Reihe

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: Februar 2009
ISBN: 978-3-7704-6951-2
Preis: 6,00 EUR

192 Seiten
Inhalt
7.0
Zeichnungen
8.0
Verarbeitung
7.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.5

Wertung:
7.5
von 10
Jetzt kaufen



Zum Inhalt:

Conan erhält die Information, dass die Organisation einen neuen Spürhund von der Leine gelassen haben soll. Was gedenkt er dagegen zu unternehmen? Doch zuerst gilt es, den Mordfall im Karaoke-Laden aufzuklären, und danach geht ein Haus in Flammen auf und der "Mann mit dem Hammer" um!

Meinung:

Mit der Nummer 60 der Detektiv-Conan-Reihe hinkt der deutsche Markt nur noch einen Band hinter den japanischen Originalausgaben her. Doch trotzdem muss kein Leser befürchten, dass mit diesem Jubiläum nun die Veröffentlichungen in einem größeren Abstand erfolgen, denn die kommenden Bände werden vom Verlag weiterhin im zweimonatigen Rhythmus angekündigt.

In dem aktuellen Manga findet der Leser vier verschiedene Fälle vor, die der kleine Detektiv Conan lösen muss. Auf die Hintergründe der Reihe rund um die Schwarze Organisation und die eigentliche Identität Conans wird hierbei kaum eingegangen (abgesehen davon, dass ein neues Mitglied der Verbrecherbande laut den Informationen des FBI demnächst in Tokio sein Unwesen treiben wird), auch wenn beim ersten Mord Eisuke Hondo erst einmal zu den Verdächtigen gehört. Der Mitschüler von Ran Mori, bei der Conan nach seiner unfreiwilligen Verjüngung Unterschlupf gefunden hatte, hat das Zeugenschutzprogramm des FBI verlassen und nach der Schule mit Ran und ihrer Freundin Sonoko in einer Karaoke-Bar feiern wollen. Erst die Frage nach der Mordwaffe bringt Conan auf die Spur des Täters, doch nach der Lösung des Falls stellt sich heraus, dass jemand hinter Conans Geheimnis gekommen ist.

Bei dem zweiten Auftrag für den Detektiv kommen seine Freunde, die Detective Boys, wieder ins Spiel. Ein Junge aus der ersten Klasse bittet die Grundschüler um Hilfe, da in dem Haus seines Vaters seltsame Dinge vorgehen. Einer der Nachbarn benimmt sich verdächtig und Kaito Sugiura will wissen, was dieser Mann vorhat. Doch als die Detective Boys am nächsten Tag bei Kaitos Wohnhaus ankommen, finden sie nur noch Trümmer vor. In der Nacht wurde das Haus angezündet, der kleine Junge liegt ohne Bewusstsein im Krankenhaus, und auch sein Vater wurde schwer verletzt. Die einzigen Hinweise für die Klärung dieser Tat findet Conan in dem seltsamen Spitznamen, den ihm Kaito verpasst hatte, und in dem Tagebuch des Jungen.

Noch kniffliger wird der Fall um den "Mann mit dem Hammer", der nachts Frauen im Park überfällt und niederschlägt. Die Polizei hat zwar einen Verdacht, wo der Täter wohnt, ist aber erst einmal nicht in der Lage herauszufinden, wer von den vier möglichen Personen wirklich der Verdächtige ist. Zuletzt beschäftigt sich Conan zusammen mit Ran und Kogoro Mori mit einem scheinbar unmöglichen Verbrechen in einem verschlossenen Raum.

Gosho Aoyama ermöglicht es dem Leser auch in diesem Band, bei jedem einzelnen Verbrechen mitzuknobeln und zu versuchen, den Täter vor der offiziellen Auflösung zu ermitteln. Diese Eigenschaft bei seinen Kriminalfällen sorgt - ebenso wie es die detaillierten Zeichnungen tun - für die langanhaltende Begeisterung der Leser. Auch wenn einem das Prinzip eines Tataufbaus schon vertraut vorkommt und es irgendwann auch keine wirklich neuen Motive für einen Mord zu geben scheint, wird man doch nicht müde, sich immer wieder fasziniert auf die neuen Fälle des Conan Edogawa zu stürzen.

Ein weiterer Grund für das schon sechzig Bände lang bestehende Interesse an dieser Mangareihe findet sich in der liebevollen Erzählweise von Gosho Aoyama. Der Leser wird, genauso wie der kleine Detektiv, emotional von den verschiedenen Geschichten berührt - und wenn ein Manga so melancholisch endet wie die Geschichte um den Mord im verschlossenen Raum, dann klingt das Gefühl auch noch eine Weile nach. Aber auch neue Informationen über die Schwarze Organisation, die an Conans Situation Schuld ist, und die immerwährende Bedrohung durch diese Verbrecherbande, sorgen dafür, dass auch nach so vielen Jahren mit der Detektiv-Conan-Reihe keine Langeweile aufkommt.

Fazit:

Obwohl die Detektiv-Conan-Reihe schon sechzig Bände umfasst, hat Gosho Aoyama in bewundernswerter Weise das recht hohe Niveau der Serie fast durchgehend gehalten. Zwar ist nicht jeder Fall immer unglaublich spannend oder stellt den Leser vor ein unlösbares Rätsel, doch die Tatsache, dass man immer so weit vom Autor informiert wird, wie es auch die Ermittler sind, und dank der detaillierten Zeichnungen immer das Gefühl hat, an der Lösung des Falles beteiligt zu sein, trägt durchgehend zur Befriedigung bei. Aber auch die berührende Erzählweise und die immer noch spannende Hintergrundgeschichte rund um die Schwarze Organisation sorgen dafür, dass der Leser auch weiterhin voller Interesse die Abenteuer des Detektivs Conan verfolgen wird.
Weiterführende Infos