Blood+ 1 
Comics: Manga Horror & Mystery
Geschrieben von Konstanze Tants   
Sonntag, 1. März 2009

Blood+ 1

Autor: Asuka Katsura
Zeichner: Asuka Katsura

Originaltitel: Blood+ Volume 1
Übersetzt von: John Schmitt-Weigand

Reihe: Blood+
1. Band der Reihe

Verlag: Carlsen Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: August 2008
ISBN: 978-3-551-76731-8
Preis: 6,50 EUR

212 Seiten
Inhalt
8.0
Zeichnungen
8.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
7.0
Gesamtwertung
7.9

Wertung:
7.9
von 10
Jetzt kaufen



Zum Inhalt:

Die junge Schülerin Saya lebt mit ihrer Adoptivfamilie auf der Pazifikinsel Okinawa und führt ein geregeltes, stilles Leben. Ihr einziges Problem ist, dass sie keinerlei Erinnerungen an Dinge besitzt, die länger als ein Jahr zurückliegen. Nachdem sie und ihr Bruder von vampirartigen Bestien angegriffen werden, eröffnet ihr ein mysteriöser Fremder, dass Saya die Einzige ist, die jene Wesen töten kann ...

Meinung:

Die fünfteilige Mangareihe "Blood+" erzählt die Vorgeschichte der Figur Saya aus dem Film "Blood: The Last Vampire" und der darauf basierenden Animeserie "Blood+". Auch zwei Romane ("Blood+" und "Blood+ Russian Rose") und die ab Juni 2009 beim Carlsen-Verlag erscheinenden "Blood+ Adagio"-Manga gehören zu diesem Geschichtenkomplex. Doch der Leser, der mit "Blood+" anfangen möchte, muss nicht befürchten, dass er aufgrund fehlender Kenntnisse aus dem Film der Handlung nicht folgen kann, da die Geschichte des Mangas kein Vorwissen voraussetzt.

In "Blood+ 01" scheint die Schülerin Saya ein ganz normales Mädchen zu sein, das abgesehen von einer Anämie, die regelmäßig behandelt wird, keinerlei Probleme hat. Doch Saya kann sich nur an Geschehnisse erinnern, die ihr im vergangenen Jahr, in dem sie in Koza auf der japanischen Insel Okinawa lebte, passiert sind. Über die Zeit, bevor sie von ihrem Adoptivvater aufgenommen wurde, und über ihre Herkunft besitzt sie keinerlei Informationen. Umso mehr genießt sie den Halt und die Geborgenheit in ihrer Adoptivfamilie.

In dieser Familie geht es besonders liebevoll zu. Ihr großer Bruder Kai passt auf sie auf und versucht sie abzulenken, wenn sie mal wieder darüber traurig ist, dass sie nichts über ihre Vergangenheit weiß. Der kleinere Bruder Riku hingegen hat fast schon mütterliche Züge - und wird deshalb von seinen Klassenkameraden nicht wenig gehänselt. Durch die hier dargestellte Zuneigung zwischen den verschiedenen Familienmitgliedern wirkt das Auftauchen der verschiedenen Parteien, die auf mysteriöse Weise mit Saya verbunden sind, umso eindrucksvoller.

Auf der einen Seite ist da der geheimnisvolle Charles, der auf der Suche nach - nicht näher beschriebenen - entlaufenen Versuchsobjekten auf die Insel Okinawa gelangt. Trotz seiner kindlichen Erscheinung ist er der Vorgesetzte einer Gruppe von Wissenschaftlern und liebt es augenscheinlich, seine Macht auszuspielen. Auch Sayas Adoptivvater George und seine Kollegen von der Organisation "Red Shield" und der seltsame Cellospieler Haji, der behauptet, Saya gesucht zu haben, scheinen weitaus mehr über die Vergangenheit des Mädchens zu wissen, als sie preisgeben wollen.

Für keine dieser Personen ist es eine Überraschung, als Saya und ihr Bruder Kai auf dem Heimweg von einer blutrünstigen Bestie, Chiropteran genannt, angegriffen werden. Haji eröffnet dem Mädchen, dass nur sie in der Lage sei, diese schrecklichen Bestien zu vernichten und somit ihren Bruder Kai vor dem sicheren Tod zu bewahren. Für Saya beginnt mit diesem Kampf gegen den Chiropteran ein schreckliches neues Leben. Sie kann nicht weiter als Teil von Georges Familie leben, da sie ihn und ihre Brüder in Gefahr bringen würdes und muss sich der Tatsache stellen, dass ihre übernatürlichen Fähigkeiten sie dazu zwingen, gegen die auftauchenden Bestien zu kämpfen.

Asuka Katsura ist es gelungen, die verschiedenen Charaktere sehr individuell anzulegen und jedem einen eigenen Zug zu verpassen. Obwohl Saya und ihre Mitschüler sehr jung wirken, sind sie nicht übermäßig niedlich dargestellt und passen somit - trotz ihrer unschuldigen Ausstrahlung - hervorragend in die doch recht düstere Geschichte. Die Erwachsenen hingegen wirken misstrauisch und wachsam. Sie sind von einem harten Leben gezeichnet und nur bei Sayas Adoptivvater lassen sich in den Gesichtszügen Spuren eines eigentlich lebenslustigen Menschen erkennen. Die einprägsamsten Figuren sind neben der Hauptfigur Saya der Cellospieler Haji und der kindlich wirkende Charles. Haji gibt dem Manga eine erstaunlich romantische Note und ist doch derjenige, der Saya schließlich dazu bringt zu kämpfen.

Bei den Darstellungen von Charles entsteht ein unheimlicher Kontrast zwischen seinem fast puppenhaften Aussehen und seiner boshaften, geradezu sadistischen Ausstrahlung. Doch vor allem beschäftigen den Leser die Hintergründe und Motivationen der verschiedenen Parteien. In diesem Bereich wurden in diesem ersten Band der Blood+-Reihe gerade einmal einige Grundsteine gelegt und eine Menge Andeutungen gemacht, die die Erwartungen des Lesers wecken. Besonders schön ist es, dass Asuka Katsuras Zeichnungen sowohl in den leisen Momenten als auch bei den Actionszenen überzeugen können und mit vielen Details glänzen. Aufgrund der vielen (blutigen) Gewaltdarstellungen wird dieser Manga nicht ohne Grund vom Carlsen-Verlag erst ab 16 Jahren empfohlen. Doch wer sich daran nicht stört, den erwartet eine sehr spannende und rätselhafte Geschichte, die in Zukunft wohl noch einige Überraschungen für den Leser bereithält.

Fazit:

Im ersten Band der "Blood+"-Reihe von Asuka Katsura werden die Grundsteine für eine spannende Geschichte rund um das rätselhafte Mädchen Saya gelegt. Nachdem der Leser die Schülerin und ihre Lebensumstände kennengelernt hat, geht es auch schon mit einem rasanten Kampf weiter. So bietet die Handlung dem Zeichner viele Möglichkeiten, nicht nur einen überzeugenden Szenenaufbau, sondern auch wunderbar ausdrucksvolle Gesichter darzustellen. Und die vielen offenen Fragen bezüglich der Ereignisse in der Vergangenheit und der Beweggründe der verschiedenen Parteien sorgen dafür, dass man den zweiten Teil kaum noch erwarten kann.
Weiterführende Infos