Detektiv Conan 59 
Comics: Manga Krimi & Thriller
Geschrieben von Konstanze Tants   
Donnerstag, 19. Februar 2009

Detektiv Conan 59

Autor: Gosho Aoyama
Zeichner: Gosho Aoyama

Originaltitel: Meitantei Conan Vol. 59
59. Band der Reihe

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: Dezember 2008
ISBN: 978-3-7704-6950-5
Preis: 6,00 EUR

192 Seiten
Inhalt
8.0
Zeichnungen
8.0
Verarbeitung
7.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.9

Wertung:
7.9
von 10
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Zum Inhalt:

Die Auseinandersetzung FBI vs. Schwarze Organisation nimmt eine schockierende Wendung, die fürs Erste das vorläufige Ende des Konflikts bedeutet. Welches Schicksal ereilt den FBI-Beamten Shuichi Akai? Des Weiteren gilt es, einen Mordfall in einem Friseursalon aufzuklären und eine an die japanische Historie angelehnte Mordserie gibt Rätsel auf.

Meinung:

Auch mit dem 59sten Band der Detektiv-Conan-Reihe kann der Zeichner und Autor Gosho Aoyama den Leser von seinen Fähigkeiten überzeugen, einen guten Kriminalfall zu erzählen. Der Handlungsstrang rund um die Fernsehmoderatorin Rena Mizunashi und die Schwarze Organisation wurde über drei Ausgaben hinweg entwickelt und kommt in dieser Folge erst einmal zu einem vorläufigen Ende. Doch die dramatischen Vorfälle sorgen nicht nur dafür, dass das FBI einen seiner wertvollsten Mitarbeiter verliert, sondern auch dafür, dass Ran Moris Mitschüler Eisuke erst einmal in ein Schutzprogramm aufgenommen wird.

Rans Familie ist auch der Grund dafür, dass der kleine Detektiv Conan in den nächsten Fall hineingezogen wird. Seine Freundin Ran hofft immer noch, dass sich ihre Eltern eines Tages wieder versöhnen, und sorgt dafür, dass ihr Vater, der Meisterdetektiv Kogoro Mori, ihre Mutter Eri vom Friseur abholt. Doch auf dem Weg zum Salon hören sie ein ungewöhnliches Geräusch. Als sie diesem nachgehen, finden Conan, Ran und ihr Vater auf einer Müllhalde die Leiche des gerade ermordeten Kampfsportlers Shiro Nagasaku.

Das größte Rätsel ist die Frage, wie der Leichnam überhaupt an diesen Ort gelangt ist. Doch Conan beschäftigt ein ganz anderes Problem: Ihm ist aufgefallen, dass der Tote lauter kleine abgeschnittene Haare am Hals kleben hat, doch der einzige Frisiersalon in der Nähe gehört Minayo Hasaka, die zum vermutlichen Tatzeitpunkt gerade damit beschäftigt war, Rans Mutter zu frisieren. Doch trotz dieses Alibis sieht der Schülerdetektiv seinen Tatverdacht bestätigt, als sich herausstellt, dass sich Minayo und Shiro schon seit langer Zeit kannten.

Auch der zweite Fall gibt Conan Edogawa so einige Fragen auf - und überrascht den Leser durch seine ungewöhnliche Länge und eine angenehme Komplexität. Kogoro Mori und der Schülerdetektiv Heiji Hatori werden von zwei verfeindeten Familien engagiert. Die beiden Detektive sollen jeweils den Mord an dem ältesten Sohn der Familie aufklären. Bei beiden Leichen konnte nicht herausgefunden werden, wie es zu der Ermordung kommen konnte. Aber ein ungewöhnliches Detail weisen beide Tatorte auf: Einen toten Tausendfüßler, der bei den Toten gefunden wird. Natürlich beschuldigen sich die Auftraggeber der Detektive gegenseitig, den jeweiligen Stammhalter aus Rache für eine schon lange zurückliegende Tat umgebracht zu haben.

Erst ein Hinweise bringt Conan und Heiji darauf, dass der Tausendfüßler eine Anspielung auf den berühmten historischen Feldherren Shingen Takeda sein könnte, dessen Schatz angeblich in der Nähe vergraben sein soll. Weitere Todesfälle stellen einen neuen Bezug auf Takeda her, dessen Leitmotiv "Geschwind wie der Wind, leise wie der Wald, zerstörerisch wie das Feuer und standhaft wie ein Berg" in direkter Weise mit den verschiedenen Morden in Verbindung gebracht werden kann.

Nach drei Manga, in denen es ausschließlich um den Kampf des FBI gegen die Schwarze Organisation ging, ist es sehr angenehm, zur Abwechslung wieder ein paar kürzere Fälle des kleinen Detektivs Conan zu erleben. Während es im Fall um den ermordeten Sportler eher darum geht, dass Conan die gefundenen Spuren so zusammensetzt, dass er herausfindet, wie die Friseurin die Tat - trotz ihres Alibis - begangen haben kann, dreht sich der zweite Fall eher um die Motive der verschiedenen Charaktere. Jedes Mitglied der beiden verfeindeten Familien hätte im Prinzip einen Grund gehabt, die Morde zu begehen - und auch der ermittelnde Polizist, Kommissar Kansuke Yamato, verhält sich verdächtig. Einen besonderen Reiz bildet hier - wie schon in so einigen Detektiv-Conan-Fällen zuvor - die Verbindung zur japanischen Geschichte.

Zum Schluss gibt es noch ein letztes Kapitel, mit dem ein neuer Kriminalfall begonnen wird, auf dessen weitere Entwicklung der Leser leider bis zum nächsten Band der Reihe warten muss. Eisuke Hondo taucht wieder auf und gerät prompt unter Mordverdacht, als er mit Conan, Ran und ihrer Freundin Sonoko eine Karaoke-Bar besucht. Zeichnerisch kann Gosho Aoyama auch in diesem Band wieder mit seinen detaillierten Darstellungen überzeugen, die es dem Leser ermöglichen, jeden Ermittlungsschritt des kleinen Detektivs nachzuvollziehen und sich seine eigenen Gedanken über die Lösung der Fälle zu machen.

Fazit:

Auch im 59sten Band der Detektiv-Conan-Reihe gelingt es dem Autor und Zeichner Gosho Aoyama, das recht hohe Niveau der Serie zu halten. Zu Beginn wird erst einmal der Handlungsstrang um die Fernsehmoderatorin Rena Mizunashi und die Schwarze Organisation zu einem vorläufigen Ende gebracht. Die beiden darauffolgenden Fälle setzen einmal den Ermittlungsschwerpunkt auf die am Tatort gefundenen Indizien und einmal auf die Motive der potenziellen Täter und die Verweise auf die japanische Geschichte. Bei beiden Mordfällen ist es angenehmerweise für den Leser - unter anderem dank der detaillierten Zeichnungen - möglich mitzuraten und so mit diesem Manga wieder ein paar spannende und unterhaltsame Lesestunden zu genießen.
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