Volontäre der Ewigkeit 
Bücher: Belletristik Fantasy
Geschrieben von Götz Piesbergen   
Samstag, 20. Dezember 2008

Volontäre der Ewigkeit

Originaltitel: Labirinty Eho 2A: Mazes of Echo
Übersetzt von: Anna Serafin

4. Band der Reihe

Verlag: Blanvalet
Erschienen: Juli 2008
ISBN: 978-3-442-24475-1
Preis: 7,95 EUR

254 Seiten
Inhalt
9.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
8.9

Wertung:
8.9
von 10
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Zum Inhalt:

Wieder einmal wird Max in Echo mit absonderlichen Begebenheit konfrontiert; manche davon - wie etwa der Fall des nörgeligen Restaurantbesitzers Mochi Fo - lassen sich mit seinen eigenen magischen Mitteln lösen. Doch als Max es eines Nachts mit Zombies zu tun bekommt, muss er eilig in unsere Welt zurückkehren, um nach dem einzigen wirksamen Gegenmittel zu suchen ...

Meinung:

Denkt man an aktuelle russische Fantasy-Literatur, fällt einem sofort der Name Sergej Lukianenko ein, der mit seinem Roman "Wächter des Tages" hierzulande einen Hit landete. Doch es gibt es da auch noch einen gewissen Max Frei, der von seinen Abenteuern aus der Welt Echo erzählt. Beziehungsweise vorgibt zu erzählen, denn in Wahrheit existiert Max Frei nicht. Er ist die Erfindung der Autorin Svetlana Martynchick. "Volontäre der Ewigkeit" ist nun schon der vierte Band, in dem sie mit ihrem Partner Igor Stepin die spannenden und skurrilen Abenteuer ihres gemeinsamen Alter Egos beschreibt.

Da Max Frei in unserer Welt nicht so ganz glücklich war, wurde er von Sir Juffin Hall, einem Bewohner der Welt Echo, in die gleichnamige fantastische Stadt gelockt. Dort wurde er dann bei dem Kleinen Geheimen Suchtrupp - einer Art Spezialeinheit - das "Nachtantlitz", also der Verantwortliche für alle Ermittlungsaktivitäten zu der Zeit, in der andere Menschen schlafen. Seitdem hat er einige Abenteuer erlebt, die ihn stark verändert haben. Er war unfreiwillig König eines kleinen Volkes, hat jetzt aufgrund eines magischen Abenteuers giftige Spucke, hält sich kalbsgroße Katzen und Tote gehorchen ihm aufs Wort. Man kann also behaupten, dass er bereits einiges an Erfahrung besitzt. Und trotzdem fordert ihn diese wundersame Welt, in der er sich jetzt befindet, jedes Mal aufs Neue heraus.

Das erste Abenteuer handelt davon, dass jemand versucht, den nörgeligen Restaurantbesitzer Mochi Fo zu kidnappen. Dies wäre sicherlich kein Problem, wenn jener nicht zufälligerweise eines der besten Restaurants in Echo führen würde, welches Sir Max regelmäßig besucht. So wird er Zeuge der Entführung und nimmt sich des Falls an. Natürlich geht es auch hier nicht mit rechten Dingen zu, sonst wäre es nicht "Das Echo-Labyrinth". Danach muss sich Max mit hartnäckigen Toten auseinandersetzen, die allen Versuchen, sie endgültig sterben zu lassen, widerstehen. Dies lässt Sir Max auf eine verzweifelte Idee kommen: Er begibt sich in seine ehemalige Heimat zurück, um dort ein Mittel gegen diese Plage zu finden.

Beim Lesen dieser Erzählungen kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Autoren sich bemühen, mit der Reihe zu einem Abschluss zu kommen. Es gibt zwar aus den vorherigen Büchern nicht allzu viele offene Plots, aber die, die vorhanden sind, werden in "Volontäre der Ewigkeit" zu Ende geführt. Da wäre zum einen das Liebesleben von Sir Max Frei. Nach dem unglücklichen Ende seiner Affäre mit seiner liebreizenden Kollegin Lady Melamori ist er auf Freiersfüßen. Doch dann trifft er auf Lady Techi, die Inhaberin eines kleinen, aber feinen Restaurants.

Sie ist die Tochter eines ehemaligen Feindes seines Vorgesetzten Sir Juffin Hall und hat erst einmal nichts Besseres vor, als eines der Herzen - jeder Schatten einer Person in Echo hat auch eins - des Titelhelden zu töten. Nach diesem - selbst für Echo-Verhältnisse ungewöhnlichen Anfang - entwickelt sich jedoch eine gute Beziehung zwischen den beiden. Da gerät der Fall um Sir Mochi Fo zur Nebensache, obwohl er durchaus interessant ist. Denn wie üblich werden hier die Geschehnisse mit einigen interessanten Fakten über die Vergangenheit von Echo vermischt.

Die Gründe, wieso Sir Max in der darauffolgenden Geschichte zurück in unsere Welt reisen muss, sind typisch für die seltsamen Ereignisse in der Echo-Labyrinth-Reihe. Mit Sir Juffin Hall und dem schweigsamen Sir Lonely-Lokey sind nämlich die neben dem Titelhelden stärksten Mitarbeiter des Kleinen Geheimen Suchtrupps auf einer Mission unterwegs. Sie sind für zwei Wochen damit beschäftigt, ein Gespenst zu halten. Diese Begründung ist signifikant für den skurrilen Humor der Romanserie. Er kommt nicht mit einem Holzhammer daher, sondern auf leisen Pfoten. Er beruht auf feiner Ironie und der Tatsache, dass meistens das Gegenteil von dem geschieht, was man erwartet. Wenn Max Frei zum Beispiel mit dem Tod kämpft, ist er nicht mit Angst erfüllt, sondern ärgert sich darüber, dass er schon wieder dabei ist, sein Leben zu verlieren.

Fazit:

Leiser Humor, skurrile Geschichten und ein Sir Max Frei, der mal wieder einige unglaubliche Abenteuer erlebt: Man ist im Echo-Labyrinth und genießt jeden Moment. Die Autoren Svetlana Martynchick und Igor Stepin nutzen den vorliegenden Band "Volontäre der Ewigkeit" dazu, einige noch offene Plots zu einem Ende zu führen. Sie geben ihrem Erzähler eine neue Beziehung, die ihm erst einmal gleich das Herz bricht. Und sie schicken ihn zurück in unsere Welt, mit dem Ziel seine neue Heimat vor einer lästigen Bedrohung zu retten. Die gesamte Handlung wird wie üblich mit einem gewissen Augenzwinkern präsentiert. Wer nach aktueller humorvoller Fantasy sucht, wird es nicht bereuen, ein wenig Zeit mit den Abenteuern von Sir Max Frei zu verbringen.
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