Dämliche Dämonen 
Bücher: Belletristik Fantasy
Geschrieben von Götz Piesbergen   
Dienstag, 9. Dezember 2008

Dämliche Dämonen

Originaltitel: Demonkeeper
Übersetzt von: Joannis Stefanidis

1. Band der Reihe

Verlag: Penhaligon
Erschienen: November 2008
ISBN: 978-3-7645-3006-8
Preis: 14,95 EUR

224 Seiten
Inhalt
3.0
Preis/Leistung
7.0
Gesamtwertung
3.4

Wertung:
3.4
von 10
Jetzt kaufen



Zum Inhalt:

Nathan Grimlock hat von seinem Pflegevater eine undankbare Aufgabe geerbt: Er muss ein ein Haus voller Dämonen hüten und verhindern, dass seine nervtötenden Schützlinge überall Chaos verbreiten - vor allem das TIER, das tief unten im Keller haust, darf auf keinen Fall entkommen! Eines Tages jedoch geschieht die Katastrophe: Das TIER bricht aus. Und es hat großen Hunger auf Menschenfleisch. Doch als ob das nicht schon schlimm genug wäre, halten es ein paar der Dämonen für Ehrensache, Nathan zu helfen, das Monster wieder einzufangen - ob ihr Hüter es nun will oder nicht ...

Meinung:

"Dämliche Dämonen" ist das Erstlingswerk von Royce Buckingham und war ursprünglich als Kurzgeschichte gedacht. Die Verfilmungsrechte wurden beim Erscheinen des Buches von 20th Century Fox gekauft. Daher wird die Geschichte wohl demnächst in die Kinos kommen.

Hauptperson des Romans ist Nathan Grimlock, ein Waisenkind, dessen Pflegevater vor Kurzem gestorben ist. Von ihm hat er eine ebenso undankbare, wie gefährliche Aufgabe geerbt. Er muss auf ein Haus voller Dämonen aufpassen, darunter das gefährlichste Wesen überhaupt: das TIER. Ihm zur Seite stehen drei kleinere Helfer, die ebenfalls zu den Kreaturen gehören, die Nathan hüten muss. Allerdings behindern diese ihn eher, als dass sie ihn wirklich unterstützen.

Als Nathan eines Tages ein Date mit der schüchternen Bibliothekarin Sandy hat, kommt es zu einer Katastrophe: Die beiden Rowdys Richie und Gus dringen während seiner Abwesenheit in das Haus ein, um dort zu stehlen. Dabei befreien sie unwissentlich das TIER. Und als ob das noch nicht genug Ärger bedeuten würde, ist da auch noch der dürre Mann, der er es auf das Haus und seine Bewohner abgesehen hat. Er will ihre Macht nutzen, wobei ihm jedes Mittel recht ist. So nutzt er ohne zu zögern die Fähigkeiten der Dämonen, die ihn von Anfang an begleiten.

Die Ausgangssituation des Buches ist durchaus spannend, da man die Motivation der einzelnen Figuren nachvollziehen kann. Man nimmt Nathan ab, dass er immer mehr und mehr mit seiner aktuellen Situation unzufrieden ist. Der Leser erlebt hautnah mit, wie sehr er sich abmüht, die verschiedenen Dämonen im Haus unter Kontrolle zu halten. Eine Tätigkeit ohne irgendwelche Belohnung, zusätzlich dadurch erschwert, dass seine Mitbewohner es ihm auch nicht gerade einfach machen. Und so ist es für ihn eine Art Erlösung, als er ein Date mit Sandy bekommt, das für ihn einen Hoffnungsschimmer der Normalität bedeutet. Doch dieser wird schnell wieder zunichte gemacht, als das TIER ausbricht.

Eigentlich sollte dies auch der Moment sein, indem die Spannung des Buches immer weiter zunimmt und einen förmlich dazu zwingt, den Roman erst nach der letzten Seite zuzuklappen. Doch leider schafft es Royce Buckingham nicht, aus den guten Voraussetzungen etwas zu machen. Das liegt vor allem an zwei schwerwiegenden Fehlern. Zum einen besetzt er die Figuren der Geschichte zu sehr mit Klischees. Das sieht man vor allem an Gus und Richie, die den auslösenden Faktor der ganzen Ereignisse bilden. Diese sind zwei Schüler-Schläger, wie man sie nur allzu gut aus diversen Kinder- und Jugendbüchern kennt. Gus ist stark und etwas dämlich und damit der Anführer des Duos. Sein Partner ist eher das Anhängsel und zeigt ab und zu so etwas wie Intelligenz, unterwirft sich jedoch absolut dem Stärkeren.

Zum anderen wird mit der Einführung des dürren Mannes der Fokus von der Verfolgung des TIERs genommen. Dadurch wird Spannung zwischen diesen beiden Gefahren aufgeteilt, was dem Buch nicht wirklich gut tut. Denn beide Bedrohungen bieten schon für sich alleine genügend Potenzial, um für sich stehen zu können. Neben diesen beiden großen Fehlern, unterlässt es Royce Buckingham auch noch, die Dämonen zu charakterisieren. Dies sieht man vor allem an den kleinen Helfern von Nathan. Diese drei, die den Leser des Buches von Anfang an begleiten, bleiben blass und konturlos.

So ist es einem nicht möglich, eine tiefergehende Beziehung zu den verschiedenen Figuren aufzubauen - und als dann einige umkommen, stört es den Leser nicht. Dies verstärkt den Eindruck, dass der Autor nicht fähig war, über die bekannten Klischees hinauszugehen und etwas Eigenes in den Text einfließen zu lassen - und so eine durchgehend spannende Geschichte zu erzählen.

Fazit:

"Dämliche Dämonen" ist für den Leser leider ein enttäuschendes Buch. Zu sehr dominiert der Eindruck, dass sich Royce Buckingham lieber auf altbekannte Klischees verlässt, anstatt der Geschichte noch etwas Eigenes hinzuzufügen. Daher kommen die Figuren dem Leser auch sehr bekannt vor: Man hat die schüchterne Bibliothekarin und die beiden Schläger, von denen der Anführer eher dümmlich, aber dafür umso stärker, und der andere der Schlauere ist. Aus diesem Grund entwickelt sich keine Beziehung zu den Figuren und wenn dann mal eine stirbt, nimmt man es als Leser einfach hin. Ebenso enttäuschend ist auch der Umgang mit der Bedrohung durch das TIER. Jegliches Spannungspotenzial, das durch die Flucht dieses Monsters entsteht, wird durch die Ankunft des dürren Mannes enorm verringert. Dies ist besonders schade, da diese zweite Gefahr später nicht mehr ernst genommen werden kann.
Weiterführende Infos
Leseprobe