Amy Winehouse - I'm no good 
Bücher: Sachbuch Biografien
Geschrieben von Götz Piesbergen   
Montag, 8. Dezember 2008

Amy Winehouse - I'm no good

Verlag: vgs
Erschienen: September 2008
ISBN: 978-3-8025-1783-9
Preis: 9,95 EUR

190 Seiten
Inhalt
8.0
Preis/Leistung
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Gesamtwertung
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Zum Inhalt:

Kein anderes weißes Mädchen singt den Soul wie Amy Winehouse - und keine andere säuft, raucht und flucht so viel. Die 25-jährige Britin ist bereits ganz oben im Pop-Olymp angekommen. Doch ihr phänomenaler Erfolg beruht nur zur Hälfte auf ihren musikalischen Leistungen. Die ändere Hälfte hat sie ihrem exzessiven Lebensstil zu verdanken. Amy Winehouse ist eine "Diva mit Dämonen" (Rolling Stone).

Meinung:

Mit Biografien ist das so eine Sache. Es stellt sich immer die Frage, ob die Person, über die geschrieben wird, überhaupt genügend Stoff bietet, um die Seiten zu füllen. Gerade bei einer so jungen Sängerin wie Amy Winehouse dürfte das vorhandene Material - trotz aller Skandale - doch eher dürftig sein. Doch die beiden Autoren Michael Fuchs-Gamböck und Thorsten Schatz machen das Beste aus den ihnen vorliegenden Informationen. Man merkt beim Lesen dieser Biografie, dass die beiden schon eine gewisse Erfahrung in diesem Bereich besitzen. Beide schreiben seit über drei Jahren gemeinsam über diverse Musiker wie zum Beispiel die Mitglieder der Band Genesis oder LaFee. Und besonders im Fall der Letzteren dürften sie es wohl mit teilweise noch dürftigerem Quellenmaterial zu tun gehabt haben.

Bei ihrem Versuch, das Leben von Amy Winehouse in Buchform zu bringen, schaffen die Autoren es, dass der Leser Sympathie für diese Frau entwickelt. Denn sie hat nicht nur eine unglaubliche Stimme, sondern ein ebenso unglaubliches Leben hinter sich. Amy Winehouse ist mit Musik aufgewachsen, da ihr Vater zuhause immer gesungen hat. Auf Anregung ihrer Großmutter wurde Amy schließlich auf eine Theaterschule geschickt - und von diesem Zeitpunkt an war ihre Karriere schon fast vorgezeichnet.

Im Alter von zehn Jahren gründete Amy eine Rap-Gruppe, doch daraus wurde verständlicherweise nichts. Erst als im Oktober 2003 ihr Debütalbum "Frank" erschien, startete Amy Winehouses Karriere durch. Die CD wurde ein Erfolg, getoppt nur noch durch ihr "Back to Black"-Album. Seitdem ist Amy Winehouse in der Öffentlichkeit vor allem durch ihren Kleidungsstil und ihre Exzesse und Skandale aufgefallen - wobei ihr Ehemann Blake Fielder-Civil an diesem Verhalten nicht ganz unschuldig sein dürfte.

Michael Fuchs-Gamböck und Thorsten Schatz verstehen es perfekt, das Beste aus dem Leben von Amy Winehouse zu machen. Dabei beschreiben sie nicht nur die Vergangenheit der Souldiva, sondern auch ihr musikalisches Schaffen. Auch wenn es auf den ersten Blick wirkt, als ob die Autoren damit nur die Seiten zu füllen versuchen, sezieren sie einzelne Songs von Amy Winehouse. Dabei ziehen sie Parallelen zwischen den Songtexten und dem Leben der Sängerin. Wobei die Zusammenhänge natürlich am offensichtlichsten bei ihrem Lied "Rehab" ins Auge fallen.

Es wird für den Leser ganz offensichtlich, dass Fuchs-Gamböck und Schatz Fans von Amy Winehouse sind. Sie versuchen gar nicht erst, neutral zu sein - wie es eigentlich bei einer Biografie empfehlenswert wäre -, sondern bewerten in ihrem Buch das Leben der Sängerin. Eines streichen sie dabei deutlich heraus: Wenn Amy Winehouse sich nicht bald von ihm trennt, wird ihr Ehemann Blake Fielder-Civil sie zerstören. Sie untermauern diese These mit zahlreichen Zitaten, unter anderem aus Interviews mit Personen aus Amy Winehouses Umfeld.

Höhepunkt sind dabei sicherlich die Fakten, die ihr Produzent Mark Ronson über ihre musikalische Arbeitsweise äußert. Das ist schon allein daher erachtenswert, weil Ronson als äußerst medienscheu gilt. In dem eigens ihm gewidmeten Kapitel lobt der Produzent die Sängerin. Er betont, dass er die Zusammenarbeit mit ihr genossen habe und dass sie äußerst talentiert sei. Noch heute sind die beiden beste Freunde und halten nach wie vor Kontakt.

Fazit:

Über eine 25-jährige berühmte Persönlichkeit eine Biografie zu schreiben, ist sicherlich keine einfache Arbeit. Doch Michael Fuchs-Gamböck und Thorsten Schatz füllen die Seiten dieses Buches mit vielen interessanten Fakten. Im Mittelpunkt stehen Amy Winehouses musikalisches Wirken und die Parallelen, die die beiden zwischen den Liedern auf ihren Alben und dem Leben der Diva ziehen. Dabei verzichten die Autoren bewusst auf Neutralität und geben sich stattdessen deutlich als Fans von Amy Winehouse zu erkennen. Schon aus diesen Grund kann der Leser nachvollziehen, wenn sie sich Sorgen um ihr Idol machen und die Ehe mit Blake Fielder-Civil und seinen Einfluss auf die Sängerin eher kritisch sehen.
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