Süßes Gift 1: Liebesmedizin 
Comics: Manga Liebe & Romantik
Geschrieben von Sabine Hut   
Freitag, 5. Dezember 2008

Süßes Gift 1: Liebesmedizin

Autor: Mieko Koide
Zeichner: Mieko Koide

Originaltitel: Kai no yamai ni tsukeru kusuri
Übersetzt von: Monika Hammond

Reihe: Süßes Gift
1. Band der Reihe

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: Oktober 2008
ISBN: 978-3-7704-6991-8
Preis: 6,50 EUR

184 Seiten
Inhalt
7.0
Zeichnungen
7.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.2

Wertung:
7.2
von 10
Jetzt kaufen



Zum Inhalt:

Bereits in der Oberstufe war Takehiko in den süßen Naoki verliebt. Nun begegnet er ihm wieder und stellt fest, dass die Liebe noch immer nicht verflogen ist. Doch Naoki ist auch verliebt. Aber nicht in Takehiko, sondern in Yu, ein Teenager-Idol und Sänger des Boy-Duetts CROSS. Als Naoki und Yu sich näher kommen, gerät Takehiko in Panik und unternimmt alles, um eine Beziehung zwischen den beiden zu verhindern. Aber auch der Vierte im Bunde, Yus Duett-Partner Jin, hat da noch ein Wörtchen mitzureden ...

Meinung:

Bei der Reihe "Süßes Gift" handelt es sich um drei separat zu lesende, jedoch inhaltlich zusammenhängende Einzelbände. Der hier vorliegende erste Band, "Liebesmedizin", bildet die Vorgeschichte, "Gift auf deinen Lippen" dann das Hauptwerk, in dem es um das Popduo Yu und Jin geht. "Ob ich schlafe oder wach bin" bildet den Abschluss der Serie und erzählt von der Zeit nach der Hauptstory.

Takehiko trifft seinen Jugendschwarm Naoki wieder. In diesen war er schon zu Schulzeiten verliebt und scheint es immer noch zu sein. Takehiko arbeitet als Techniker und Naoki als Lehrer in einer Mädchenschule. Natürlich gibt es da auch viele Frauen, die den niedlichen Lehrer gern für sich hätten. Doch Naoki hat - genau wie Takehiko - offensichtlich eine Schwäche für Männer. Eines Tages beichtet er Takehiko, dass er Yu aus der Teenie-Band CROSS anhimmelt, und allem Anschein nach hat er sich auch in den Sänger verliebt. Takehiko tröstet sich damit, dass es auf ewig eine unerwiderte Liebe für ein Idol bleiben wird, bis der leibhaftige Yu auf einmal auftaucht und Takehiko sich nicht sicher ist, wie er Naoki von seinen eigenen Gefühlen erzählen soll.

Die Charaktere sind aufgebaut wie so oft in Shonen Ai Manga. Naoki ist ein ruhiger und schüchterner junger Mann. Anfangs denkt man, er lebe für seinen Job, doch als sich herausstellt, wie sehr er Yu von CROSS anhimmelt, merkt man, dass er in Wirklichkeit für diese Band lebt. Doch auch auf Konzerten und bei Treffen mit Yu bleibt er meist sehr besonnen und ruhig. Er ist einfach viel zu schüchtern, um zu zeigen, was ihn wirklich berührt. Takehiko hingegen ist an sich kein Draufgänger, aber wesentlich offener als Naoki. Nur weiß auch er nicht wirklich, wie er seine Gefühle offen zeigen kann. Kommt es jedoch hart auf hart, kann Takehiko sehr laut und ruppig werden - vor allem, wenn es um seine große Liebe geht. Yu von der Band CROSS ist wiederum das genaue Gegenteil von Naoki: laut, frech, lustig und immer zu Streichen aufgelegt. Wahrscheinlich hat er gerade deshalb so eine Anziehungskraft auf Naoki. Das zweite Bandmitglied Jin ist wieder ein recht ruhiger Charakter, doch innerlich sehr aufgewühlt. In diesem ersten Band spielt er allerdings noch keine große Rolle.

Die Zeichnungen sind sehr fein und einfach gehalten. So passen sie gut zu der streckenweise fast schüchternen Geschichte. Natürlich handelt es sich bei den Hauptpersonen ausschließlich um attraktive Männer und vor allem das Duo von CROSS wird immer wieder sehr gut in Szene gesetzt.

Neues bietet der erste Teil von "Süßes Gift" nicht wirklich. Doch was sollte bei so einer Fülle an Shonen-Ai-Mangas auf dem Markt auch immer neu und innovativ sein? Die Geschichte an sich ist niedlich geschrieben und die Bilder passen gut zu ihr. Wer nicht zu viel erwartet und sich mit einer gemütlichen Geschichte für zwischendurch zufrieden gibt, wird seinen Spaß an "Süßes Gift" haben. Vielleicht steigert sich die Story ja noch in den nächsten Bänden.

Fazit:

"Süßes Gift - Liebesmedizin" kann nicht wirklich etwas Neues in der Welt des Shonen Ai bieten, doch Innovationen gestalten sich bei der Fülle von Angeboten auf dem Markt natürlich immer sehr schwer. Die Charaktere sind hübsch ausgearbeitet und - so weit es geht - zudem relativ tiefgründig beschrieben. Allerdings finden sich auch hier die altbewährten Strukturen wieder: schüchtern passt zu frech und impulsiv. Die Zeichnungen sind fein und einfach gehalten, passen sich so aber sehr gut in die fast schüchtern wirkende Geschichte ein. Einen unterhaltsamen Lesespaß für zwischendurch bietet "Süßes Gift - Liebesmedizin" dadurch allemal.
Weiterführende Infos