Zimtsterne mit Zuckerkuss 
Bücher: Belletristik Liebe & Romantik
Geschrieben von Konstanze Tants   
Sonntag, 16. November 2008

Zimtsterne mit Zuckerkuss

Originaltitel: A Coventry Christmas
Übersetzt von: Christine Blum

Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: Oktober 2008
ISBN: 978-3-404-15929-1
Preis: 7,95 EUR

351 Seiten
Inhalt
8.0
Preis/Leistung
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Zum Inhalt:

Keelie hat eigentlich gar keine Lust auf Weihnachten. Ihr Chef im Buchladen ist ein Idiot, ihre Familie wohnt weit weg, der Mann ihrer Träume ist nirgends in Sicht. Und damit nicht genug: Kurz vor dem Fest bricht sie sich auch noch den Fuß. Doch dann lädt ihre besten Freundin Ivy sie über die Feiertage ins Haus ihrer flippigen Großmutter ein. Mitsamt Hamster Hamlet und ihrem besten Freund Evan landet Keelie in einer idyllischen texanischen Kleinstadt. Dort erwartet sie mehr als nur eine schöne Bescherung. Denn als Hamlet krank wird, lernt Keelie den äußerst charmanten Tierarzt von Coventry kennen ...

Meinung:

Becky Cochranes "Zimtsterne mit Zuckerkuss" ist eine wunderbar leichte - aber nicht seichte - Liebesgeschichte, die hervorragend geeignet ist, um sich an einem Winterabend mit Tee und Keksen auf dem Sofa einzurollen. Leider hat der Bastei-Lübbe-Verlag mit der Wahl des banalen deutschen Titels kein gutes Händchen bewiesen, aber dies hat ja zum Glück keinen Einfluss auf das Lesevergnügen.

Die Hauptfigur Keelie erzählt die ganze Adventszeit über all ihren Freunden, dass sie Weihnachten hasst. In dieser Zeit findet sie keinen Moment für sich, darf von morgens bis abends in der Buchhandlung stehen und arbeiten - und die Kunden sind im Weihnachtsstress auch nicht gerade freundlicher als sonst. Doch eigentlich ist jedem klar, dass die junge Frau nicht wirklich die Weihnachtszeit ablehnt, sondern nur unglücklich mit ihrem Leben ist. Obwohl sie den Umgang mit Büchern liebt und auch den mit den verschiedenen Kunden, ist sie nicht mehr zufrieden bei der Arbeit, seitdem sie einen neuen und sehr unfähigen Vorgesetzten vor die Nase gesetzt bekommen hat.

Die Tatsache, dass Keelie das Gefühl hat, dass sie die einzige in ihrer Umgebung ist, die noch nicht richtig in ihrem Leben angekommen ist und ein großes Ziel erreicht hat, macht sie auch nicht glücklicher. Die Krönung des Ganzen stellt der Tag dar, an dem sie sich bei der Arbeit den Knöchel bricht. Doch immerhin bekommt Keelie so die dringend benötigte Auszeit und kann für ein paar Tage mit ihren Freunden Ivy und Evan sowie dem Hamster Hamlet in die idyllische Kleinstadt Coventry fahren und Ivys Großmutter besuchen.

Während Ivy wild entschlossen ist, Keelie auf jeden halbwegs interessanten Mann aufmerksam zu machen, der in ihrer Nähe auftaucht, stehen für die Buchhändlerin ganz andere Probleme im Vordergrund. Auch wenn im Leben ihrer Freunde nicht alles ohne Schwierigkeiten verläuft, ist sie doch die einzige, die sich einfach treiben lässt. Nun ist es an der Zeit, endlich herauszufinden, was sie wirklich gern tun möchte - und ob es ihr wirklich reicht, Tag für Tag in einem Laden zu stehen und auf die Launen eines selbstgefälligen Vorgesetzten angewiesen zu sein. Auch die Liebe bringt die junge Frau aus dem Tritt - wobei Keelie selbst zu dem Schluss kommt, dass sie wohl zu viele klassische Liebesgeschichten gelesen hat, denn mit weniger als dem - für sie - perfekten Mann möchte sie sich nicht zufrieden geben.

Der Leser begleitet Keelie auf der Suche nach ihrer Vorstellung von einem befriedigenden Leben und lernt dabei sympathische und ungewöhnliche Charaktere kennen. Auch wenn die Figuren in den üblichen Standard einer Liebesgeschichte passen und es recht schnell absehbar ist, dass am Ende alle Beteiligten paarweise die Bühne verlassen, erzählt Becky Cochrane die Geschichte doch mit so viel Witz, dass man die Vorhersehbarkeit und das etwas überzogene Ende locker verzeihen kann.

Gerade Keelies Freunde sind so liebevoll dargestellt, dass man sie ebenso gern einmal persönlich kennenlernen würde, wie es den Leser reizt, die gemütliche texanische Kleinstadt Coventry zu besuchen. Trotz all ihrer ungewöhnlichen Begabungen, ihrer amüsanten Ideen und ihres idealisierten Lebensstils kommt beim Leser nur sehr selten das Gefühl auf, dass die Figuren der Autorin unglaubwürdig sind, während Coventry eindeutig eine so perfekte kleine Stadt ist, wie man sie nur in Büchern findet.

Insgesamt bietet "Zimtsterne mit Zuckerkuss" dem Leser wunderbar entspannende und amüsante Lesestunden, was hervorragend in diese kalte und ungemütliche Jahreszeit passt. Und die Darstellung des Weihnachtsfestes bei Ivys Großmutter macht Lust darauf, vielleicht auch selbst einmal die eingefahrenen Gleise zu verlassen und die Feiertage etwas anders zu begehen. Sehr schön ist auch, wie leicht Becky Cochrane Anspielungen auf die verschiedenen Klassiker (wie zum Beispiel von Jane Austen) einfließen lässt und somit beim Leser für ein angenehmes Gefühl des Wiedererkennens sorgt.

Fazit:

"Zimtsterne mit Zuckerkuss" bietet - trotz des banalen Titels - eine amüsante Lektüre für verregnete Winterabende. Keelie und ihre sympathischen Freunde sorgen mit witzigen Dialogen für gute, aber nicht flache Unterhaltung, wobei es Becky Cochrane sehr gut gelingt, passende Anspielungen auf klassische Liebesgeschichten einfließen zu lassen. Die liebevoll ausgearbeiteten Charaktere, die (fast schon zu harmonische) Kleinstadt Coventry und Keelies Suche nach der Liebe und der für sie richtigen Art zu leben sorgen für viele Stunden unterhaltsamen Lesespaß.
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