Finder 2: Im Käfig 
Comics: Manga Liebe & Romantik
Geschrieben von Konstanze Tants   
Freitag, 21. November 2008

Finder 2: Im Käfig

Autor: Ayano Yamane
Zeichner: Ayano Yamane

Originaltitel: Finder no Ori
Reihe: Finder
2. Band der Reihe

Verlag: Tokyopop
Format: Taschenbuch
Erschienen: November 2008
ISBN: 978-3-86719-543-0
Preis: 6,50 EUR

196 Seiten
Inhalt
8.0
Zeichnungen
8.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
8.0

Wertung:
8.0
von 10
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Zum Inhalt:

Der junge Fotograf Akihito wird immer tiefer in den Sumpf der japanischen Unterwelt hineingezogen. Und als schließlich sogar Inspektor Imamiya Kontakt zu ihm aufnimmt, um mit seiner Hilfe an Asami heranzukommen, gerät Akihito in Lebensgefahr. Doch wieder einmal greift Asami gerade noch rechtzeitig ein, wofür er aber im Gegenzug auch belohnt werden will.

Meinung:

In ihren zweiten "Finder"-Band, "Im Käfig", konzentriert sich Ayano Yamane intensiver auf die spannende Geschichte rund um den jungen Fotografen Akihito, die japanische Verbrechergröße Asami und seinen chinesischen Gegenspieler Feilong. Dieses Mal wird Akihito von dem Inspektor Imamiya gebeten, ein Treffen mit Asami zu organisieren. Obwohl der junge Fotograf jede Verbindung zu dem Verbrecherboss leugnet, bringt ihn der Polizist dazu, ihn in einen Klub zu begleiten, der Asami gehört. Bei diesem Klubbesuch gerät der Inspektor in eine kritische Situation und Akihito, der dem Polizisten helfen will, wird von Asami im Überwachungsraum des Klubs überrascht und festgehalten.

Die nachfolgenden Kapitel mit dem Titel "Die Blume im Großstadtmoloch" spielen nicht in Japan, sondern in Hongkong. Feilong Liu, der in "Finder: Im Fadenkreuz" Asami wiederbegegnet war, erinnert sich an sein erstes Treffen vor sieben Jahren mit dem Japaner. Damals war Feilong nicht mehr als der adoptierte Sohn eines chinesischen Mafiachefs, der sein ganzes Leben nach den Wünschen seines Vaters und dessen leiblichen Sohns Yan Tsui ausrichtete. Doch der Mafiaboss war alt und krank, und weder Feilong noch die anderen Mitglieder der Verbrecherorganisation glaubten wirklich, dass Yan Tsui der richtige Nachfolger als Anführer der Organisation sei. Asami hingegen verfolgte zu dieser Zeit "geschäftliche" Verpflichtungen in Hongkong, deren Erledigung den Plänen Yan Tsuis in die Quere gekommen wäre. So wurde Feilong von Yan Tsui beauftragt, den Japaner auszuschalten, ohne zu ahnen, dass er Asami einmal näher kommen würde, als er es seinem großen Bruder je war.

Der Schwerpunkt liegt in diesem Manga deutlich weniger bei der expliziten Darstellung sexueller Szenen als noch im ersten Band - und vor allem kommt es zu wesentlich weniger Abbildungen von Gewalt beim Liebesspiel. Dafür kann die Leserin tiefer in die kriminelle Welt von Asami und Feilong eintauchen und erleben, welche Machtspiele in einer Verbrecherorganisation an der Tagesordnung sind. Auch die Beziehung zwischen dem Chinesen und dem Japaner verläuft wesentlich sensibler und zärtlicher, als man es nach den Gewalt- und Fesselspielen im ersten Band hätte erwarten können.

Gerade die Hintergründe zu den verschiedenen Personenbeziehungen machen "Finder: Im Käfig" zu einem spannenden Manga. Ayano Yamane ist es nicht nur gelungen, wesentlich mehr Krimigefühl aufkommen zu lassen, sondern sie zeigt auch Verbindungen und Motive auf, die im ersten Band der Reihe nur angedeutet wurden. So wird "Im Käfig" deutlich interessanter und spannender als der Vorgänger und macht Lust, mehr über die kriminellen Machenschaften von Feilong und Asami sowie die komplizierten Gefühle von Akihito gegenüber dem Mafiaboss zu erfahren.

Ebenfalls wissen die Zeichnungen von Ayano Yamane zu überzeugen. Mit einem feinen Strich und voller Details zeigt die Autorin die Gegensätze zwischen den zärtlichen Bedürfnissen Feilongs und seinem gewaltdurchtränktem Leben. Sogar bei den Liebesszenen wird die zurückhaltendere Erzählweise deutlich, auch wenn der interessierten Leserin noch genügend nackte Haut geboten wird. Konnte man den ersten Band für empfindlichere Gemüter nur bedingt empfehlen, so ist "Finder: Im Käfig" im Prinzip für alle Liebhaberinnen von Boy-Love-Geschichten geeignet - wäre da nur nicht das fehlende Vorwissen aus Band 1.

Im letzten Kapitel des Manga ("Gene lügen nicht") trifft man wieder auf die beiden Schüler Takahiro und Ayumu, die im ersten Band herausfanden, dass ihre Väter ein Verhältnis miteinander haben. Auch wenn Takahiro eigentlich wesentlich mehr an Mädchen als an Jungen interessiert ist, bringen ihn Ayumus Annäherungsversuche und seine eigenen Hormone doch wieder dem Schulkameraden näher. Diese Geschichte ist ganz lustig, hat aber keinen wirklich erzählenswerten Inhalt.

Fazit:

In "Finder: Im Käfig" fällt der Schwerpunkt deutlich mehr auf den Krimibereich der Geschichte und weniger auf die explizite Darstellung von Sexszenen. Die Leserin erfährt wesentlich mehr Hintergründe zu den Beziehungen der Hauptfiguren zueinander und kann sich an den recht zärtlichen Szenen zwischen Feilong und Asami erfreuen. Doch vor allem bekommt man Lust, mehr über die kriminellen Aktivitäten der beiden zu erfahren. Auch zeichnerisch kann Ayano Yamane mit diesem Band überzeugen. Die vielen Details und mit feinem Strich dargestellten Charaktere sind wirklich ansprechend.
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