Geisterjäger John Sinclair 44: Das Elixier des Teufels (Hörspiel) 
Hörbücher: Unterhaltung Horror
Geschrieben von Konstanze Tants   
Freitag, 24. Oktober 2008

Geisterjäger John Sinclair: Das Elixier des Teufels

Art der Lesung: Hörspiel
Medienanzahl: 1 CD

44. Teil der Reihe

Label: Lübbe Audio
Erschienen: Mai 2008
ISBN: 978-3-7857-3369-1
Preis: 7,95 EUR
Inhalt
6.0
Sprecher
8.0
Bearbeitung
6.0
Preis/Leistung
7.0
Gesamtwertung
6.7

Wertung:
6.7
von 10
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Zum Inhalt:

Das jammernde Klagen unzähliger Seelen brach sich an nass-feuchten Höhlenwänden und bildete ein immerwährendes Konzert unsagbarer Qualen. Dies war das Reich von Solo Morasso, dem Mensch-Dämon. Er musterte seine fähigsten Diener mit düsterem Blick. Schon oft hatte Morasso seine Mord-Liga hier zusammengerufen. Doch dieses Mal war etwas anders. Dieses Mal fehlte ein Mitglied. Und aus seinen Augen sprach blanker Zorn.

Meinung:

Die 44. Folge der Hörspielreihe um den Geisterjäger John Sinclair, "Das Elixier des Teufels", ist der zweite Teil der Geschichte, die mit "Ich flog in die Todeswolke" (Nummer 43) begann - und ohne Vorwissen ist der Hörer bei dieser CD aufgeschmissen. Wer die Heftromanvorlage kennt, dem wird zudem auffallen, dass Oliver Döring einige Änderungen vorgenommen hat, doch ohne den direkten Vergleich kann man die Erlebnisse des Geisterjägers und seiner Freunde ungetrübt genießen.

In "Ich flog in die Todeswolke" hatte Solo Morasso zwei Kleinkriminellen den Auftrag gegeben, John Sinclairs Einsatzkoffer zu stehlen. Die Verfolgung der Diebe führte zum Londoner Flughafen, wo John und sein engster Mitarbeiter Suko auf Mr. Mondo und Pamela Scott trafen. Während der Geisterjäger den Ganoven, die seinen Koffer hatten, in eine startbereite Boing folgte, jagte Suko hinter den beiden Mitgliedern der Mord-Liga her. Auf einem kleinen Privatflughafen kam es zum Showdown, bei dem Pamela Scott von Suko gefasst werden konnte. John Sinclair geriet hingegen hoch in der Luft in einen vernichtenden Todesnebel. In letzter Sekunde gelang es dem Geisterjäger, mit einem Fallschirm aus der verseuchten Maschine zu springen, doch nun treibt er hilflos auf dem Atlantischen Ozean ...

An diesem Punkt setzt "Das Elixier des Teufels" direkt und ohne Einleitung ein. John treibt auf dem Meer - und seine Freunde in London rechnen nach dem Verschwinden seines Flugzeugs jeden Moment mit seiner Todesnachricht. Doch immerhin befindet sich nun Pamela Scott in der Gewalt von Scotland Yard und verspricht, zu einem Werkzeug im Kampf gegen das Böse zu werden. Aber natürlich kann die Mord-Liga nicht einfach so hinnehmen, dass eines ihrer Mitglieder im Untersuchungsgefängnis sitzt. Während Sir Powell, Suko und Jane Collins alles versuchen, um Informationen aus ihrer Gefangenen herauszulocken, schmiedet Solo Morasso im Gegenzug Pläne, Pamela Scott am Reden zu hindern.

Diese zweite Folge ist deutlich interessanter geworden als "Ich flog in die Todeswolke", da im ersten Teil nur die Bühne für die jetzt folgenden Vorgänge bereitet wurde. Auch wenn die Schießerei auf dem Privatflughafen einiges an Action geboten hat, ging es doch erst einmal nur darum, John in sein Flugzeug zu bekommen und Pamela Scott gefangen zu nehmen. Nun kann aufgrund dieser Ausgangssituation der spannendere Teil beginnen. Während sich der Hörer noch nicht vorstellen kann, dass John Sinclair die ganze Folge über hilflos auf dem Ozean treibt, lässt sich mitverfolgen, wie die Pläne der Scotland-Yard-Mitarbeiter und die der Mord-Liga auf eine große Auseinandersetzung in London hinauslaufen.

Ein kleines Mädchen wird als Druckmittel eingesetzt und Jane Collins und Pamela Scott liefern sich einen Zweikampf in einen Verhörraum - wobei die Detektivin in große Gefahr gerät. Wie immer hat man das Gefühl, dass die Sprecher dieser Reihe bei ihrer Arbeit viel Spaß haben und diese Stimmung auch zum Hörer transportieren können. Vielleicht liegt es daran, dass die John-Sinclair-Hörspiele zwar sehr liebevoll aufgenommen werden, der Inhalt aber trotzdem nicht so todernst genommen wird. So kommt es auch mal zu kleinen Anspielungen unter den Sprechern, die dem Hörer nicht vorenthalten werden.

Bei der hervorragenden Leistung, die Joachim Kerzel (Erzähler), Frank Glaubrecht (John Sinclair), Franziska Pigulla (Jane Collins), Karl Heinz Tafel (Sir James Powell) und all die anderen Sprecher erbringen, kann man es auch verschmerzen, dass für die Hörspiel-Version die Heftroman-Vorlage deutlich verändert wurde. So muss der Hörer auf die Figur der Viola Mandini verzichten und kann nicht miterleben, wie Jane Collins ihre verdeckten Ermittlungen im Gefängnis aufnimmt.

Fazit:

Mit dem zweiten Teil der Geschichte "Das Elixier des Teufels" nimmt die Handlung deutlich an Fahrt auf. Während in "Ich flog in die Todeswolke" nur die Grundvoraussetzung für die hier ablaufenden Geschehnisse vorbereitet wurde - und das Hörspiel somit etwas spannungsarm war - bekommt der Hörer hier nun eigentlich alles geboten, was man von einer John-Sinclair-Folge erwartet. John treibt hilflos auf dem Atlantischen Ozean, Jane Collins gerät in Gefahr bei den Verhören von Pamela Scott und die Mord-Liga schmiedet unheimliche Pläne. Doch vor allem punktet auch diese Hörspielversion durch die hervorragenden Sprecher und liebevollen Details, sodass man die radikalen Veränderungen gegenüber dem Heftroman gut verschmerzen kann.
Weiterführende Infos

Hörprobe: