Gunslinger Girl: Vol. 8 
Comics: Manga Allgemeines
Geschrieben von Götz Piesbergen   
Freitag, 3. Oktober 2008

Gunslinger Girl 8

Autor: Yu Aida
Zeichner: Yu Aida

Originaltitel: Gansuringa Garu
8. Band der Reihe

Verlag: Egmont Manga
Format: Taschenbuch
Erschienen: Juni 2008
ISBN: 978-3-7704-6924-6
Preis: 6,50 EUR

168 Seiten
Inhalt
7.0
Zeichnungen
9.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
8.0

Wertung:
8.0
von 10
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Zum Inhalt:

Die Vergangenheit holt Alessandro bei seiner neuen Tätigkeit als Fratello bei der Staatlichen Gesellschaft für soziale Wohlfahrt ein. Sein Gunslinger Girl Petruschka ist neugierig auf seine frühere Tätigkeit, aber er will keine Auskunft geben - trotzdem erfährt der Leser in diesem Band mehr über sein Verhältnis zu rothaarigen Frauen und seine Motivation, sein Tätigkeitsfeld zu wechseln und sich der Gesellschaft anzuschließen.

Meinung:

Petruschka und ihr Fratello Alessandro sind im achten Band der "Gunslinger Girl"-Reihe die eindeutigen Hauptfiguren. Noch mehr als im vorhergehenden Manga konzentriert sich Yu Aida auf diese beiden Figuren und baut ihre Charaktere weiter aus, wovon besonders Alessandro profitiert. Bislang war von ihm nur bekannt, dass er rothaarige Frauen nicht sehr mochte - was angesichts seiner rothaarigen Partnerin Petruschka etwas ironisch wirkt - und dass er eine Vergangenheit beim Geheimdienst hat. Nach außen wirkt er für einen Fratello sehr locker, obwohl er durchaus seine eigene Meinung vertritt und sehr wissbegierig ist. All diese Facetten seiner Persönlichkeit werden in diesem Band miteinander verknüpft.

Ausgangspunkt für die Geschichte ist Petruschka, die mehr über ihren Partner wissen möchte. Alessandro aber blockt - für ihn untypisch - ihre Fragen ab. Erst anhand der Rückblende, in der der Leser Alessandros Mentorin Rossanna kennenlernt, wird einem klar, was für Gründe hinter seinem Verhalten stehen. Der Fratello scheint verhindern zu wollen, dass Petruschka hinter seine Maske schaut und erkennt, wie er wirklich fühlt. Nach außen hin gibt Alessandro sich locker, doch im Inneren ist er genauso einsam wie seine einstige Mentorin - und genau wie sie hat er die Flucht aus dem Geheimdienst zur Gesellschaft für soziale Wohlfahrt angetreten. So wurde aus Alessandro dem Agenten der Fratello von Petruschka. Doch trotzdem scheint er nicht aus seiner Haut zu können, immer noch agiert er als Geheimagent, doch es gibt einen Unterschied: Alessandro hat jetzt eine Partnerin - und sie scheint ihn zu lieben.

Es wirkt für den Leser etwas widersprüchlich, dass Alessandro auf der einen Seite richtiggehend geflohen sein muss, genauso wie seine einstige Mentorin, aber auf der anderen Seite nicht wirklich aus seiner Rolle als Geheimagent heraus kann, sondern sein Wissen aus dieser Zeit auch noch an seine neue Partnerin weitergibt. So kommt es zu Parallelen zu dem, was er selbst in seiner Vergangenheit mit Rossana erlebt hat. Die Beziehung zwischen ihm und seiner ehemaligen Mentorin scheint im Laufe der Zeit intensiver geworden zu sein.

Petruschka hingegen ist der Auslöser für den Rückblick gewesen - und es wird mehr denn je klar, dass sie ihren Mentor wirklich liebt und dass ihre Gefühle nicht auf ihrer Konditionierung basieren. Das Gunslinger Girl bemüht sich verzweifelt, von Alessandro eine Bestätigung zu erhalten, doch es bleibt bei Andeutungen, dass auch bei ihm ein Interesse an dem Mädchen besteht. Während sie ihn besser verstehen will, blockt er sie aufgrund seiner Erfahrung in der Vergangenheit ab.

Es ist schade, dass im Vergleich zu früheren Bänden in dieser Geschichte kein anderes Gunslinger Girl in den Fokus rückt. Zwar tauchen die anderen Mädchen auch auf, aber sie tragen nichts zur Handlung bei bzw. haben keinen eigenen Plot. Angesichts der großen Auswahl an anderen interessanten Charakteren weiß diese enorme Konzentration des Mangaka auf Petruschka und Alessandro nicht ganz so gut zu gefallen.

Dafür gibt es an den Zeichnungen von Yu Aida nichts zu bemängeln, denn die sind in gewohnter Qualität. Besonders beeindruckend ist, dass er sich auch in Sachen Design und Gestaltung an die Details der früheren Bände hält. Aber auch das Charakterdesign von Rossana ist gelungen, sodass der Leser durchaus nachvollziehen kann, wieso Alessandro rothaarigen Frauen skeptisch gegenübersteht.

Der Egmont-Verlag liefert bei diesem Band gute Arbeit ab, auch wenn man sich angesichts der inzwischen über mehrere Bände andauernden Handlung eine Zusammenfassung der bisherigen Geschehnisse gewünscht hätte. Etwas merkwürdig wirken die beiden Szenen, in denen plötzlich italienisch gesprochen wird. Es ist unklar, wie das in der Originalfassung ist, irritiert so aber den Leser, da die ganze Zeit in der Übersetzung die deutsche Sprache verwendet wird, nur um dann plötzlich ins Italienische zu wechseln.

Fazit:

Der achte Teil der "Gunslinger Girl"-Reihe konzentriert sich wieder fast ausschließlich auf die beiden Figuren Alessandro und Petruschka. Besonders die Vergangenheit des Fratello wird offengelegt - und man kann sie durchaus als interessant bezeichnen. Für den Leser wird vieles deutlich, was bislang nur angedeutet wurde, und auch die Beziehung zwischen Alessandro und seiner Partnerin scheint geklärt zu sein. Doch leider werden aufgrund der starken Fokussierung auf Petruschka und ihren Partner die anderen Charaktere der Serie an den Rand der Handlung gedrängt, wodurch sie keine Chance bekommen, sich weiterzuentwickeln. Die Zeichnungen von Yu Aida sind in der gewohnten hohen Qualität und bestechen dieses Mal vor allem durch Kontinuität.
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