Da Vincis Fälle 2: Leonardo und die Verschwörer von Florenz 
Bücher: Belletristik Kinder & Jugend
Geschrieben von Konstanze Tants   
Sonntag, 10. August 2008

Leonardo und die Verschwörer von Florenz

2. Band der Reihe

Untergenre: Historischer Roman
Verlag: Arena
Erschienen: Juni 2008
ISBN: 978-3-401-50009-9
Preis: 4,95 EUR

144 Seiten
Inhalt
7.0
Preis/Leistung
9.0
Gesamtwertung
7.2

Wertung:
7.2
von 10
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Zum Inhalt:

In dem kleinen Dorf Vinci bei Florenz, 1462: Als der zehnjährige Leonardo und sein Freund Carlo im Wald herumstreunen, werden sie von maskierten Banditen entführt und in eine Höhle verschleppt. Dort gibt es schon einen Gefangenen: Luca, den Sohn eines reichen Patriziers. Die Sachen scheint klar: Lösegelderpressung! Aber die Banditen haben ihre Rechnung ohne Leonardo und Carlo gemacht ...

Meinung:

Das Buch "Leonardo und die Verschwörer von Florenz" schließt direkt an den Vorgängerroman "Leonardo und das Geheimnis der Villa Medici" an. Auch in diesem Band beschreibt Alfred Bekker Abenteuer, wie sie der junge Leonardo da Vinci erlebt haben könnte. Besonders schön ist dem Autor dabei die Darstellung des neugierigen und wissenschaftlich denkenden Jungen gelungen.

Nachdem Leonardo im Rahmen seiner Experimente vor einiger Zeit fast das Haus seinen Großvaters in Brand gesteckt hätte, beschließen er und sein Freund Carlo, für weitere Versuche mit dem Feuer lieber das Dorf Vinci zu verlassen. Zu Leonardos großer Freude gelingt es ihm, seine Theorie über die Sonnenstrahlung und Glaslinsen zu beweisen, indem er ein Feuer mit einem alten Brillenglas entzündet. Doch schnell gerät sein Test außer Kontrolle und die Jungen werden durch einen Flächenbrand vom Dorf abgeschnitten.

Als dann noch maskierte Reiter aus dem Wald hervorbrechen, besteht für Leonardo und seinen Freund Carlo keinerlei Fluchtmöglichkeit und sie werden von den Banditen gefangen genommen. Eigentlich haben die Kinder noch Glück, denn da sie nicht aus vermögenden Häusern stammen, hätten die Verbrecher sie auch gleich umbringen können. Doch der Anführer der Bande will den Versuch starten, zumindest ein bisschen Geld von den Familien der Kinder zu bekommen.

Zusammen mit dem dritten Gefangenen, dem Kaufmannssohn Luca, kommt den Jungen schnell der Gedanke, dass mehr hinter diesen Entführungen stecken muss. Es scheint so, als ob die Banditen Luca nicht rein zufällig überfallen und gefangen genommen haben. Intrigen unter den reichen Kaufmannsfamilien der Stadt Florenz und der Versuch, Lucas Familie in den Ruin zu treiben, sind wohl die wirklichen Motive hinter dem Verbrechen.

Natürlich lassen Leonardo und Carlo nichts unversucht, um aus der Höhle, in der sie gefangen gehalten werden, auszubrechen. Doch neben dem Versuch, die Freiheit zu erlangen, bemühen sich die Kinder auch, mehr über die Hintergründe der Tat - und vor allem über die Identität des Auftraggebers - herauszufinden.

Alfred Bekker beschreibt in diesem Band wesentlich weniger Experimente Leonardos, ohne dabei die Wissbegier und die verschiedenen Ideen des jungen Genies zu unterschlagen. Diese Zurückhaltung sorgt dafür, dass sich der Leser viel mehr auf die Handlung konzentrieren kann - und die ist wirklich spannend. Besonders Leonardos Versuche, mehr über die Entführer herauszubekommen, bei denen der Junge viele Tricks anwenden muss - und nicht selten auf sein Glück angewiesen ist -, tragen sehr zur Unterhaltung des Lesers bei.

Nur die Lösung des Falls bleibt vielleicht etwas zu einfach gehalten, aber gerade bei Kinderbüchern ist es schwierig, wenn Zehnjährige Verbrecher zur Strecke bringen sollen. Da muss ein Autor sich in der Regel der Hilfe eines erwachsenen Charakters bedienen, damit die jungen Hauptfiguren überhaupt ernst genommen werden. Auf jeden Fall führt dieser Roman die Geschichte um die fiktiven Abenteuer des jungen Leonardo da Vinci stimmig und interessant weiter.

Die besondere Stärke Alfred Bekkers liegt darin, seine Figuren überzeugend darzustellen. Auch wenn der junge Leonardo ein kleines Genie ist, hat der Autor darauf geachtet, dass dem jungen Wissenschaftler genügend Missgeschicke passieren, damit er nicht unrealistisch wirkt. Carlo und Luca verblassen leider etwas neben ihrem hochbegabten Freund, trotzdem sind sie dem Leser sympathisch. Sie sorgen dafür, dass man neben den Abenteuern der Kinder auch noch eine Menge über das Leben im historischen Florenz erfährt.

Fazit:

Alfred Bekker gelingt es in seiner Reihe "Da Vincis Fälle", eine gelungene Mischung aus historischem Roman und Krimi für Kinder zu schaffen. In "Leonardo und die Verschwörer von Florenz" müssen der junge Leonardo da Vinci und seine Freunde Carlo und Luca sich gegen Entführer behaupten, was zu einem spannenden und unterhaltsamen Lesevergnügen führt. Nebenbei erfährt der Leser auch noch eine Menge über die Machtverhältnisse und den Alltag in Florenz zu Lebenszeiten Leonardos.
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