Percy Jackson in: Diebe im Olymp  Redaktionstipp
Bücher: Belletristik Kinder & Jugend
Geschrieben von Konstanze Tants   
Donnerstag, 7. August 2008

Percy Jackson in: Diebe im Olymp

Originaltitel: Percy Jackson and the Olympians: The Lightning Thief
Übersetzt von: Gabriele Haefs

Reihe: Percy Jackson
1. Band der Reihe

Untergenre: Fantasy
Verlag: Carlsen
Erschienen: Februar 2008
ISBN: 978-3-551-35693-2
Preis: 6,95 EUR

448 Seiten
Inhalt
9.0
Preis/Leistung
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Zum Inhalt:

Als sich seine neue Mathelehrerin in eine stinkende Furie verwandelt und fauchend über ihn herfällt, ahnt Percy schon, dass etwas nicht stimmt. Er muss schleunigst verschwinden. Auf seiner Flucht gelangt er ins Camp der Halbgötter, wo die Kinder der alten griechischen Götter leben - und erfährt, dass er einer von ihnen ist. Große Aufgaben warten auf Percy: Er soll herausfinden, wer den Blitz des Zeus gestohlen hat. Doch die Zeit drängt. Denn wenn die Mission fehlschlägt, droht ein Krieg unter den Göttern ...

Meinung:

Rick Riordans "Percy Jackson in: Diebe im Olymp" ist der erste Band der Reihe um Percy Jackson und erinnert sehr an "Das Nachtleben der Götter" von Thorne Smith. Im Gegensatz zu diesem Klassiker der humorvollen Fantasyliteratur, wurde die Percy-Jackson-Reihe für Jugendliche geschrieben. Doch auch hier treiben sich griechische Götter und Fabelwesen im modernen Amerika herum und sorgen so für spannende und amüsante Unterhaltung.

Percy Jackson wusste schon immer, dass er kein normaler Junge war. Nicht ohne Grund hatte ihn seine Mutter bereits vor Jahren in eine Schule für Problemkinder gesteckt. Und Percy ist ein so großes Problemkind, dass er in sechs Jahren ebenso viele Schulen dieser Art wieder verlassen musste. Dabei kann er gar nichts für die vielen Zwischenfälle, die sich in seiner Umgebung ereignen. Irgendwie passieren manchmal seltsame Dinge in seiner Nähe, so wie an dem Tag des Schulausflugs, an dem eine seiner Mitschülerinnen in einem Brunnen landete. Natürlich hatte Percy das Mädchen nicht geschubst - und selbstverständlich bekam er die Schuld für ihr unfreiwilliges Bad.

Nachdem bei dem Ausflug ins Museum weitere Vorfälle passieren, die letztendlich dazu führen, dass Percy im nächsten Schuljahr nicht wieder in die Yancy Academy zurückkommen darf, ist der Junge sehr froh, als die Sommerferien anfangen. Endlich kann er seine Mutter wieder sehen, auch wenn das bedeutet, dass er wochenlang mit seinem widerlichen Stiefvater zusammenleben muss. Doch auf der Heimreise häufen sich weitere seltsame Geschehnisse und da ist es nur gut, dass Percys seinen besten Freund Grover an seiner Seite hat.

Nach all den rätselhaften Vorgängen ist Percy sehr erleichtert, als seine Mutter mit ihm für drei Tage ans Meer fahren will. Mit ihrem Urlaubsort verbindet der Junge wunderschöne Kindheitserinnerungen und außerdem bedeutet das drei Tage mit der Mutter, ohne dass der Stiefvater den beiden das Leben schwer machen kann. Gleich in der ersten Nacht in der Strandhütte steht überraschend Grover vor der Tür. Doch das ist nicht der Grover, den Percy ein Jahr lang in der Schule vor den Sticheleien der Mitschüler beschützt hat. In dieser Nacht zeigt sich Percys Freund in seiner wahren Gestalt als Satyrn und begleitet Percy ins "Camp Half-Blood".

Sehr lustig und voll überraschender Ideen schildert Rick Riordan Percys erste Schritte im Sommercamp für Halbgötter. Verständlicherweise benötigt der Junge einige Zeit zum Eingewöhnen und noch mehr Probleme hat er mit dem Gedanken, dass sein - wie er dachte - verstorbener Vater eigentlich ein griechischer Gott ist. Doch welcher der Götter eine Beziehung mit seiner Mutter hatte, bleibt erst einmal unklar. Denn nicht jeder Gott oder jede Göttin ist bereit, sich zu dem halb menschlichen Nachwuchs zu bekennen. Zum Glück für diese Kinder bietet ihnen das Haus des Götterboten Hermes Unterschlupf bis zum den Zeitpunkt an dem feststeht, zu welchem Gott sie eigentlich gehören.

Kaum hat sich Percy im Camp eingelebt und erste Freundschaften geschlossen, findet er schon heraus, dass es im griechischen Olymp nicht zum Besten steht. Die verschiedenen Götter sind untereinander verfeindet und als auch noch Zeus' Blitz gestohlen wird, drohen die Streitigkeiten der drei großen Götter die Erde ins Unglück zu stürzen. Einem Rat des Orakels (ehemals in Delphi stationiert, jetzt aber in einer Dachkammer im Camp untergebracht) folgend, macht sich Percy zusammen mit seinem Freund Grover und der Halbgöttin Annabeth auf, den gestohlenen Blitz zu finden. Für den Erfolg ihrer Aufgabe müssen die Drei sehr viel Mut, Loyalität und Geistesgegenwart beweisen. Nur wenn sie zusammenhalten und ihr Bestes geben, haben sie überhaupt eine Chance, ihre Reise zu überleben.

Ihre Suche führt die Kinder quer durch Amerika und lässt sie eine Menge Abenteuer mit den verschiedenen Gestalten der griechischen Mythologie erleben. Ein spannender Kampf mit einem Minotaurus, eine unheimliche Begegnung mit den Parzen und ein kniffliger Auftrag von Ares sowie viele andere Herausforderungen müssen von den drei Hauptfiguren überlebt werden. Rick Riordan gelingt es hervorragend - und mit einem unübersehbaren Augenzwinkern -, die verschiedenen Eigenschaften und Eigenheiten der vielen Figuren aus der griechischen Mythologie in das moderne Amerika unserer Zeit einzubinden und so eine spannende und amüsante Geschichte zu erzählen.

Vielleicht liegt es daran, dass der Autor selbst fünfzehn Jahre lang als Lehrer für Englisch und Geschichte gearbeitet hat, oder an der Tatsache, dass Percy Jacksons Abenteuer ursprünglich als Gute-Nacht-Geschichte für seinen ältesten Sohn entstanden sind - selten findet man Sagenfiguren so stimmig und witzig für ein junges Publikum umgesetzt. Doch nicht nur für Kinder ist "Percy Jackson in: Diebe im Olymp" geeignet, auch jeder erwachsene Leser mit einem Sinn für Humor und fantastische Geschichten wird diesen Roman überaus unterhaltsam finden. Ergänzt wird das Buch durch ein umfassendes Glossar zu den verschiedenen Gestalten der griechischen Sagenwelt, sodass ein fundiertes Vorwissen für den Leser nicht nötig ist.

Fazit:

Rick Riordan ist mit "Percy Jackson in: Diebe im Olymp" ein witziger und spannender Fantasyroman für Jugendliche gelungen. Percys Suche nach dem Blitz des Zeus, bei der er von seinen beiden Freunden Grover und Annabeth unterstützt wird, ist eine aufregende und amüsante Geschichte rund um Freundschaft, Mut und Loyalität. Vielleicht steckt nicht hinter jeder Idee des Autors etwas wirklich Neues, aber die Art und Weise, in der Rick Riordan von den Göttern, Halbgöttern und anderen griechischen Sagenfiguren im modernen Amerika erzählt, macht diesen Roman zu einem erfrischenden und amüsanten Leseerlebnis.
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