Die Vampirschwestern 1: Eine Freundin zum Anbeißen 
Bücher: Belletristik Kinder & Jugend
Geschrieben von Konstanze Tants   
Mittwoch, 28. Mai 2008

Die Vampirschwestern: Eine Freundin zum Anbeißen

1. Band der Reihe

Untergenre: Fantasy
Verlag: Loewe
Erschienen: Januar 2008
ISBN: 978-3-7855-6108-9
Preis: 9,90 EUR

175 Seiten
Inhalt
7.0
Preis/Leistung
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Gesamtwertung
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Wertung:
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Zum Inhalt:

Eine Freundin muss her, und zwar sofort. Sonst machen sich Daka und Silvania sofort wieder zurück auf den Weg nach Transsilvanien. Dort kann man wenigstens ungestört durch die Gegend fliegen und nachts in die Schule gehen! Ganz anders in ihrer neuen Heimat Deutschland - hier lauern an jeder Ecke Gefahren. Wie fährt man bitteschön Rolltreppe? Und wie bringt man eine Straßenbahn zum Anhalten? Auch der erste Schultag wird zur reinsten Katastrophe, doch mit Helene ist Rettung in Sicht - und vielleicht auch die erste beste Freundin ...

Meinung:

Gerade erst sind Daka und Silvania Tepes nach Deutschland gezogen und trotzdem sind sie sich schon sicher, dass es hier ganz fürchterlich wird. In eine neue Schule zu kommen, ist schon schlimm genug, aber in Bindburg müssen sich die Zwillingsmädchen auch noch wie ganz normale Menschen benehmen. Gar nicht so einfach, wenn man ein Halbvampir ist und sein ganzes Leben zusammen mit Vampiren in Transsilvanien verbracht hat.

Franziska Gehm gelingt es in ihrem ersten Roman der Reihe um "Die Vampirschwestern" eine lustige und spannende Geschichte zu erzählen. Die ersten drei Kapitel ziehen sich noch ein kleines bisschen hin, da hier erst einmal die zwölfjährigen Zwillinge, ihre Eltern und ihre Herkunft vorgestellt werden. Doch hat man die liebenswerte und chaotische Familie Tepes erst einmal kennen gelernt, gehen die Abenteuer von Daka und Silvania rasant los.

Die beiden Mädchen haben einfach vom ersten Tag an durchgehend Pech in der neuen Umgebung. Straßenbahn und Rolltreppe fahren sind ganz neue Herausforderungen, aber auch in eine normale Schule zu gehen, überfordert die Zwillinge fast. Sie sind zwar wesentlich flexibler als ihr Vater Mihai, dem es nach 2676 Jahren unter Vampiren besonders schwer fällt, sich auf eine menschliche Nachbarschaft einzustellen, aber dennoch gibt es jede Menge Gelegenheiten, sich daneben zu benehmen.

Nur gut, dass die jugendlichen Halbvampire zu zweit sind und sich gegenseitig helfen können. So ist es nur noch halb so schlimm, wenn man von der ganzen Klasse verdächtigt wird, gepupst zu haben oder bei der ersten Begegnung den neuen Lehrer mit einer Tomate bekleckert. Schließlich steht einem immer noch die Schwester zur Seite und versichert, dass diese Situation nicht "sehr peinlich" war, sondern nur "normal peinlich" - und somit gar nicht so schlimm.

Doch so sehr sich Daka und Silvania auch bei der Eingewöhnung in Bindburg gegenseitig unterstützen, so unterschiedlich sind die beiden Schwestern auch. Während Daka lieber ein echter Vampir wäre, unglaublich gern mit ihren Rennzecken spielt und kopfüber abhängt, ist es Silvana größter Wunsch, ein echter Mensch zu sein. Gerade diese unterschiedlichen Vorlieben machen die beiden Mädchen so sympathisch und bieten die Möglichkeit, sich mit ihnen zu identifizieren.

Neben der liebevollen Darstellung der Charaktere überzeugt "Eine Freundin zum Anbeißen" auch durch eine komische und spannende Handlung. Ein Nachbar der Familie Tepes belauert die Neuankömmlinge, um zu beweisen, dass es sich bei ihnen um Vampire handelt. Der Vermieter von Frau Tepes' neuem Geschäft sorgt für Spannungen zwischen Mihai und seiner Frau Elvira und einige der neuen Mitschüler von Daka und Silvania benehmen sich sehr mysteriös.

Die Autorin löst am Ende von "Eine Freundin zum Anbeißen" nicht alle Geheimnisse, sondern benutzt diese losen Handlungsstränge, um eine Grundlage für die weiteren Bände der Serie "Die Vampirschwestern" zu schaffen. Neben der überaus unterhaltsamen Geschichte sorgen die offenen Fragen dafür, dass man sich auch nach der Lektüre noch einige Zeit mit der Familie Tepes beschäftigen mag.

Fazit:

Durch eine amüsante und spannende Handlung sorgt "Eine Freundin zum Anbeißen" für überaus unterhaltsame Lesestunden. Franziska Gehm gelingt es, ihre Charaktere so überzeugend darzustellen, dass sie dem Leser besonders ans Herz wachsen. Die Probleme der Vampirzwillinge Daka und Silvania sind auch für ganz normale Mädchen nachvollziehbar, geht es doch in erster Linie darum, trotz aller Unterschiede neue Freunde zu finden. Ihre Eingewöhnungsschwierigkeiten in Deutschland, ihr lauernder Nachbar und ihre geheimnisvollen Mitschüler sorgen für viele Rätsel, die wohl erst in den kommenden Bänden der Reihe um "Die Vampirschwestern" gelöst werden.
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