Feuerblüte 
Bücher: Belletristik Kinder & Jugend
Geschrieben von Konstanze Tants   
Montag, 28. April 2008

Feuerblüte

Reihe: Feuerblüte
1. Band der Reihe

Untergenre: Fantasy
Verlag: Ueberreuter
Erschienen: Juli 2005
ISBN: 978-3-800-05176-2
Preis: 16,95 EUR

347 Seiten
Inhalt
7.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.1

Wertung:
7.1
von 10
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Zum Inhalt:

Alena von der Feuer-Gilde hat es nicht leicht. Ständig wird sie mit ihrer Mutter verglichen, der legendären Schwertkämpferin Alix. Und in ihrem Dorf hat sich das rebellische Mädchen schon reichlich unbeliebt gemacht. Doch dann entscheidet sich die berühmte Vermittlerin Rena ke Alaak, für sie zu bürgen, damit sie ihre Meisterprüfung ablegen kann und alles wird anders in Alenas Leben. Mit Rena, dem Iltismenschen Cchraskar und ihrem neuen Smaragdschwert, das ihr noch ein bisschen unheimlich ist, macht sie sich auf den Weg und schlittert hinein in ein gefährliches Abenteuer. In der großen Handelsstadt Ekaterin, der "Stadt der Farben", muss sie kämpfen - um ihr Leben, ihre Zukunft und den Mann, den sie liebt. Fast zu spät erfährt sie, welche Rolle dabei der weiße Panther, der sie in ihren Träumen verfolgt, und der unheimliche Palast der Trauer spielen.

Meinung:

Mit dem Jugendbuch "Feuerblüte" führt Katja Brandis den Leser ein weiteres Mal in ihre fantastische Welt Daresh. Zwischen dieser Erzählung und der Trilogie "Kampf um Daresh" liegen inhaltlich fünfzehn Jahre. Im ersten Mehrteiler standen die Schwertkämpferin Alix, die Vermittlerin Rena, der Sucher Tjeri und der Waffenschmied Tavian im Vordergrund. Ihre Aufgabe war es, den Propheten des Phönix davon abzuhalten, die Macht in Daresh zu übernehmen. In "Feuerblüte" bildet nun Alena den Mittelpunkt der Erzählung.

Das Mädchen ist die Tochter von Alix und Tavian. In ihrem Heimatdorf gilt sie als unberechenbar und hat - abgesehen von dem Halbmenschen Cchraskar - keine Freunde. Wie es sich für ein Mitglied der Feuergilde gehört, muss sich auch Alena eines Tages aufmachen, um die Meisterprüfung im Gildehaus zu bestehen. Doch da ihr Vater sie für zu aufbrausend und jung hält, um die weite Reise allein zu bestreiten, bittet er seine alte Freundin Rena darum, Alena zu begleiten.

Zusammen mit Cchraskar machen sich die Frauen auf den Weg, wobei Alena keine Ahnung hat, welche Rolle ihre Tante Rena in der Vergangenheit für das Land Daresh gespielt hat. Unterwegs treffen die drei auf einen Wunderheiler. Für Rena ist es ein großer Schock, als sie feststellen muss, dass sich hinter dem "Heiler vom Berge" ihr alter Widersacher Cano verbirgt. So schnell wie möglich versucht Rena, den Rat der Gilden von der neuen Gefahr zu informieren, wird dort aber nicht ernst genommen, sodass sie sich zusammen mit Alena aufmacht, Canos Pläne zu vereiteln.

Obwohl die Feuerblüten-Trilogie auf "Kampf um Daresh" basiert, kann man die beiden Reihen unabhängig voneinander lesen, ohne dabei etwas nicht zu verstehen oder das Gefühl zu haben, etwas zu verpassen. Katja Brandis versteht es, die grundlegenden Informationen aus der ersten Trilogie in die Geschichte einfließen zu lassen, ohne sie jedoch zu plakativ zu präsentieren.

Die ältere Rena bildet einen ausgewogenen Kontrast zu Alena, wobei das Mädchen eine sehr überzeugend dargestellte Protagonistin ist, die mit all ihren widersprüchlichen Seiten dargestellt wird. Ihr feuriges Temperament, ihre Unsicherheit außerhalb ihres vertrauten Dorfes und die Ernsthaftigkeit, mit der sie alle Angelegenheiten der Feuergilde betrachtet, fügen sich zu einem stimmigen Bild zusammen. Besonders angenehm ist es, dass dieser Charakter als jugendliche Hauptfigur überzeugt, ohne dass der Leser mit einem Übermaß an Pubertätspeinlichkeiten belastet wird, wie man es so oft in Jugendbüchern vorfindet.

Obwohl die Art und Weise, in der Katja Brandis Alenas Geschichte erzählt, den Leser nicht atemlos mitfiebern lässt, kann man den Roman doch nicht weglegen, bis die letzte Seite gelesen ist. Der Reiz der Erzählung liegt nicht in einer übermäßig spannenden Handlung, sondern in den vielen persönlichen Szenen und der Charakterentwicklung.

Ein Beispiel dafür ist Alenas Kampf mit sich selbst, als sie versucht, sich ein von Rena und ihren Erfahrungen unabhängiges Urteil über den "Heiler vom Berg" zu bilden. Ihre ganze Kindheit hindurch hat sie Geschichten von dem bösen Cano gehört und was für schreckliche Pläne dieser für Daresh hatte, doch sagen ihr ihr Kopf und ihr Herz, dass sie sich ein eigenes Bild machen muss, bevor sie gegen diesen Menschen in den Kampf zieht.

Solche ethischen Fragen durchziehen den ganzen Roman, ohne dass der Leser gezwungen wird, sich damit auseinanderzusetzen. Gerade das ist das Schönste an "Feuerblüte": Man ist nicht verpflichtet, aus einer kleinen Szene oder einer kritischen Situation mehr herauszulesen als einfach nur einen Teil der Handlung, aber trotzdem bieten sich viele Denkanstöße, die über ein unterhaltsames Leseerlebnis hinausgehen.

Fazit:

Der Auftakt der neuen Trilogie von Katja Brandis, "Feuerblüte", hält für den Leser eine einfache, aber niemals langweilige Fantasygeschichte bereit. Dieser Roman hat sowohl dem jugendlichen als auch dem erwachsenen Leser eine Menge Unterhaltung zu bieten. Es ist einfach schön, mit jeder Seite einen weiteren Aspekt der fantastischen Welt Daresh zu entdecken und mitzuerleben, wie sich die Handlung rund um das Mädchen Alena entwickelt.