Der Schatten von Saganami 
Bücher: Belletristik Science-Fiction
Geschrieben von Götz Piesbergen   
Mittwoch, 26. März 2008

Der Schatten von Saganami

Originaltitel: The Shadow of Saganami
Übersetzt von: Dietmar Schmidt

18. Band der Reihe

Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: Dezember 2007
ISBN: 978-3-404-23318-2
Preis: 9,95 EUR

573 Seiten
Inhalt
6.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
6.2

Wertung:
6.2
von 10
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Zum Inhalt:

Sie gehört zu Admiral Honor Harringtons handverlesener Elite: Ensign Helen Zilwicki. Frisch von der Akademie führt sie ihr erster Auftrag in den Talbot-Cluster. Dieser Sektor soll friedlich vom manticoranischen Sternenkönigreich annektiert werden. Ein reiner Routineauftrag? Nein! Interstellare Handelsvereinigungen wollen die Annexion verhindern. Fast zu spät kommen deren ruchlose Pläne ans Licht. Jetzt bleibt Helen und ihren Kameraden keine Wahl. Sie müssen das tun, was Honor Harrington sie gelehrt hat: der Gefahr entgegenblicken - und notfalls kämpfend untergehen.

Meinung:

Das Ausgangsszenario von "Der Schatten von Saganami" ist viel versprechend, auch wenn Parallelen zum ersten Roman um Honor Harrington, "Auf verlorenem Posten", auffallen. In beiden Büchern muss sich Manticore in einer kritischen Situation behaupten, für die die Manticorianer weder personell noch technisch ausgerüstet sind. Leider beschränkt sich David Weber nicht darauf, die Geschichte ausschließlich als militärischen Konflikt weiterzuführen, ein Themengebiet, das zu seinen größten Stärken als Autor gehört. Stattdessen verzettelt er sich in Intrigen und terroristische Handlungselemente.

Während die Protagonisten interessant dargestellt sind und auch die Spannung in dieser Erzählung nicht zu kurz kommt, empfindet der Leser die Passagen, die sich um die Gedankengänge der Terroristen drehen, schon fast als Störung des Lesegenusses. Vielleicht gerade weil diese Abschnitte im Vergleich zu anderen Honor-Harrington-Büchern spärlich gesät sind, fallen sie so negativ ins Gewicht. Es wäre doch deutlich angenehmer für den Leser gewesen, wenn der Autor komplett darauf verzichtet hätte.

Bei "Der Schatten von Saganami" von David Weber muss der deutsche Leser mal wieder unter der Veröffentlichungspolitik des Bastei-Lübbe-Verlags leiden. Dieses Buch enthält nur die erste Hälfte des englischen Originals, das als "Shadow of Saganami" veröffentlicht wurde. Erst zusammen mit dem deutschen Folgeband, "An Bord der Hexapuma", kommt man in den Genuss der gesamten Erzählung. Selbst wenn diese Teilung aus wirtschaftlichen Gründen eine gute Idee ist, erreicht der Verlag damit nur, dass selbst treue Leser verärgert werden.

Trotzdem ist es schön, endlich einen der Spin-Off-Romane der berühmten Honor-Harrington-Reihe in den Händen zu halten, vor allem, da hier David Weber wieder allein verantwortlich für den Inhalt ist, statt wie bei "Der Sklavenplanet" mit Eric Flint zusammenzuarbeiten. Wer übrigens inhaltlich die chronologische Reihenfolge einhalten möchte, der sollte "Der Schatten von Saganami" vor den beiden Bänden "Um jeden Preis" und "Auf Biegen und Brechen" lesen, obwohl diese in Deutschland früher erschienen sind.

Fazit:

Eigentlich ist "Der Schatten von Saganami" wieder mal ein unterhaltsames Buch aus dem Honor-Harrington-Universum. Doch leider konzentriert sich David Weber bei dieser Geschichte nicht darauf, interessante Charaktere in einem militärischen Konflikt darzustellen. Durch das Einbringen von Intrigen und Terroristen nimmt er der Erzählung einiges an Spannung, was durch die schlechte Veröffentlichungspolitik von Bastei Lübbe noch verstärkt wird. Wer die komplette Geschichte "Shadows of Saganami" lesen möchte, muss in Deutschland zusätzlich noch den Band "An Bord der Hexapuma" lesen.
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