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Die Weiße Tigerin 1: Im Geheimdienst des Großen Steuermanns  Drucken E-Mail
Comics: Frankobelgier Krimi & Thriller
Geschrieben von Konstanze Tants   
Mittwoch, 29. Oktober 2008

Die Weiße Tigerin 1: Im Geheimdienst des Großen Steuermanns

Autor: Yann
Zeichner: Didier Conrad

Originaltitel: Tigresse Blanche 1: Au service secret du grand timonier
Übersetzt von: Resel Rebiersch

1. Band der Reihe

Format: Softcover
Erschienen: April 2008
ISBN: 978-3-937102-88-7
Preis: 12,95 EUR

48 Seiten
Inhalt
6.0
Zeichnungen
6.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
6.4

Wertung:
6.4
von 10
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Zum Inhalt:

In Hongkong suchen alle nach dem dicken Mädchen - die Triaden, der Geheimdienst Ihrer Majestät und Maos Spione. Aber nicht jeder weiß, dass es sich dabei um Fat Girl, die dritte Atombombe der Amerikaner handelt. Doch unter all den verschiedenen Parteien stechen besonders Alix Yin Fu, Nachwuchstalent des Geheimdiensts der Kommunistischen Partei Chinas, und der britische Spion Francis Flake hervor.

Meinung:

Mit der in Deutschland bei Schreiber & Leser erschienen Reihe "Die Weiße Tigerin" erzählen Didier Conrad und Yann die Vorgeschichte der aus "Helden ohne Skrupel" (Carlsen) bekannten Figur Alix. In "Im Geheimdienst des Großen Steuermanns" muss Alix Yin Fu ihren ersten Einsatz als Spionin im Dienste der Kommunistischen Partei Chinas bewältigen.

Eigentlich soll die Geheimagentin in Hongkong nur den Kopf des Drachen holen - Oberhaupt der Triade der drei grünen Bambusse -, doch die ganze Stadt ist durch Gerüchte über ein dickes Mädchen in Aufruhr und erschwert es Alix dadurch enorm, ihren Auftrag zu erfüllen. Briten, Amerikaner, Chinesen, sie alle sind hinter Fat Girl her - und nicht alle von ihnen wissen, dass sich hinter dieser Bezeichnung eine verloren gegangene Atombombe der Amerikaner verbirgt.

Während ihrer Suche nach dem Kopf des Drachen darf sich Alix nicht nur mit Kollegen herumschlagen, die dem Weg des Wuwei (die "Kunst des Nichthandelns") folgen, sondern auch mit dem nicht besonders fähigen Spion Francis Flake. Der Brite stolpert eher zufällig über Hinweise auf das dicke Mädchen, während sein Diener Asnir das Muttersöhnchen vor jeder Gefahr beschützt und ihm dabei nicht selten bei seinen Ermittlungen im Wege steht - natürlich nur zum Wohle des jungen Herren.

Der Humor steht bei "Im Geheimdienst des Großen Steuermanns" deutlich im Vordergrund, auch wenn die Spionagegeschichte mit zum Teil blutigen Details erzählt wird, die selbst einem Action-Film zur Ehre gereichen würde. Leider kommt bei der Menge der komischen Einlagen die Charakterentwicklung deutlich zu kurz. Alix ist eine relative naive junge Frau, die neben der Erfüllung ihres Auftrags nur noch mit der Wahrung ihrer Jungfräulichkeit beschäftigt ist. Francis Flake hingegen ist ein unfähiger Mann, der noch nie eine Beziehung zu einer Frau hatte und dafür ein fragwürdiges Verhältnis zu seiner Mutter besitzt.

Wie es sich für eine verführerische Geheimagentin gehört, kann Alix eine Sanduhrenfigur, einen unübersehbaren Busen und volle Lippen vorweisen, während die männlichen Charaktere durchgehend deutlich weniger attraktiv dargestellt werden. Gegenüber den recht detail- und lieblos gezeichneten Hintergründen ist das Charakterdesign wirklich überzeugend gelungen. Vor allem fällt ins Auge, dass selbst die kleinste Nebenfigur auf der Straße ein unverwechselbares Aussehen aufweist und der Betrachter somit viel zu entdecken hat.

Die beiden Hauptfiguren heben sich genauso wenig von den gängigen Comic-Klischees ab wie die zahlreichen Nebencharaktere, wenngleich die Überzeichnung der Figuren sowie der ironische Umgang mit dem britischen Empire und der Ergebenheit der Mitglieder der Kommunistischen Partei diesem Comic einen eigenen und sehr unterhaltsamen Reiz verleihen. Nun bleibt dem Leser nur zu hoffen, dass die Entwicklung der Charaktere in den folgenden Bänden etwas tiefer gehen und so die Reihe "Die Weiße Tigerin" zu einem wirklichen Lesevergnügen machen wird.

Fazit:

Mit "Die Weiße Tigerin: Im Geheimdienst des Großen Steuermanns" erzählen Didier Conrad und Yann die Vorgeschichte der aus "Helden ohne Skrupel" bekannten Alix, wobei sich die handelnden Figuren in dieser Geschichte nur selten von den üblichen Klischees abheben. Während das Charakterdesign gut gelungen ist, wirken die Hintergründe in diesem Comic deutlich liebloser gestaltet. Immerhin trägt der ironische Umgang mit dem britischen Empire, klassischen Spionageerzählungen und der Kommunistischen Partei Chinas ebenso zum Reiz dieses Bandes bei wie die zum Teil sehr blutigen Elemente der Geschichte.
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