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Cubitus 17: Gib schön Pfötchen  Drucken E-Mail
Comics: Frankobelgier Funnys & Humor
Geschrieben von Jano Rohleder   
Dienstag, 7. Oktober 2008

Cubitus 17: Gib schön Pfötchen

Autor: Dupa
Zeichner: Dupa

Originaltitel: Cubitus 23: Donne la belle papatte
Übersetzt von: Martin Surmann

Reihe: Cubitus
17. Band der Reihe

Verlag: Piredda
Format: Softcover
Erschienen: September 2008
ISBN: 978-3-941279-00-1
Preis: 11,50 EUR

48 Seiten
Inhalt
6.0
Zeichnungen
8.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.2

Wertung:
7.2
von 10
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Zum Inhalt:

Bei dieser Sammlung von Einseiten-Gags streitet sich Cubitus u.a. gewohnt heftig mit Kater Paustian, verhilft seinem Kumpel, der Schnecke, zu einem neuen Schneckenhaus und hat mehrere neue Tricks auf Lager, um seinen Heißhunger zu stillen. Währenddessen lässt sich Herr Bojenberg ein Dampfschiff zum Selberbauen per Post schicken und erinnert sich an einige Tricks aus seiner Marinezeit, wie man einen verstopften Kamin schnellstmöglich und gründlich reinigen kann ...

Meinung:

In unseren französischsprachigen Nachbarländern bedarf Cubitus sicherlich schon seit vielen Jahren keiner Vorstellung mehr. Schließlich gehört er dort genauso zum Kulturgut wie seine Kollegen Marsupilami, Tim & Struppi, Spirou & Fantasio oder auch Asterix und Lucky Luke. In Deutschland fristete das Zotteltier allerdings seit jeher eher ein Nischendasein. Bei uns dürfte er in erster Linie durch die gleichnamige Zeichentrickserie bekannt sein, die 1988 in belgisch-niederländisch-japanischer Gemeinschaftsproduktion entstand, vor Jahren im RTL-Kinderprogramm am Samstagvormittag lief und später gelegentlich bei Super-RTL wiederholt wurde.

Doch wer oder was ist denn nun eigentlich "Cubitus"? Cubitus ist ein großer, weißer Wuschelhund, dessen Äußeres an eine Mischung aus Eisbär und Fellknäuel erinnert. Er lebt bei Herrn Bojenberg, einem ehemaligen Seefahrer und leidenschaftlichen Hobbyerfinder, dessen seltsame Maschinerien sehr oft für den einen oder anderen Lacher gut sind. Als überaus verfressenes, aber mindestens ebenso intelligentes Wesen ist Cubitus in der Lage, sich sowohl mit seinem Besitzer als auch mit dem Kater von nebenan zu unterhalten, der Paustian heißt. Paustian und Cubitus können zwar auch mal eine gepflegt-kultivierte Diskussion führen, doch meistens bekommt das schwarze Schleichevieh in irgendeiner Form eins aufs Dach - letztlich sind die beiden eben doch nur Hund und Katze.

"Cubitus" wurde 1968 vom belgischen Zeichner Dupa erschaffen, der bis zu seinem Tod Hunderte von Geschichten schrieb und zeichnete. Neben einigen wenigen Storys in Albenlänge handelt es sich dabei vor allem um Gag-Einseiter, die in Belgien in insgesamt 39 Alben ab- oder nachgedruckt wurden. In Deutschland erschienen die Comics u.a. im "Zack"-Magazin. Die Albenreihe wurde auf Deutsch bei Carlsen gestartet (aus unterschiedlichen Gründen begann man mit dem französischen Band 7) und brachte es auf 14 Bände. Danach wechselte sie für sehr kurze Zeit zum mittlerweile nicht mehr aktiven Phoenix-Verlag, wo zwei Alben erschienen, bevor es sehr lange sehr still um den Wuschelhund wurde. Erst jetzt, im Herbst des Jahres 2008, geht es endlich weiter. Der vor Kurzem gegründete Verlag von Mirko Piredda hat es sich zum Ziel gesetzt, frankobelgische Comic-Highlights zu veröffentlichen - und Cubitus ist erfreulicherweise ebenfalls mit dabei.

Band 17, der als hochwertiges Softcover erscheint und den Titel "Gib schön Pfötchen" trägt, versammelt wieder 46 Einseiter, die - wie das immer bei einer derartigen Anzahl von Kompakt-Gags so ist - mal mehr, mal weniger lustig sind. Gerade auf den ersten Seiten dürfte Lesern, die mit Cubitus bisher noch nichts am Hut hatten, der Einstieg etwas schwer fallen, denn dort ist der Witz ein bisschen merkwürdig: Der Wuschelhund lamentiert über die Laufrichtung von Zebrastreifen, brüllt einen unsichtbaren Vogel (?) an, der dumme Kommentare ins Bild hängt, und schießt sich als Urzeitmensch mit einem riesigen Bogen durch die Luft ...

Da der Band aber durchaus auch den einen oder anderen echten Brüller zu bieten hat, der Großteil der Einseiter zumindest durchschnittlich witzig ist und die Zeichnungen sowieso immer herrlich drollig sind, fallen die wenigen wirklich schlechten Gags nicht allzu negativ ins Gewicht. Allerdings irritiert hin und wieder die ungewöhnliche Zeichensetzung, die fast grundsätzlich hinter Ausrufe- und Fragezeichen noch drei Auslassungspunkte setzt. Hier wäre es für den Leser beim Betrachten deutlich angenehmer, wenn a) sich diese entweder vor den Satzzeichen befänden, b) die Punkte statt der Satzzeichen eingesetzt würden oder c) man sie ganz weggelassen hätte, da sie in den verwendeten Fällen meistens auch nicht nötig gewesen wären.

Zwar gibt es in "Gib schön Pfötchen" keine albenlange zusammenhängende Geschichte, ein kleines zentrales Thema lässt sich aber trotzdem erkennen: Im Mittelpunkt des Bands steht eine Folge von sechs Einseitern, in denen sich Bojenberg ein Dampfschiff im Versandhaus bestellt - zum Selbstbauen! Das hat nicht nur für den Briefträger, der das alles anschleppen darf, überaus unangenehme Folgen. Denn die Qualität des Bausatzes lässt leider doch stark zu wünschen übrig und so dauert es eine ganze Zeit, bis Bojenberg und Cubitus schließlich doch noch in See stechen können - irgendwie zumindest ...

Fazit:

Auch wenn die Gags im 17. Cubitus-Band "Gib schön Pfötchen" nicht immer wirklich zünden und die leicht seltsame Verwendung der zusätzlichen Auslassungspunkte in den Sprechblasen etwas irritiert, kann man als Freund frankobelgischer Comics bedenkenlos zugreifen. Die herrlichen Zeichnungen, die auf dem hochwertigen Papier sehr gut zur Geltung kommen, sind einfach zu drollig, sodass die Schwächen des Bandes nicht allzu sehr schmerzen. Immerhin gibt es auch ein paar sehr lustige Gags - und der Großteil bewegt sich zumindest im erträglichen Bereich.

 
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