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Die Legende der Drachenritter 1: Jaïna  Drucken E-Mail
Comics: Frankobelgier Fantasy & Sci-Fi
Geschrieben von Konstanze Tants   
Montag, 3. November 2008

Die Legende der Drachenritter 1: Jaïna

Autor: Ange
Zeichner: Alberto Varanda

Originaltitel: La Geste des Chevaliers Dragons: Jaïna
Übersetzt von: Tanja Krämling

1. Band der Reihe

Verlag: Splitter
Format: Hardcover
Erschienen: Januar 2007
ISBN: 978-3-939823-33-9
Preis: 12,80 EUR

48 Seiten
Inhalt
7.0
Zeichnungen
8.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.6

Wertung:
7.6
von 10
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Zum Inhalt:

Niemand weiß, woher die Drachen kommen. Aber ihre bloße Gegenwart verändert buchstäblich die Welt. In ihrer Umgebung verödet das Land und verwandeln sich Tiere und Menschen in Monster. Jungfrauen sind die einzigen, die von der unheilvollen Seuche verschont werden - und damit auch die einzigen, die sich den Drachen nähern und sie töten können. So entstand der Orden der Drachenritter, eine legendäre Truppe junger Frauen, ausgebildet an allen Waffen, verwegen, mutig und tödlich - nicht nur für Drachen. Eine verschworene Gemeinschaft, die die Ihren mit allen Mitteln schützt. Und deren größter Feind die Liebe ist ...

Meinung:

Der Orden der Drachenritter hat nicht nur den Auftrag, Drachen zu bekämpfen, er bewahrt auch die Legenden der Heldinnen aus früheren Zeiten, indem sie in eine Krypta eingraviert werden - so auch die Geschichte der Drachenritterin Jaïna und ihrer Knappin Ellys, die den Kampf mit einem der ärgsten Drachen aufnehmen mussten, die das Land je sah. Taucht ein Drache auf, so verändert seine Gegenwart die Welt: Landschaften veröden und Menschen und Tiere verwandeln sich in schreckliche, blutrünstige Monster. Kein Krieger hat die Möglichkeit, sich vor dieser abscheulichen Veränderung zu schützen, nur Jungfrauen sind vor diesem Fluch sicher - und somit als einzige in der Lage, gegen das Übel im Land zu kämpfen.

In Fantasyromanen ist das Konzept vom Drachen, der das Land und seine Bewohner beeinflusst, wohl ebenso alt wie die Idee von den jungfräulichen Kriegerinnen, die gegen diese Ungeheuer in den Kampf geschickt werden - doch im Comicbereich stellt "Die Legende der Drachenritter" eine angenehme Ausnahme von der klassischen Fantasygeschichte dar. Schnell erfährt der Leser, dass Jaïna und Ellys nicht die ersten Mitglieder des Ordens der Drachenritter sind, die gegen das Ungeheuer zur Hilfe gerufen werden.

Dara, Jaïnas Schwester, ist schon vor Monaten von den Priestern in den Kampf gegen diesen Drachen gerufen worden - und seitdem hat niemand mehr etwas von der jungen Frau gehört. So geht Jaïna nicht nur ihrer Bestimmung als Ritterin nach, sondern ist auch ganz persönlich motiviert, diesen Drachen zu besiegen. Auf ihrer Reise erleben die beiden Frauen die schrecklichen Veränderungen des Landes hautnah, vernichtete Dörfer und riesige Horden von Ungeheuern begegnen ihnen auf der Suche nach dem Drachen, aber auch eine Gruppe tapferer - wenngleich nicht so ganz ehrenhafter - Kämpfer, die die letzte Stellung im zerstörten Gebiet halten.

Da es die Jungfräulichkeit ist, die den Drachenrittern ihre Heldentaten ermöglicht, ist es natürlich nicht weiter verwunderlich, dass genau diese sich ebenso in Gefahr befindet wie das Leben der beiden Frauen. Doch auch wenn mit dem Erhalt und Verlust der Unschuld recht dezent umgegangen wird, ist es wie so oft in Fantasy-Comics absolut unverständlich, warum Ritterin und Knappin so leicht bekleidet in den Kampf ziehen. Sogar Jaïna, die während der Reise noch relativ vollständig und praktisch gekleidet ist, stellt sich dem Drachen barbusig und - abgesehen von Bein- und Armschutz - vollkommen ungerüstet entgegen. Sexy Zeichnungen um jeden Preis statt eine ansprechende und stimmige Darstellung zu bieten, das lässt jeden vernünftigen Menschen den Kopf schütteln.

Ansonsten kann man sich über die detaillierten und liebevollen Zeichnungen von Alberto Varanda nicht beschweren. Die vielen Details und die sehr düstere Stimmung werden durch die zum größten Teil in Erdtönen gehaltene Farbgebung von Delphine Rieu schön betont. Der optische Eindruck ergibt mit den kurzen und häufig schroffen Dialogen von Ange (Anne und Gerard) das stimmige Bild einer rückständigen Gesellschaft, die durch äußere und innere Bedrohungen kurz vor der Zerstörung steht.

Schon kurze Auftritte hinterlassen beim Leser deutliche Eindrücke von den verschiedenen Charakteren. Auch wenn den Figuren mehr Tiefe - und weniger Dummheit - gut getan hätte, bekommt man doch nicht nur eine gute Vorstellung von der dargestellten Gesellschaft und der Rolle der Drachenritter in dieser, sondern auch von der Motivation, die junge Frauen dazu bewegt, so eine schwierige und wenig anerkannte Aufgabe zu übernehmen.

Fazit:

Mit "Die Legende der Drachenritter 1: Jaïna" ist von Alberto Varanda (Zeichnungen) und Ange (Text) ein recht vielversprechender Auftakt der Reihe geschaffen worden. Auch wenn sich die Geschichte nur sehr selten von Klischees wegbewegt und so mancher logische Fehler den Leser etwas verärgert, bekommt man doch einen guten Einblick in eine marode Gesellschaft, die mit der Bedrohung durch die Drachen nur sehr schwer fertig wird und in der die Drachenritterinnen die einzige Hoffnung im Kampf gegen das Übel darstellen. Die detaillierten Zeichnungen, die gelungene Farbgebung und die zum Teil sehr knappen Dialoge unterstreichen den Inhalt der Geschichte auf eine schöne Weise.
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