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Wolverine: Logan  Drucken E-Mail
Comics: DC & Marvel Comics
Geschrieben von Manuel Tants   
Dienstag, 28. April 2009

Wolverine: Logan

Zeichner: Eduardo Risso

Originaltitel: Wolverine: Logan
Übersetzt von: Jürgen Petz

Format: Hardcover
Erschienen: April 2009
ISBN: 978-3-86607-814-7
Preis: 16,95 EUR

84 Seiten
Inhalt
5.0
Zeichnungen
8.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
7.0
Gesamtwertung
6.7

Wertung:
6.7
von 10
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Zum Inhalt:

Wolverine reist an einen geheimnisvollen Ort in Japan, um mit den Gespenstern der Vergangenheit ins Reine zu kommen. Hier ereignete sich eine Episode seines Lebens, in der ihn die Flammen von Liebe, Tod und Zerstörung gebrandmarkt haben. Wenn er nicht achtgibt, könnten diese Gespenster ihn nie mehr loslassen.

Meinung:

Wolverine ist einer der beliebtesten Superhelden aus dem Marvel-Universum - nicht umsonst bekommt er gerade als erster Mutant aus der Gruppe der "X-Men" seinen eigenen Kinofilm. Darüber hinaus ist der raubeinige und beinahe unsterbliche Kämpfer in den fiktionalen Chroniken der Welt, in der er lebt, auch eines der ältesten Wesen: Ende des 19. Jahrhundert als James Howlett in Kanada geboren und später unter dem zivilen Namen "Logan" bekannt, hatte er schon so manches Abenteuer hinter sich gebracht, bevor die X-Men überhaupt auf der Bildfläche erschienen. Und viele dieser frühen Erlebnisse fanden in Japan statt: So war er beispielsweise seit den späten 70ern mit der Yakuza-Erbin Mariko Yashida verlobt. Und bereits kurz nach dem Zweiten Weltkrieg heiratete er in Japan eine Frau namens Itsu, mit der er einen Sohn zeugte, welcher unter dem Namen "Daken" (bzw. inzwischen als "Dark Wolverine") für Wirbel sorgt.

Auch die Geschichte in "Wolverine: Logan" spielt in Japan, und zwar im Jahre 1945 und damit noch ein wenig vor seiner Begegnung mit Itsu: Als Soldat der kanadischen Armee trifft Logan in einem Kriegsgefangenenlager den Amerikaner Ethan Warren. Den beiden Männern gelingt die Flucht, doch im Gegensatz zu Logan misstraut Warren auch den japanischen Zivilisten, die ihnen unterwegs begegnen, und so trennen sich die Wege der beiden Soldaten. Logan lässt sich unterdessen von der hübschen Atsuko in ihrem Haus verstecken. Eine kurze Romanze entfaltet sich, doch Warren kehrt überraschend zurück und trachtet dem Paar nach dem Leben. Was die beiden Männer noch nicht wissen: Ihr Kampf wird erst etwa 60 Jahre später endgültig vorüber sein.

Autor Brian K. Vaughan hat bereits die erfolgreichen Serien "Y: The Last Man" und "Runaways" aus der Taufe gehoben, einige Hefte für die nur als Comic erschienene achte "Buffy"-Staffel geschrieben und auch fürs Fernsehen eine Handvoll Episoden der Serie "Lost" verfasst. Das ist eine durchaus beeindruckende Liste namhafter Titel, doch bei "Wolverine: Logan" liefert er leider eine deutlich weniger markante Leistung ab: Die Story ist insgesamt recht dünn und zu sehr an den bereits bekannten Japan-Erlebnissen Wolverines orientiert, denn wieder einmal geht es um eine Frau, die Wolverine vor Angreifern, die eigentlich ihn selbst im Visier haben, beschützen muss. Zudem gehen die Motive von Wolverines Gegner kaum über puren Sadismus hinaus und stellen somit kaum mehr als einen blassen Vorwand dar, um Logan in eine ordentliche Prügelei zu verwickeln.

Das hat allerdings in gewisser Weise wiederum auch sein Gutes, denn immerhin liefert die Handlung so ausreichend Gelegenheiten für Zeichner Eduardo Risso, um actionreiche Kampfszenen ins Bild zu setzen. Der Künstler, der vor allem durch seine Illustrationen für "100 Bullets" bekannt geworden ist, setzt seinen schattenreichen, ausdrucksstarken Zeichenstil sowie seine Vorliebe für ungewöhnliche Perspektiven gekonnt ein, um Wolverine im Kampf entsprechend tierhaft aussehen zu lassen.

Gegen Ende des Bandes, der übrigens im Hardcover erscheint und als Anhang einige Cover-Skizzen Rissos enthält, zeigt der Zeichner zudem, dass er auch mit der Darstellung lichtdurchfluteter, idyllischer Landschaften nicht überfordert ist. Gerade in diesen Abschnitten brilliert zudem die Farbgebung von Dean White ganz besonders, die durchweg sehr atmosphärisch und texturreich wirkt und mitunter sogar beinahe aquarellhaft anmutet. Daraus ergibt sich ein beeindruckender Kontrast zu den vorwiegend von Schwarzflächen geprägten Zeichnungen Rissos, der der Geschichte viel Exotik verleiht.

Fazit:

"Wolverine: Logan" schlägt in eine ähnliche Kerbe wie die bereits bekannten Geschichten um Wolverines Liebschaften mit Japanerinnen. Denn auch hier begegnet er im Land der aufgehenden Sonne einer einheimischen Dame, mit der er eine kurze Romanze erlebt, bevor ein missgünstiger Feind auf der Bildfläche erscheint und das Glück zu zerstören trachtet. Doch die Handlung ist nicht nur recht unoriginell, sondern Brian K. Vaughan hat zudem leider auch versäumt, dem Gegner Wolverines ein Motiv mit auf den Weg zu geben, das in der Lage ist, die Geschichte zu tragen. Fans des Zeichners Eduardo Risso werden sich über "Wolverine: Logan" aber trotzdem freuen können, denn der "100 Bullets"-Künstler kann auch im Superhelden-Sektor sein großes Talent voll ausspielen und zeigt vor allem in den Action-Szenen sein Gespür für dramatische Bildaufteilung und überzeugende Posen.
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