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Ultimate Spider-Man 1: Peter Parkers neue Welt  Drucken E-Mail
Comics: DC & Marvel Comics
Geschrieben von Jano Rohleder   
Dienstag, 13. Juli 2010

Ultimate Spider-Man 1: Peter Parkers neue Welt

Zeichner: David Lafuente

Originaltitel: Ultimate Comics: Spider-Man 1: The World According to Peter Parker
Übersetzt von: Michael Strittmatter

1. Band der Reihe

Format: Softcover
Erschienen: Juli 2010
ISBN: 978-3-86201-043-1
Preis: 16,95 EUR

148 Seiten
Inhalt
7.0
Zeichnungen
8.0
Verarbeitung
8.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.6

Wertung:
7.6
von 10
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Zum Inhalt:

Mit den ULTIMATE-Titeln beginnt nach "Ultimatum" eine neue Zeitrechnung für das ultimative Universum. Auch im Leben von Peter Parker alias Spider-Man stehen viele Veränderungen und Neuerungen an. Während Spidey von der Öffentlichkeit endlich als Held wahrgenommen wird, gestaltet sich Peters Privatleben immer turbulenter. Macht euch auf ein paar Riesenüberraschungen gefasst!

Meinung:

Ein halbes Jahr sind die schockierenden Ereignisse von "Ultimatum" nun her. Damals hatte eine von Magneto verursachte Flutwelle den Großteil New Yorks zerstört und Millionen von Menschen - darunter auch zahlreiche Superhelden und -schurken - das Leben gekostet. Nun kehrt langsam wieder Normalität in das Leben der Bevölkerung ein ... und mit ihr beginnt ein neuer Status Quo im "ultimativen" Marvel-Universum.

Im Rahmen dessen wurde auch die Reihe "Ultimate Spider-Man" (dt. "Der ultimative Spider-Man") mit ihrer Nummer 133 eingestellt und als "Ultimate Comics: Spider-Man" neu gestartet. Während dies in den USA ein fließender Übergang war, bedeutet es für die deutschen Leser eine größere Umstellung, denn die Abenteuer des ultimativen Spider-Man erscheinen nun nicht mehr als zweimonatige Heftreihe, sondern in unregelmäßigen Abständen in Form von Paperback-Bänden.

Inhaltlich hat sich nach "Ultimatum" viel getan: Gwen Stacy lebt nun seit Längerem wieder bei Peter und Tante May und ist mittlerweile auch Peters Freundin geworden, da MJ in der Zeit, die seit der Flutwelle vergangen ist, mit ihm Schluss gemacht hat (die Gründe hierfür sind unklar). Eine zusätzliche große Veränderung in Peters Leben bedeutet zudem sein neuer Status als Held. Nachdem er bereits in den letzten Ausgaben von "Der ultimative Spider-Man" bei der Bevölkerung beliebter wurde, sieht ihn nun auch die Polizei als Freund und Vorbild, da J. Jonah Jameson - der im Angesicht des Todes eine Heldentat Spider-Mans miterlebte, was ihn läuterte - einen Nachruf auf den vermeintlich während "Ultimatum" verstorbenen Netzschwinger geschrieben hatte, in dem er endlich die wahren Fakten über die Taten Spider-Mans auf den Tisch legte. So kommt es nun auch schon mal vor, dass Polizisten ein Autogramm haben wollen, statt wie früher auf ihn zu schießen. Der Daily Bugle ist unterdessen pleite gegangen und Peter musste einen Job in einem Burgerrestaurant aufnehmen, wo alberne Kappen in Form von Fröschen zur Kleiderordnung des Personals gehören.

Doch das ist noch längst nich das Ende der Überraschungen: Ein neues Superschurken-Duo macht die Stadt unsicher (ein Mutter-Tochter-Gespann, das sich die "Bombshells" nennt und dessen Kräfte nur funktionieren, wenn beide zusammen sind), ein seltsamer roter Rächer kämpft relativ unkonventionell gegen das Böse, Mysterio will der neue Pate der New Yorker Unterwelt werden, indem er den gerade zurückgekehrten Kingpin aus einem Hochhausfenster in den Tod stürzt ... und Johnny Storm ist aus irgendeinem Grund bei den Fantastischen Vier ausgezogen und quartiert sich kurzerhand bei Peter, Gwen und Tante May ein. Kitty Pride hingegen bekommt Besuch von Bobby Drake aka Iceman, der ebenfalls eine neue Bleibe braucht. Doch da ihre Mutter ihn nicht aufnehmen will, bietet ihm Tante May einfach auch noch ein Plätzchen zum Schlafen.

Ganz schön viel Neues also, mit dem Peter zurechtkommen muss - neue Freundin, neue Feinde, neue Mitbewohner. Und genau dadurch wird diese neue "ultimative" Reihe auch für eine neue Generation von Comiclesern interessant. Die Originalreihe entstand nach dem Erfolg des Spider-Man-Kinofilms und erzählte die Ursprünge des Netzschwingers in der Gegenwart für die jungen Leser neu. Doch mit der Reihe wurden auch die Leser älter und so konnte sie zwar zuletzt immer noch gelegentlich Überraschungen bieten, war aber aufgrund der sehr verschachtelten Ereignisse (Klonsaga, Venom/Carnage, Osborns etc.) für Neuleser kaum noch nachvollziehbar. "Die neue Welt des Peter Parker" setzt nun zwar mehr oder weniger dort an, wo "Der ultimative Spider-Man" aufhörte, doch ist nicht das Vorwissen aus der alten Reihe nötig, um die Handlung zu verstehen. Alte Leser wissen beispielsweise, dass Gwen nur ein identischer Klon der von Carnage getöteten Gwen des ultimativen Universums ist, für Neuleser spielt dieses Wissen hingegen keine Rolle, da es durch die Neuausrichtung nach "Ultimatum" nicht mehr handlungsrelevant ist.

Dadurch ist der Band überaus einsteigerfreundlich und man merkt ihm auch sehr deutlich an, dass sich die Story von Brian Michael Bendis (der den ultimativen Spider-Man schon seit der ersten Ausgabe schreibt) wieder an ein jüngeres Zielpublikum richtet als die letzen Ausgaben der alten Reihe und die Handlung stärker an die Anfänge von "Der ultimative Spider-Man" erinnert. Die Teenie-Soap-Elemente wurden stark hochgefahren (Peters Beziehungswirrwar, der Einzug von Johnny und Bobby etc.) und die Action ist auch eindeutig jugendfreundlicher als es die doch sehr blutigen Ereignisse in "Ultimatum" waren. Zwar wird der Kingpin ermordet, doch die Bombshells sorgen als Superschurken, die man (noch?) nicht allzu ernst nehmen kann, für lockere Komik.

Auch der Zeichenstil legt nahe, dass man sich neu ausrichten wollte: David Lafuentes Zeichnungen wirken sehr cartoonhaft und ähneln eher der bei uns nicht veröffentlichten Soapreihe "Spider-Man loves Mary Jane" als dem realistischeren Stil von Mark Bagley und seinem Nachfolger Stuart Immonen, die für "Der ultimative Spider-Man" verantwortlich waren. Etwas gewöhnungsbedürftig ist vor allem der sehr kugelrunde Kopf Spider-Mans mit den extrem großen Augenschalen, insgesamt ist Lafuentes Artwork aber schön anzusehen. Während sein Peter beim "Ultimate Spider-Man Annual #3" damals noch nach einer asiatischen Version von Keanu Reeves aussah, erkennt man in ihm jetzt sehr viel deutlicher den uns allen bekannten Teenager wieder. Lafuente schafft es zudem, den Charakteren zur richtigen Zeit - trotz seines Cartoon-Funny-Stils - eine sehr ausdrucksstarke Mimik zu verleihen, wodurch auch diese Reihe die bei "Spider-Man" übliche tiefgründigere Schicht der Handlung nicht vermissen lässt.

(Dieser Band enthält die US-Hefte "Ultimate Comics: Spider-Man" #1 bis #6.)

Fazit:

Fans von "Der ultimative Spider-Man" müssen sich mit dem Start von "Ultimate Spider-Man" an einige Neuheiten gewöhnen: Die Reihe erscheint in Deutschland nur noch unregelmäßig in Form von Paperbacks, Peter ist nicht mehr mit MJ zusammen und David Lafuentes Zeichenstil unterscheidet sich sehr stark von der bisherigen Reihe. Doch wen das nicht stört, der bekommt mit dem vorliegenden Band einige sehr unterhaltsame Spider-Man-Abenteuer geboten, die durch den neuen Status Quo des ultimativen Universums zudem überaus einsteigerfreundlich und durch die damit zusammenhängende Neuausrichtung der Storyline auch wieder stärker für jüngere Leser geeignet sind.

 
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