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Tristopolis 2: Dunkles Blut  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Science-Fiction
Geschrieben von Götz Piesbergen   
Freitag, 3. Oktober 2008

Tristopolis 2: Dunkles Blut

Originaltitel: Dark Blood
Übersetzt von: Peter Robert

Reihe: Tristopolis
2. Band der Reihe

Verlag: Heyne
Erschienen: Juli 2008
ISBN: 978-3-453-52323-4
Preis: 8,95 EUR

524 Seiten
Inhalt
3.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
3.5

Wertung:
3.5
von 10
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Zum Inhalt:

Willkommen im siebten Jahrtausend! Willkommen in Tristopolis, der Stadt, die ihre Energie aus den Knochen Verstorbener bezieht! Dies sind die Abenteuer von Polizei-Inspektor Donal Riordan, der einer Verschwörung auf die Spur kommt, die Tristopolis in ihren Grundfesten erschüttert ...

Meinung:

John Meaney ist aktuell einer der bekanntesten britischen Science-Fiction-Autoren. Bevor er seine Leidenschaft für das Schreiben zum Beruf machte, war er jahrelang in der Computerindustrie tätig. "Dunkles Blut" ist die Fortsetzung des Romans "Tristopolis". Die Idee, die hinter Tristopolis steckt, ist nicht schlecht: Die gleichnamige Stadt ist ein wahr gewordener Alptraum. Alles, was man in Gruselgeschichten gelesen hat, existiert in irgendeiner Form an diesem Ort. Wer tot ist, wird nicht unbedingt unter der Erde verscharrt, sondern kann als Zombie weiterleben. Es existiert Magie und Gegenstände können leben. Es ist eine wirklich faszinierende Welt, in der der Protagonist lebt.

Donal Riordan war einst ein normales Lebewesen, bis er bei den Ermittlungen zu einem Fall ums Leben kam. Seitdem lebt er als Zombie weiter, mit dem Herzen seiner Geliebten in seiner Brust. Als solcher kommt Donal einer Verschwörung auf die Spur, die die Stadt in ihrer Existenz bedroht. Gemeinsam mit seinen Freunden und Kollegen muss er nun den Verschwörern das Handwerk legen, oder seine gesamte Existenz hat keinen Wert mehr.

Wie bereits geschrieben, ist die Welt von Tristopolis höchst faszinierend. Doch leider gelingt es John Meaney nicht, aus diesem Potenzial Kapital zu schlagen, was mehrere Ursachen hat: Zum einen ist dieser Roman eine Fortsetzung - und leider vermittelt der Autor dem Leser die ganze Zeit das Gefühl, dass man etwas verpasst hat. Es wird in "Dunkles Blut" auf Personen und Handlungen aus dem ersten Teil verwiesen, ohne dass der Leser eine Ahnung bekommt, worauf genau angespielt wird. Das frustriert unnötig stark und hätte deutlich besser gelöst werden können. Einen guten Schriftsteller zeichnet es aus, dass er in der Lage ist, alle notwendigen Informationen im Laufe eines Buches an passender Stelle zu liefern, was John Meaney leider versäumt.

Der zweite Punkt ist, dass es bei der Entwicklung der Figuren hapert. So sterben im Laufe der Geschichte mehrere Charaktere (darunter zwei Comissioners), aber man fühlt nicht mit den Figuren und ihr Tod bedeutet dem Leser nichts. Es sind Gestalten, die zwar eingeführt wurden, aber den Funken nicht überspringen lassen - etwas, das auf sämtliche Figuren des Romans zutrifft. Die Charaktere bleiben blass und zweidimensional und berühren den Leser somit nicht.

Und auch die Gegenspieler wissen nicht zu überzeugen. Hierbei handelt es sich um die Einheitspartei, deren Ziele sicherlich nicht von ungefähr an eine bestimmte braune Partei aus Deutschland erinnern. Allerdings bekommt man an keiner Stelle das Gefühl, dass eine wirkliche Gefahr besteht. Der Leser erfährt zwar, dass sie die Macht ergreift und nach und nach ihre Ziele gegen Andersartige durchsetzten will, doch bis auf ein paar Szenen - die über das ganze Buch verstreut sind - ist da nichts Greifbares. Die ganze Bedrohung durch die Partei basiert nur auf Andeutungen und wird an keiner Stelle richtig real. Als dann der entscheidende Gegenschlag kommt, wirkt dieser, als ob man mit Kanonen auf Spatzen schießt - übertrieben und nicht der Lage angemessen.

Die Gefahr, der sich Donal Riordan entgegensetzen muss, erhält außerdem an keiner Stelle ein richtiges Gesicht. Sie ist irgendwie präsent, wird aber nicht wirklich vorstellbar. Als dann die Hintermänner enthüllt werden, wirkt diese Auflösung extrem lachhaft. Hier rächt sich, dass John Meaney versäumt hat, den Neuleser über die vorherigen Ereignisse aufzuklären. Altlesern dürften diese Männer im Hintergrund wohl bekannt vorkommen, doch das ändert nichts daran, dass die Gegenspieler zu keinem Zeitpunkt in der Handlung richtig bedrohlich wirken.

Fazit:

Der zweite Teil der Tristopolis-Reihe, "Dunkles Blut", ist ein Roman, der den Leser auf ganzer Linie enttäuscht. An keiner Stelle gelingt es dem Autor John Meaney, aus der gelungenen Idee hinter der fantastischen Stadt Tristopolis Kapital zu schlagen. Zum einen ist sein Roman nicht einsteigerfreundlich, da man ständig das Gefühl hat, etwas verpasst zu haben, weil auf Figuren und Ereignisse aus dem Vorgänger verwiesen wird. Und zum anderen sind die ganzen Charaktere auch nicht gerade so beschrieben, dass der Leser mit ihnen fühlt. Sie bleiben Staffagen, blass und zweidimensional.
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