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Star Wars - Rebel Force 1: Im Fadenkreuz  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Science-Fiction
Geschrieben von Götz Piesbergen   
Mittwoch, 22. Juli 2009

Star Wars - Rebel Force 1: Im Fadenkreuz

Originaltitel: Star Wars - Rebel Force #1: Target
Übersetzt von: Dominik Kuhn

1. Band der Reihe

Untergenre: Kinder & Jugend
Verlag: Panini
Erschienen: Mai 2009
ISBN: 978-3-8332-1878-1
Preis: 7,95 EUR

176 Seiten
Inhalt
5.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
5.3

Wertung:
5.3
von 10
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Zum Inhalt:

Der Todesstern ist vernichtet. Doch zum Feiern bleibt den Rebellen nicht allzu viel Zeit, denn die Allianz hat eine verschlüsselte imperiale Nachricht abgefangen, laut der das Imperium fieberhaft nach dem Piloten fahndet, der für die Zerstörung des Todessterns verantwortlich ist. Luke Skywalker schwebt damit in höchster Gefahr. Doch das ist nicht das einzige Problem der Rebellion: Nahezu die gesamten Geldmittel gingen bei der Vernichtung Alderaans verloren. Die letzte Hoffnung der Allianz sind die geheimen Bankkonten auf Muunilinst - dem ehemaligen Sitz des intergalaktischen Bankenclans und Zentrum des galaktischen Geldwesens. Luke, Han, Chewbacca und die Droiden machen sich daher auf nach Muunilinst - wo sie bereits vom besten Killer des Imperiums erwartet werden ...

Meinung:

"Star Wars" ist neben "Star Trek" das berühmteste Science-Fiction-Franchise überhaupt. Es umfasst neben den sechs Kinofilmen und den TV-Serien auch noch zahllose Comics, Bücher und Videospiele. All diese Produkte gelten als offizieller Teil der Kontinuität. Mit "Star Wars - Rebel Force" bringt Panini nun eine der neuesten Romanreihen hier in Deutschland heraus. Zielgruppe der Serie sind vor allem Jugendliche, die so an das Universum herangeführt werden sollen.

Diese bislang auf fünf Bände angelegte Romanreihe ist die erste Arbeit von Alex Wheeler. Eine überraschend verantwortungsvolle Aufgabe für einen Neuling: Über den Hintergrund des Autors unbekannten Geschlechts lassen sich keinerlei Informationen erhalten. Doch unbestätigten Gerüchten zufolge verbirgt sich hinter diesem Pseudonym die erfolgreiche Schriftstellerin Robin Wasserman.

Der Roman spielt nach den Ereignissen von "Star Wars: Episode 4". Der Todesstern ist zerstört worden und ein Kopfgeld wurde auf den unbekannten Piloten ausgesetzt, der dies getan hat. Dabei handelt es sich um Luke Skywalker - angehender Jedi-Ritter und gleichzeitig ein Mitglied der Rebellen-Allianz. Die Organisation hat ziemliche Probleme, denn durch die Vernichtung des Planeten Alderaans hat sie einen Großteil ihres finanziellen Vermögens verloren. Einzige Rettung sind geheime Bankkonten auf der Muunilinst, dem Zentrum des galaktischen Geldwesens.

Und so machen sich Luke Skywalker, Prinzessin Leia, Han Solo, Chewbacca und die Droiden R2-D2 und C3PO auf dem Weg, um an die potenziellen Geldquellen zu kommen. Diese Aufgabe wird jedoch nicht so ganz einfach, denn als sie einen angeblichen Freund der Rebellen retten, haben sie damit ungemerkt den Killer X-7 in ihre Mitte geholt. Alex Wheeler bietet einen interessanten Ansatz, um die Geschichte in Gang zu setzen. Denn eigentlich ist jedem Leser bewusst, dass eine Rebellion Geld kostet. Nur wurde dieses Thema in dieser Art und Weise bisher nicht so deutlich angeschnitten und in den Mittelpunkt einer Story gestellt.

Darauf aufbauend präsentiert der Autor ein für Jugendliche durchaus interessantes Abenteuer. Dadurch, dass die Geschichte kurz nach "Episode 4" spielt, sind alle Figuren charakterlich noch nicht so weit entwickelt wie bei späteren Romanen. Dies macht sich besonders bei Luke Skywalker bemerkbar, der noch lange nicht der selbstbewusste Jedi-Ritter ist, der er später sein wird. Hier ist er noch am Anfang seines Weges, noch unsicher, wie er sich und seine Fähigkeiten weiterentwickeln kann. Dies wirkt jedoch nicht sehr überzeugend, denn der Autor greift zur Holzhammer-Methode, um dem Leser Lukes Unerfahrenheit näher zu bringen. Es kommt immer wieder zu Szenen, in denen der begabte Pilot versucht, mit Hilfe seiner Jedi-Fähigkeiten etwas zu bewirken. Dies gelingt jedoch nicht immer und sein Scheitern wird immer äußerst slapstickhaft dargestellt, was sehr übertrieben und fehl am Platze wirkt.

Ansonsten werden nahezu alle anderen Akteure stark stilisiert präsentiert. Sie agieren so, wie man es aus dem ersten Kinofilm kennt: Han Solo ist das Raubein der Truppe, das sich immer mit Prinzessin Leia streitet. Die versucht für die Allianz alles zu tun, immer die Balance zwischen Diplomatie und Aktion haltend. Dabei agiert sie von allen Protagonisten am intelligentesten und nutzt, wenn Waffen-Gewalt nicht weiterhilft, erpresserische Mittel. Da sich diese Figuren auch im Laufe der Geschichte nicht stark verändern, konzentriert sich Alex Wheeler daher umso mehr auf den Antagonisten X-7.

Dieser ist ein hochintelligenter Killer, der einer Gehirnwäsche und einem rigiden Training unterzogen wurde. Er kann sich problemlos jeder Situation anpassen und jede Tarnung annehmen. Mit dieser Figur führt der Schriftsteller einen Gegner ein, der den Helden in ihrer aktuellen Fassung mehr als gewachsen ist, ihnen im Prinzip sogar eigentlich überlegen. Denn er schafft es ohne Probleme, ihr Vertrauen zu erlangen und von ihnen als gleichwertiger Partner akzeptiert zu werden. Seine Mission ist es, den Piloten aufzuspüren, der den Todesstern zerstört hat. Und er ist ihm bereits näher, als ihm eigentlich bewusst ist.

Allerdings strapaziert Alex Wheeler sehr stark die Glaubwürdigkeit des Plots. So schafft es X-7 problemlos, in die geheime Rebellenbasis einzudringen. Dort kann er ohne Schwierigkeiten die für seine Mission notwendigen Informationen erlangen und sich ebenso reibungslos wieder von dem Stützpunkt entfernen. Dass er nebenbei auch noch einige Rebellen unbemerkt umbringt, verschärft das Plot-Problem. Hier muss man sich als Leser fragen, wieso die Rebellen eine derartig schwache Sicherheit haben. Da grenzt es schon fast an ein Wunder, dass das Imperium sie noch nicht ausgelöscht hat.

Fazit:

Beim Lesen hinterlässt "Im Fadenkreuz" einen gemischten Eindruck. Auf der einen Seite wählt Alex Wheeler für sein Erstlingswerk einen geschickten Handlungsansatz, den man in dieser Art und Weise sicherlich noch nie im Star-Wars-Universum hatte. Die Idee, dass der Rebellen-Allianz das Geld ausgeht, hat etwas für sich. Ebenso gut gewählt ist die Rolle des Antagonisten: X-7 entpuppt sich als ein gefährlicher, weil hochintelligenter Attentäter, der den Helden sicherlich noch einiges an Ärger bereiten wird. Doch leider hat das Buch einige Schwächen. So will der Autor die Unerfahrenheit einiger Akteure dem Leser forciert näher bringen. Wenn Luke Skywalker bei seinen Versuchen, die Macht einzusetzen, immer auf sehr slapstickhafte Art und Weise scheitert, wirkt dies überzogen und nicht sehr passend. Ebenso strapaziert Alex Wheeler auch sehr stark die allgemeine Glaubwürdigkeit des Plots.
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