Banner bookdepository.com

Rendezvous mit Rama  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Science-Fiction
Geschrieben von Götz Piesbergen   
Montag, 9. Juni 2008

Rendezvous mit Rama

Originaltitel: Rendezvous with Rama
Übersetzt von: Roland Fleissner

Reihe: Rama-Zyklus
1. Band der Reihe

Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: April 2008
ISBN: 978-3-404-24371-6
Preis: 8,95 EUR

302 Seiten
Inhalt
9.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
8.9

Wertung:
8.9
von 10
Jetzt kaufen



Zum Inhalt:

Das rätselhafte Objekt, das die Astronomen auf den Namen Rama tauften, gab allen Rätsel auf. Es war noch weit entfernt, deutlich außerhalb der Jupiter-Umlaufbahn. Etwas, das auf eine solche große Entfernung auf dem Radar erschien, musste gigantisch groß sein. Während das Objekt durch das Sonnensystem raste, zeigte sich bald, dass es geformt war wie ein perfekter Zylinder. Offenbar stand die Menschheit im Begriff, ihren ersten Besucher von den Sternen zu empfangen ...

Meinung:

Am 19. März dieses Jahres starb Arthur C. Clarke. Er war einer der letzten großen Titanen der Science-Fiction, bekannt vor allem durch den Film "2001: A Space Odessey". Dieser basierte auf einer Kurzgeschichte des Autors, die er nach Veröffentlichung des Films zu dem erfolgreichen Roman überarbeitete, auf dem sich dann sein Ruhm begründete. Doch sein Werk definierte sich nicht nur über "2001", sondern umfasste auch viele andere Titel, darunter auch "Rendezvous mit Rama", das Bastei Lübbe jetzt in einer Neuauflage herausgebracht hat.

Arthur C. Clarke war einer der prägnantesten Autoren im Bereich Hard-Science-Fiction. Damit ist Science-Fiction gemeint, die wissenschaftlich fundiert ist. Dabei nutzte ihm sicherlich sein Studium der Mathematik und der Physik am King's College in London. Neben seinem Erfolg als Autor war Arthur C. Clarke als Wissenschaftler so anerkannt, dass er für seine Idee der satellitenbasierten Kommunikation für den Nobelpreis nominiert wurde.

Das wichtigste Element des Buches "Rendezvous mit Rama" ist natürlich das geheimnisvolle Objekt, das ins Sonnensystem eindringt. Hier gelingt es Arthur C. Clarke, eine Welt zu beschreiben, die für den Leser absolut fremdartig ist und dies auch in Laufe der Lektüre bleibt. Zwar gibt es im Rahmen der Handlung diverse Interpretationsversuche, um zum Beispiel den Wesen von Rama - eine Art von Robotern - den Menschen verständliche Funktionen zuzuweisen. Doch verlaufen diese in der Regel im Sand bzw. werden aufgrund der zu starken Befremdlichkeit aufgegeben. Die Außerirdischen werden dadurch niemals dem irdischen Realitätssinn angepasst, sondern bleiben so wie sie sind.

Was Rama so beeindruckend macht, ist nicht nur seine Fremdheit, sondern auch seine Entwicklung. Arthur C. Clarke beschreibt, wie sich das Objekt mit Leben füllt, je näher es der Sonne kommt. Die durch diese Sonnenannäherung entstehenden Veränderungen wirken alle realistisch und wissenschaftlich fundiert, wie man es bei diesem Autor nicht anders erwartet. So wird ausführlich beschrieben, wie sich das Klima ändert, bzw. wie es auf die immer näher kommende Sonne mit zum Teil heftigen Wetterturbulenzen reagiert.

Was auffällt, ist, dass die Figuren keine tiefergehende Charakterisierung erfahren. Sie sind auf ihre Funktion als Erforscher des Unbekannten konzentriert. Was genau ihre Träume und Wünsche sind, wird ebenso wie ihre Vergangenheit entweder nur angedeutet oder überhaupt nicht erwähnt. Der Leser erfährt zwar, dass Captain Norton zwei Frauen hat - eine auf der Erde und eine auf dem Mars, oder dass Leutnant Rodrigo gläubig ist. Doch intensiver wird nicht auf die Charaktere eingegangen.

Wo dies in anderen Büchern ein Manko wäre, stört es in "Rendezvous mit Rama" überhaupt nicht. Es ist im Gegenteil eher so, dass sich der Leser - dadurch, dass die Figuren eher zurückhaltend dargestellt werden - mehr auf die Erforschung von Rama konzentriert. Dieser Aspekt des Buches ist dann schließlich so dominierend, dass Handlungselemente außerhalb des Objektes - wie zum Beispiel das politische Allerlei in dem Sonnensystem - eher störend wirken.

Fazit:

"Rendezvous mit Rama" gilt zu Recht als Klassiker der Science-Fiction-Literatur. Arthur C. Clarke gelingt es, gerade durch seine stark zurückhaltenden Charakterentwicklungen einen äußerst spannenden Roman zu schreiben. Dabei hilft vor allem, dass das Geheimnis von Rama nie ganz gelüftet wird und so dieses Objekt für den Leser so fremdartig bleibt, wie es auch am Anfang des Buches war. Ein weiterer Anreiz dieses Titels ist, dass natürlich alles, was Arthur C. Clarke schreibt, auf wissenschaftlichen Fakten basiert, wie man es bei einem so anerkannten Wissenschaftler auch erwarten kann.
Weiterführende Infos

 
Copyright © 2008-2017 by booklove.de. Alle Rechte vorbehalten.