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Perry Rhodan: Die Trümmerbrücke  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Science-Fiction
Geschrieben von Götz Piesbergen   
Samstag, 17. Mai 2008

Die Trümmerbrücke

5. Band der Reihe

Verlag: Heyne
Erschienen: Februar 2008
ISBN: 978-3-453-52390-6
Preis: 6,95 EUR

414 Seiten
Inhalt
4.0
Preis/Leistung
6.0
Gesamtwertung
4.2

Wertung:
4.2
von 10
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Zum Inhalt:

Perry Rhodan, Julian Tifflor und ihre Begleiterin Zhanatau Filgris nehmen die Verfolgung des Raumschiffes auf, in dem sie einen der Hauptverantwortlichen für den Ausbruch des Ara-Toxins vermuten, einer vernichtenden Substanz, der ein ganzer Planet zum Opfer fiel. Ziel des Flüchtlings ist ein künstliches Gebilde, das im Leerraum seine Bahn zieht. Dieses Artefakt ist ein Fragment eines der ungeheuerlichsten Raumschiffe, die das Universum je gesehen hat - das Bruchstück eines ehemaligen Sporenschiffes der Mächtigen. Auf dem riesigen Raumschifffragment ist ein ebenso buntes wie undurchsichtiges Völkergemisch ansässig, darunter Springer, Aras und Tefroder. Dass dieses Fragment in Wirklichkeit mehr als ein Umschlagsplatz für friedlich gehandelte Waren ist, wird Perry Rhodan schnell klar, als er dort versucht ihren Gegner zu stellen. Gemeinsam sind mit Julian Tifflor ist er hier im Einsatz auf der "Trümmerbrücke" ...

Meinung:

Unter den aktuellen Perry-Rhodan-Autoren ist Hubert Haensel einer von denen, die für zuverlässigen Lesespaß stehen. Seine Romane sind immer gut lesbar - und man merkt den Büchern an, dass der Autor Spaß an seiner Arbeit hatte. Doch ob er dieses Vergnügen auch bei "Die Trümmerbrücke" hatte, ist fraglich. Die Handlung in diesem Roman soll auf Biegen und Brechen auf einen Konflikt zwischen den beiden Hauptfiguren hinauslaufen.

Im vorherigen Band ("Die eiserne Karawane") haben Perry Rhodan und seine Begleiter herausgefunden, dass die befremdliche Substanz Ara-Toxin so genannte "Mobys" hervorrufen kann - und dass somit die Gefahr für die Galaxie und vor allem für die schon infizierte Erde ins unermessliche gestiegen ist. Um nun eine Auseinandersetzung zwischen Perry Rhodan und Julian Tifflor herbeizuführen, hat der Autor den beiden Charakteren gegensätzliche Auffassungen darüber verpasst, wie sie weiter vorgehen sollen.

Während Perry sich nicht damit abfinden kann, dass es kein Gegengift gegen das Ara-Toxin geben soll - und sich darauf konzentrieren will, ihren Gegenspieler zu verfolgen, um vielleicht doch noch eine Chance auf die Rettung der Erde zu haben -, versteift sich Julian auf die Evakuierung der Erde. Dieser Handlungsverlauf ist ja eigentlich kein Problem und hätte auch glaubwürdig geschildert werden können. Doch leider wirkt Julians Plan, der sich eher auf die Rettung als auf die Verhinderung konzentriert, angesichts der dramatischen Umstände, mit denen die Hauptfiguren umgehen müssen, für seine Verhältnisse ungewohnt engstirnig und egoistisch. Diese für die Perry-Rhodan-Reihe so wichtige Figur handelt vollkommen entgegen ihres üblichen Charakters und wirkt dadurch wie jemand, der nur den bekannten Namen trägt, ohne ihn wirklich ausfüllen zu können. Deshalb wirkt der Konflikt zwischen den beiden Unsterblichen, der doch die gesamte Handlung tragen soll, unlogisch und überflüssig.

Leider ist dies noch nicht alles, was mit Julian passiert, denn auch in der Beziehung zwischen ihm und Zhanatau, seiner araischen Leibwächterin kriselt es. Allerdings geschieht dies weniger, weil die Liebe zwischen den beiden auf einmal abkühlt, sondern weil Julian anscheinend unter Wahrnehmungsschwierigkeiten leidet, was sich auch auf sein Verhalten auswirkt. Auf einmal agiert er paranoid, leidet an Halluzinationen - und dies für den Leser ohne erkennbaren Grund. Diese Vorfälle taucht immer wieder sporadisch im Laufe des Buches auf, werden jedoch niemals ausführlich erklärt und hinterlassen deshalb ein Gefühl der Unzufriedenheit.

Ein weiterer Grund für die Enttäuschung beim Lesen dieses Romans ist, dass zwei Nebenfiguren mit einer gewissen Wichtigkeit eingeführt werden, nur um dann ihre Bedeutung erst zu entfalten, wenn sie ihren zweiten und letzten Auftritt haben. Bis zu diesem Zeitpunkt, an dem der Grund für ihr Auftreten offensichtlich wird, werden die beiden in der Geschichte kaum noch erwähnt. Sie fallen komplett unter den Tisch, weshalb ihre Bedeutung für die Handlung für den Leser lange Zeit ein Rätsel bleibt. Man kennt die beiden kaum, und als man sie endlich kennen lernt ist es auch schon zu spät, um ihre Rolle in der Geschichte würdigen zu können. Ihre Aufgabe in der Handlung hat sich erfüllt und sie werden vom Autor entsorgt, wobei die Frage zurückbleibt, warum sich Hubert Haensel überhaupt die Mühe gemacht hat, diese Charaktere für den Leser einzuführen.

Immerhin überzeugt die Darstellung der Trümmerbrücke. Die Gesellschaft, die dort zu finden ist, ist faszinierend ruchlos und agiert nach ihren eigenen Regeln. Genau werden die einzelnen Springersippen beschrieben und der Autor geht auf den eigentlichen Drahtzieher der Station, Gelau, etwas intensiver ein. Als dieser einen Besuch auf der Trümmerbrücke ankündigt, versetzt er die ganze Gesellschaft in Aufruhr.

Fazit:

Leider beweist Hubert Haensel mit dem Perry-Rhodan-Roman "Die Trümmerbrücke" nicht sein übliches Können. Vor allem die Entwicklungen um Julian Tifflor enttäuschen den Leser sehr, da diese Figur komplett out-of-character agiert. Seine Auseinandersetzungen mit Perry Rhodan und seine Beziehungsprobleme strapazieren die Geduld des Lesers und lenken von der eigentlich gut beschriebenen Gesellschaft auf der Trümmerbrücke ab. Auch das verschwendete Potenzial der beiden wichtigsten Nebenfiguren hinterlässt keinen guten Eindruck.
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