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Die Flotte der Puppenspieler  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Science-Fiction
Geschrieben von Götz Piesbergen   
Dienstag, 9. September 2008

Die Flotte der Puppenspieler

Originaltitel: Fleet of Worlds
Übersetzt von: Ulf Ritgen

11. Band der Reihe

Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: Juli 2008
ISBN: 978-3-404-24373-0
Preis: 8,95 EUR

428 Seiten
Inhalt
7.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.1

Wertung:
7.1
von 10
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Zum Inhalt:

Die Explosion des galaktischen Zentrums sendet tödliche Strahlung aus. Langfristig steht alles Leben in der Galaxis vor der Auslöschung. Die technisch hoch entwickelte Spezies der Puppenspieler flieht und nimmt ihre Planeten mit, formiert zu einer Weltenflotte. Kirsten Quinn-Kovacs, eine Menschenfrau, die bei den Puppenspielern lebt, soll die Fluchtroute erkunden. Gemeinsam mit ihrem Mentor Nessus sucht sie nach möglichen Gefahren, die der Weltenflotte bei ihrer Reise drohen. Dabei stößt sie auf uralte Geheimnisse, die das ganze Universum in seinen Grundfesten erschüttern ...

Meinung:

Larry Niven ist neben Arthur C. Clarke und Greg Bear einer der bekanntesten Vertreter der Hard-Science-Fiction (wissenschaftlich fundierte Science-Fiction). Seinen Durchbruch hatte der Autor mit "Ringwelt". Das Buch handelte von einer - aus verschiedenen Spezies zusammengesetzten - Expedition, die jene Ringwelt erforschten. Schon in diesem Roman wurden einige interessante Details über die Spezies der Puppenspieler bekannt, die sich manipulierend in die Geschicke der Menschen einmischten.

Edward M. Lerner, Nivens Ko-Autor, ist vergleichsweise unbekannt. Sein Oeuvre besteht "nur" aus sechs Büchern sowie einigen Kurzgeschichten. Erst seit 2004 ist er hauptberuflich als Schriftsteller tätig, davor hat er in der Flug- und Raumfahrtindustrie gearbeitet. Von seinen bisherigen Werken wurde kein einziges in Deutschland publiziert.

"Die Flotte der Puppenspieler" spielt in demselben Universum wie "Ringwelt", wobei jedoch kein Vorwissen beim Lesen nötig ist. Der Roman spielt chronologisch gesehen kurz vor "Ringwelt". Die einzige Person, die in beiden Romanen auftaucht, ist Nessus, der Vertreter der Puppenspieler. Dabei handelt es sich um eine Rasse von Außerirdischen, die versuchen, jeder Gefahr aus dem Weg zu gehen oder diese im Vorfeld zu eliminieren. Sie sind extrem paranoid und flüchten sich bei Gefahren in eine Art Starre. Nur die Verrücktesten unter ihnen sind bereit, die Heimatwelt zu verlassen und für die Ziele der Spezies zu handeln. Puppenspieler werden sie aufgrund ihres manipulativen Umgangs mit anderen Wesen genannt.

Dieser Roman handelt von dem Miteinander der Puppenspieler und der Menschen, die mit ihnen in der Weltenflotte leben. Angeblich wurden die Vorfahren der Menschen durch die Puppenspieler vor aggressiven Außerirdischen gerettet. Seitdem dienen sie ihren Rettern und agieren hauptsächlich an ihrer Stelle im Weltraum. Schließlich sind die Menschen im Gegensatz zu den Puppenspielern nicht konfliktscheu. Im Mittelpunkt des Buches steht die Besatzung des Puppenspieler-Schiffes "Explorer". Diese besteht aus den drei Menschen Kirsten Quinn-Kovacs, Eric Huang-Mbeke und Omar Tanaka-Singh sowie dem Puppenspieler Nessus. Aus der Mannschaft sticht besonders die Navigatorin Kirsten Quinn-Kovacs hervor, die schon bald auf Spuren der wahren Herkunft der Menschen stößt.

In der Weltenflotte beginnen die Menschen sich langsam für ihre wirkliche Herkunft zu interessieren, was bei einigen Puppenspielern für Misstrauen sorgt. In diese Situation wird auch Nessus mit einbezogen, der eine Beziehung mit dem Hintersten - dem Anführer der Puppenspieler - beginnt. Gleichzeitig sorgt er jedoch auch dafür, dass die Menschen auf der Erde für eine Weile mit sich selbst beschäftigt sind, sodass sie keine Zeit für Forschungen haben. Dieses Plotelement richtet sich vor allem an die Leser, die frühere Werke von Larry Niven kennen, da hier Dinge losgetreten werden, über die man bereits in "Ringwelt" gelesen hat. Denn für Nicht-Kenner des berühmten Romans dürften diese Elemente ein bisschen losgelöst von der restlichen Handlung wirken und es schwer sein, die Bedeutung dieser Elemente richtig einzuschätzen.

Während die Menschen in der Weltenflotte immer mehr Fragen zu ihrer Herkunft haben, stellen sie fest, dass die Puppenspieler ihnen viele Dinge verheimlichen und vorenthalten. Doch dann stößt Kirsten auf Details, die die von den Puppenspielern erzählte Geschichte in einem vollkommen anderen Licht darstellen. Und so beginnt für die Menschheit ein gefährlicher Weg, bei dem sie sich von den Puppenspielern loslöst. Man kann die Hartnäckigkeit, mit der Kirsten die anfänglich spärlichen Spuren verfolgt, nur bewundern. Trotz aller Bedrohungen geht sie unbeirrt ihren Weg und zieht nach und nach die restliche Crew mit.

Aber die Autoren konzentrieren sich nicht nur auf die Seite der Menschen, die nach ihrer wahren Herkunft forschen. Gleichzeitig gehen sie auch auf die Seite der Puppenspieler ein. Es gelingt ihnen, dass der Leser trotz aller Taten dieser Spezies ihre Sicht der Dinge nachvollziehen kann. Das wird vor allem dadurch bewirkt, dass man die Puppenspielerseite durch Nessus Augen kennen lernt. Dieser hat am meisten mit den Menschen zu tun und bildet das Bindeglied zwischen den beiden Seiten.

Fazit:

Die erste Kooperation zwischen Larry Niven und Edward M. Lerner kann man als Erfolg bezeichnen. Beide Autoren arbeiten hervorragend zusammen und präsentieren mit "Die Flotte der Puppenspieler" ein Buch, das zwar im "Ringwelt"-Universum spielt, jedoch keinerlei Vorkenntnisse verlangt. Gut gelungen ist, dass der Leser beide Seiten des Konflikts kennen lernt. Auf der einen Seite die extrem paranoiden und nervösen Puppenspieler, auf der anderen Seite die Menschen, die keinen Konflikt scheuen. Gleichzeitig bleiben die Puppenspieler dem Leser fern genug, um fremd zu wirken. Doch leider wirken die Stellen, in denen Nessus sich in die Entwicklung der Menschen auf der Erde einmischt, von der restlichen Handlung zu losgelöst - und man kann ihre Bedeutung nur dann richtig einschätzen, wenn man vorher den Roman "Ringwelt" gelesen hat.
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