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Alien Earth: Phase 3  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Science-Fiction
Geschrieben von Götz Piesbergen   
Donnerstag, 21. August 2008

Alien Earth: Phase 3

Reihe: Alien Earth
3. Band der Reihe

Verlag: Heyne
Erschienen: Juli 2008
ISBN: 978-3-453-52252-7
Preis: 9,95 EUR

560 Seiten
Inhalt
4.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
4.4

Wertung:
4.4
von 10
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Zum Inhalt:

Die Situation auf der Erde spitzt sich zu. Die Verfolger der Aliens haben den Planeten erreicht und beginnen mit dem Angriff. Gleichzeitig versuchen diverse Kräfte, das Beste aus dieser Situation zu machen, indem sie den Aliens in den Rücken fallen oder sie umgehen und direkt mit den Verfolgern in Kontakt treten. Die Zeit für die Erde läuft langsam ab ...

Meinung:

Frank Borsch war langjähriger Autor und Redakteur bei "Perry Rhodan" und hat außerdem diverse amerikanische Comics übersetzt. "Alien Earth" ist seine erste eigene Buchreihe, die mit dem Roman "Phase 3" zum Abschluss gebracht wird.

Im ersten Band konzentrierte sich Frank Borsch darauf, die Erde in der nahen Zukunft zu schildern und aufzuzeigen, welche Folgen die plötzliche Ankunft der Aliens hat. Es war ein durchweg negatives Bild, das er da beschrieb. Die gesamte Menschheit reagierte fast panisch auf die Ankunft der angeblich harmlosen Außerirdischen. So wurde die Jagd auf so genannte Manifestationen eröffnet - Menschen, in deren Körper die Seelen der Außerirdischen hausen. Es schien so, als ob nur diejenigen an die Harmlosigkeit der fremden Wesen glaubten, die nichts mehr zu verlieren hatten. Überflussmenschen, wie Frank Borsch sie schaurigschön taufte. Am Ende des ersten Bandes kam es dann zu einem massiven Seelenaustausch zwischen den Außerirdischen und diesen Menschen ohne Hoffnung.

Im folgenden Buch baute der Autor seine fiktive Welt weiter aus. Zum ersten Mal schilderte er, wie sich die Außerirdischen in ihren neuen Körpern benahmen. Und was er schilderte war alles andere als schön. Sie gaben nicht gerade viel auf die Wirtskörper und deren Bewohner, benutzten sie gar als Wegwerfware. Außerdem formierte sich unter den Menschen Widerstand gegen diese Neuankömmlinge. Um das ganze Szenario noch schlimmer zu machen, führte Frank Borsch dann noch Feinde der Aliens ein, die sich der Erde näherten.

Das Ausgangsszenario für den letzten Band der Reihe, "Phase 3" ist also alles andere als hoffnungsvoll - und es wird im Laufe des Buchs auch nicht besser. Der Hauptgrund für die stagnierende Qualität ist sicherlich, dass im Buch eine unglaublich hohe Anzahl an wichtigen Handlungsträgern vorkommt. Ungefähr sieben Personen gibt es, die für die Geschichte wichtig sind. Auch kommen nicht alle dieser sieben Charaktere gleich gut weg.

Trotz eines Umfangs von rund 560 Seiten schafft es der Autor nicht, allen Personen den gleichen Platz zur Entwicklung einzuräumen. Das führt dann zum Beispiel dazu, dass Francois - ein ehemaliger Helfer der Aliens - buchstäblich in den Tiefen der Handlung verschwindet. Sein endgültiges Schicksal bleibt offen, was für den Leser sehr ärgerlich ist. Schließlich hat es Frank Borsch bei den anderen Personen auch geschafft, einen Schlussstrich zu ziehen, und so stellt sich die Frage, wieso ihm dies bei Francois nicht gelang. Hier entsteht der Eindruck, dass er die Figur schlicht und ergreifend im Laufe der Geschichte vergessen hat.

Ein anderer Nachteil dieser hohen Anzahl an Personen ist, dass das Buch für einen Neuleser nicht einsteigerfreundlich ist. Man muss alle vorherigen Bände gelesen haben, um zu wissen, was für eine Vorgeschichte die verschiedenen Personen haben und wieso sie jetzt auf eine bestimmte Art agieren.

Außerdem gibt es da noch die Aliens. Zum ersten Mal im Laufe der Buchreihe geht Frank Borsch näher auf sie ein und erläutert ihre Geschichte und Vergangenheit. Diese Passagen sind die besten im Buch. Hier kommt richtiges Science-Fiction-Feeling auf. Außerdem gelingt es ihm, Sympathien für die Aliens zu erwecken. Nur merkt man, dass er es versäumt hat, sie in den früheren Bänden detaillierter auszubauen. Er muss in "Phase 3" einiges an Informationen nachreichen, wodurch er Platz verschwendet, den er eigentlich für die vielen Hauptfiguren gut hätte verwenden können.

Außerdem gelingt es dem Autor zu schnell, alle gerade gewonnen Sympathien für die Aliens zu zerstören. Die Außerirdischen wirken und handeln arrogant. Sie achten nicht auf das Wohl ihres Wirtskörpers und die Menschen sind für sie nicht besser als Vieh. Es geht ihnen nur darum, ihre Ziele durchzusetzen, komme was wolle.

Doch die Krönung aller Enttäuschungen ist sicherlich die Enthüllung, wer hinter den Verfolgern steht. Hier hat Frank Borsch viel aufgebaut, was sich dann am Ende als Luftschloss erweist. Immerhin sind die Sequenzen aus dem Globalnet gelungen, in denen die Reaktion der diversen Benutzer gezeigt wird. Diese sind kurzweilig und hübsch abwechslungsreich.

Fazit:

Am Ende der Serie "Alien Earth" bleibt für den Leser nur Enttäuschung übrig. In einem überwiegend äußerst pessimistisch geschriebenen Roman macht Frank Borsch letztendlich alles falsch. Zum einen charakterisiert er zwar endlich die Außerirdischen - und macht sie dadurch schon fast sympathisch - doch dann verspielt er dieses Verständnis des Lesers aufgrund der achtlosen Handlungen der Aliens gleich wieder. Auch gelingt es dem Autor trotz einer hohen Seitenanzahl nicht, allen wichtigen Handlungsträgern gleichermaßen gerecht zu werden. Das führt dazu, dass einige Charaktere plötzlich verschwinden und ihre Geschichte nicht zu Ende geführt wird. Als krönenden Abschluss entpuppt sich die große Bedrohung, vor der die Außerirdischen geflohen sind, als eine Art Lachnummer. Dies führt dazu, dass der Leser vom abschließenden Band der Reihe "Alien Earth" überaus enttäuscht ist.
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