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Ein Vampir und Gentleman  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Liebe & Romantik
Geschrieben von Konstanze Tants   
Freitag, 10. September 2010

Ein Vampir und Gentleman

Originaltitel: The Accidental Vampire
Übersetzt von: Ralph Sander

7. Band der Reihe

Untergenre: Fantasy
Verlag: LYX
Erschienen: März 2010
ISBN: 978-3-8025-8317-9
Preis: 9,95 EUR

376 Seiten
Inhalt
7.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
7.1

Wertung:
7.1
von 10
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Zum Inhalt:

Elvi Black schläft in einem Sarg, meidet die Sonne und verzichtet auf Knoblauch. Sonst hat sie allerdings keine Ahnung, was es heißt, eine Vampirin zu sein. Victor Argeneau erklärt sich bereit, sie in das Dasein einer Unsterblichen einzuführen. Doch da verübt ein Unbekannter einen Anschlag auf Elvi. Irgendjemand scheint es auf sie abgesehen zu haben. Und Victor soll sie beschützen ...

Meinung:

Nachdem Lynsay Sands im sechsten Band der Reihe um die Argeneau-Vampire dafür gesorgt hatte, dass Lucian Argenau seine Lebensgefährtin Leigh fand, konzentriert sie sich in "Ein Vampir und Gentleman" auf Lucians Bruder Victor. Dieser hat noch nichts von den Veränderungen im Leben seines älteren Bruders und Vorgesetzten mitbekommen, da er im Auftrag des Rats der Vampire auf dem Weg in die kanadische Kleinstadt Port Henry ist. Denn dort soll eine Vampirin leben, die über eine Kleinanzeige im "Toronto Star" einen passenden Partner sucht.

Eigentlich gehen Victor und sein Mitarbeiter DJ Benoit davon aus, dass es sich dabei um einen schlechten Scherz einer extremen Gothic-Dame handelt. Doch sollte dies nicht der Fall sein, dann müssten sie die Vampirin, die gegen eine der drei wichtigsten Regeln ihrer Rasse verstoßen hat, vor den Rat bringen, wo sie im schlimmsten Fall zum Tode verurteilt würde. Allerdings sind Victor und DJ nicht die einzigen Vampire, die auf die ungewöhnliche Kontaktanzeige reagiert haben. Kurz nach ihnen treffen Alessandro, Edward und Harper ein - jeder von ihnen in der Hoffnung, dass sich die unbekannte Vampirin als ihre Lebensgefährtin entpuppen wird.

Doch Elvi Black weiß gar nichts von einer Kontaktanzeige oder gar von den Regeln der Vampire. Die Frau wurde von keinem Schöpfer in die Welt der Unsterblichen eingeweiht und hat einfach nur versucht, in den vergangenen fünf Jahren so zu leben, wie man es von ihr als Vampirin vermutlich erwarten würde. Dabei hat sie sich als Quelle für ein vampirgemäßes Leben allerdings auf eine Verfilmung von "Dracula" gestützt - ein Umstand, der bei Victor Argeneau für einiges Entsetzen sorgt. Ebenso wie die Tatsache, dass Elvi nie jemandem verschwiegen hat, dass sie eine Vampirin ist, sodass nun die gesamte Stadt, in der sie lebt, über die Existenz der Unsterblichen informiert ist.

Für den Leser ergibt sich aus dieser Grundidee eine sehr amüsante und ungewöhnliche Geschichte. Während Elvi sehr glücklich darüber ist, endlich handfeste Auskünfte darüber zu bekommen, was die Wandlung zur Vampirin überhaupt für sie bedeutet, müssen die Vampire damit fertig werden, dass alle Bewohner von Port Henry wissen, was sie sind und dass sie gekommen sind, um um Elvi zu werben. Da die Vampirin bei ihren Nachbarn überaus beliebt ist, bedeutet das für Victor und die anderen, dass jeder ihrer Schritte sehr kritisch beäugt wird. Jeder ist bereit, sich ihnen entgegenzustellen, sollten sie Elvi in irgendeiner Weise Schaden zufügen.

Obwohl sich in diesem Band der Argeneau-Reihe mehr als ein Paar findet, konzentriert sich Lynsay Sands bei dieser Geschichte weniger auf die Romantik als auf den Humor. Die Bemühungen der Einwohner von Port Henry, "ihre" Elvi an den richtigen Mann zu bringen, Elvis Naivität bezüglich ihres Lebens als Vampirin und die Hilflosigkeit der fünf erfahrenen Vampire gegenüber der Frau und ihren Nachbarn sorgen für sehr viele wirklich komische Szenen.

Sehr schön ist es auch, dass die Autorin zum ersten Mal seit Beginn dieser Serie eine ältere Frau zur Hauptfigur macht. Denn Elvi hatte schon den Großteil ihres Lebens hinter sich, als sie zur Vampirin wurde, fühlte sich alt und trauerte um ihren Mann und ihre Tochter, die beide kurz zuvor gestorben waren. So lässt Lynsay Sands unauffällig in die Geschichte einfließen, dass Alter eine relative Sache ist (für jemanden, der zweitausend Jahre erlebt hat, ist eine Frau von zweiundsechzig immer noch jung) und dass einen auch ein erfülltes Leben nicht daran hindert, sich als Rentner noch nach Liebe und Aufmerksamkeit zu sehnen.

Wer sich allerdings auf schöne Liebesszenen zwischen Elvi und Victor gefreut hat, wird von "Ein Vampir und Gentleman" wohl eher enttäuscht sein, da Lynsay Sands auch die intimeren Momente in diesem Band lieber von der komischen als der erotischen Seite angeht. Auch hat sich die Autorin wieder bemüht, eine kleine "Krimihandlung" einzubauen, die nicht nötig gewesen wäre und deren Auflösung den Leser eher enttäuscht und vom Ende der Geschichte ablenkt. Doch trotz dieser beiden Kritikpunkte kann man mit diesem Roman wirklich wunderbar unterhaltsame Lesestunden verbringen.

Fazit:

Mit "Ein Vampir und Gentleman" ist Lynsay Sands einer der amüsantesten Teile ihrer Argeneau-Reihe gelungen. Das Zwischenspiel zwischen Victor, der im Auftrag des Rates der Vampire unterwegs ist, um einen erschreckenden Regelverstoß zu untersuchen, und Elvi, die seit fünf Jahren mit unglaublicher Naivität an ihr Leben als Vampirin herangeht, bietet sehr viele komische Szenen für den Leser, die einen häufig laut auflachen lassen. Bei einer so unterhaltsamen Handlung kann man leicht verschmerzen, dass die Romantik vielleicht etwas zu kurz kommt und die Autorin auch noch eine nicht ganz ausgereifte Bedrohung gegenüber den Vampiren in die Geschichte eingebaut hat.
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