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Ein Vampir für gewisse Stunden  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Liebe & Romantik
Geschrieben von Konstanze Tants   
Montag, 25. Januar 2010

Ein Vampir für gewisse Stunden

Originaltitel: Bite Me If You Can
Übersetzt von: Ralph Sander

6. Band der Reihe

Untergenre: Fantasy
Verlag: LYX
Erschienen: Dezember 2009
ISBN: 978-3-8025-8254-7
Preis: 9,95 EUR

384 Seiten
Inhalt
6.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
6.2

Wertung:
6.2
von 10
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Zum Inhalt:

Seit Lucian Argeneau seine Familie verloren hat, verleiht nur noch die Jagd auf abtrünnige Vampire seinem Leben einen Sinn. Da trifft er Leigh, die gegen ihren Willen gewandelt wurde und nun in das Dasein als Unsterbliche eingeführt werden soll. Schon bald stellt Lucian fest, dass die temperamentvolle Leigh ihn nicht kalt lässt ...

Meinung:

Mit Lucian Argeneau verlässt Lynsay Sands in "Ein Vampir für gewisse Stunden" den engen Familienkreis, in dem ihre bisherigen Vampirromane spielten. Nachdem die vier Kinder von Marguerite Argeneau ebenso wie ihr Neffe nach so vielen Jahren Einsamkeit endlich passende Partner gefunden haben, steht nun ihr Schwager Lucian im Zentrum des Geschehens.

Leser der vorhergehenden Bände werden wissen, dass der Vampirismus in Lynsay Sands' Welt auf atlantische Nano-Technologie zurückzuführen ist. Lucian war - ebenso wie sein Zwillingsbruder Jean Claude - eins der ersten Kinder, die von dem Nano-Projekt profitierten, und so verwundert es nicht, dass der Vampir schon einige tausend Jahre alt ist. Seitdem seine Frau und seine beiden Töchter bei dem Fall von Atlantis umkamen, ist Lucian allein. Obwohl er die Trauer inzwischen überwunden hat, scheut er enge Bindungen, um nie wieder einen solchen Verlust zu erleiden.

Erfüllung findet der zurückhaltende Mann in der Jagd auf abtrünnige Vampire, die gegen die Gesetze dieser unsterblichen Gemeinschaft verstoßen. So kann er die Familie seines verstorbenen Bruders und unschuldige Menschen beschützen, wobei Letzteres in seinen Augen wohl eher ein akzeptabler Nebeneffekt ist. Bei der Aushebung eines illegalen Vampirnestes fällt Lucian Leigh in die Arme. Die junge Frau war gerade erst gegen ihren Willen verwandelt worden und kämpft noch mit den überaus schmerzhaften Begleiterscheinungen, die bei der Verwandlung in einen Vampir auftreten.

Da es nicht richtig gewesen wäre, Leigh einfach zu töten, da sie an ihrer Situation unschuldig ist, hofft Lucian, dass er sie bei seiner Schwägerin Marguerite abladen kann. Der Vampir will einfach nur seine Ruhe - und die ist neben einer vor Schmerz brüllenden jungen Frau definitiv nicht gegeben. Doch statt die Verantwortung einfach abschieben zu können, muss Lucian feststellen, dass keiner in seiner Familie bereit ist, ihm diese Last abzunehmen. So muss sich der in seinen Gewohnheiten festgefahrene Mann allein der Herausforderung stellen und Leigh in die Welt der Vampire einführen.

Trotz dieser eher abstrusen Grundvoraussetzung gelingt es Lynsay Sands auch in "Ein Vampir für gewisse Stunden" wieder, eine überaus amüsante und unterhaltsame Geschichte zu erzählen. Lucian hat sich in den vergangenen Jahrhunderten von jedem sozialen Kontakt distanziert - und obwohl ihm seine Familie wichtig ist, fühlt er sich doch nicht wirklich wohl mit diesen Personen. Ihm ist bewusst, dass er den Anschluss an die moderne Zeit und aktuelle Umgangsformen verpasst hat - und vor allem, dass er zu ungeduldig mit den meisten Leuten ist, um freundlich mit ihnen umzugehen.

Für den Leser ergibt sich daraus viel Situationskomik, wenn Lucian versucht, seine Familie um Unterstützung zu bitten, oder er mit der hilfsbedürftigen Leigh und einem tollpatschigen Hund fertig werden muss. Leigh hingegen entspricht dem Klischee einer - entgegen jeder Vernunft - selbstständigen Frau. Vor einigen Jahren gelang es ihr, vor ihrem gewalttätigen Ehemann zu fliehen, und nun muss sie sich jede Minute des Tages selbst beweisen, dass sie für sich einstehen kann.

Aber auch daraus entstehen so einige amüsante Momente, vor allem, wenn die junge Frau nicht versteht, dass die Vampire weniger versuchen, sie zu behüten, sondern dass es ihnen darum geht, die Umwelt vor der frisch gewandelten Leigh zu schützen. Unter diesen Voraussetzungen ist es nicht verwunderlich, dass beide Hauptfiguren große Probleme damit haben, zu ihrer gegenseitigen Zuneigung zu stehen.

In gewisser Weise ist die Handlung der verschiedenen Romane dieser Serie beliebig austauschbar, auch wenn Lynsay Sands immer wieder versucht, Krimielemente einzubauen oder - wie in diesem Fall - mit den Abtrünnigen auf die Schattenseiten des Vampirdaseins einzugehen. Doch so vorhersehbar die Geschichte ist und so ähnlich die Aktionen der Argeneau-Vampire erscheinen mögen, gelingt es der Autorin doch immer wieder, durch ihre sympathischen Figuren, Situationskomik und amüsante Dialoge zu unterhalten. So bekommt der Leser mit "Ein Vampir für gewisse Stunden" zwar keinen Anspruch oder gar eine tiefgehende Geschichte geboten, kann aber mit den liebenswerten Mitgliedern der Argeneau-Familie ein paar chaotische und überaus witzige Momente erleben.

Fazit:

Auch in ihrem sechsten Roman rund um die Argeneau-Vampire setzt Lynsay Sands auf das inzwischen bewährte Prinzip. So entspinnt sich eine etwas oberflächliche und vorhersehbare Geschichte rund um den Vampir Lucian und seine potenzielle Lebensgefährtin Leigh. Doch aufgrund der sympathischen Charaktere und zahlreicher amüsanter Szenen sorgt "Ein Vampir für gewisse Stunden" für entspannende Unterhaltung. Vor allem Lucians unbeholfener Umgang mit der jungen Frau, die lauter Fragen zu ihrem neuen Dasein hat, und die verrückten - und doch so liebevoll gemeinten - Einmischungen der Argeneau-Familie sorgen immer wieder für schallendes Gelächter beim Leser. So ist es kein Wunder, dass man auch am Ende dieses Bandes kaum das Erscheinen der Fortsetzung dieser ungewöhnlichen Vampirreihe erwarten kann.
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