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Mitten in der Stadt  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Krimi & Thriller
Geschrieben von Konstanze Tants   
Sonntag, 20. Dezember 2009

Mitten in der Stadt

Verlag: Pendragon
Erschienen: Mai 2009
ISBN: 978-3-86532-128-2
Preis: 9,90 EUR

224 Seiten
Inhalt
7.0
Preis/Leistung
7.0
Gesamtwertung
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Wertung:
7.0
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Zum Inhalt:

In der Innenstadt von Kleve ereignet sich ein dreister Überfall. Drei Männer durchbrechen nachts mit einem Geländewagen die Scheibe eines Juweliergeschäfts und erbeuten wertvollen Schmuck. Wurde nun auch Kleve Schauplatz einer Raub-Serie, die sich über ganz Deutschland erstreckt? Als einer der Hauptverdächtigen tot aufgefunden wird, ermittelt das Team um Hauptkommissar Vincent Gruber in alle Richtungen und stößt dabei auf die tragische Geschichte der Familie Koller. Wie hängt dieses unheilvolle Schicksal mit dem Fall zusammen?

Meinung:

Mit "Mitten in der Stadt" legt Mechtild Borrmann keinen actiongeladenen Thriller vor, sondern einen kleinen, feinen Kriminalroman, der vor allem durch seine kurzen und recht realistischen Darstellungen zu überzeugen weiß. Wie schon in ihren ersten beiden Romanen, "Wenn das Herz im Kopf schlägt" und "Morgen ist der Tag nach gestern", führt die Klever Polizei die Ermittlungen in dieser Geschichte durch.

Doch da dem Mord der Raubüberfall an einem Juwelier vorangeht, übernimmt nicht Peter Böhm die Leitung des Falles, sondern Hauptkommissar Vincent Gruber vom Raubdezernat. Anfangs vermutet dieser, dass es sich bei den Tätern um eine deutschlandweit agierende Bande handeln könnte, die sich auf diese Art von Überfällen spezialisiert hat. Doch schnell stellt sich heraus, dass das Verbrechen in Kleve deutlich weniger professionell durchgezogen wurde, als man es von dieser Gruppe von Juwelenräubern erwarten würde.

Vor allem der Umstand, dass der Fahrer des Tatfahrzeuges den Aushilfskellner Luca bei der Flucht angefahren hat, spricht dafür, dass die Polizei es hier mit Nachahmungstätern zu tun hat. Schnell findet das Team um Vincent Gruber eine Spur zu dem Fahrer, doch sie sind nicht die einzigen, die auf der Suche nach diesem Mann sind. Auch Vittore, Besitzer einer Pizzeria, Augenzeuge des Überfalls und Onkel des schwer verletzten Luca, fahndet nach dem Mann, der seinen Neffen überfahren hat.

Als die Polizei den vermutlichen Fahrer des Fluchtfahrzeugs in einer abgelegenen Halle findet, können die Ermittler nur noch den Tod des Mannes feststellen. Nun gilt es nicht nur herauszufinden, wer alles in den Überfall verwickelt war, sondern auch den Mörder des Räubers festzunehmen. Doch nicht nur Raub und Mord beschäftigen die Beamten der Klever Polizei: Im Laufe ihrer Ermittlungen stoßen sie auf die Familie Koller und die unübersehbare Tatsache, dass Martina Koller von ihrem Mann misshandelt wird und trotzdem keine Hilfe annehmen will, obwohl dann vielleicht ihre Kinder vor seinen Übergriffen geschützt wären.

Weder der Überfall auf das Juwelengeschäft noch die Ermittlungen der Klever Polizisten oder die Probleme der Familie Koller sind besonders ungewöhnlich oder gar spektakulär von der Autorin beschrieben worden. Stattdessen gelingt es Mechtild Borrmann, gerade durch den Realismus in den Beschreibungen der Charaktere und Situationen eine ansprechende Kriminalgeschichte zu schaffen.

Durch die Aufteilung in drei Perspektiven kann der Leser die Bemühungen der Polizei, die Beweggründe des Pizzeriabesitzers Vittore und den Werdegang einer anfangs noch unbekannten Frau verfolgen. Geschickt verwebt Mechtild Borrmann die einzelnen Schicksale zu einer spannenden Handlung, die gerade durch die kleinen und gewöhnlichen Momente einen bedrückenden Realismus aufweist. Dieser feine Kriminalroman wird aufgrund seiner wenig reißerischen Szenen wohl nie die Bestseller-Listen stürmen, macht aber eindeutig Lust auf weitere Bücher dieser Autorin, die mit leisen Tönen und gut gesetzten Worten eine interessante Geschichte entwickelt hat.

Fazit:

Mechtild Borrmann hat mit "Mitten in der Stadt" einen Kriminalroman geschaffen, der besonders durch seinen Realismus eine bedrückende Atmosphäre aufbaut. Geschickt verwebt die Autorin die Handlungsstränge um einen Raubüberfall, die Ermittlungen der Klever Polizei und die von ihrem Mann misshandelte Martina Koller miteinander. So entsteht eine Geschichte, die wie aus dem Leben gegriffen - und gerade dadurch besonders glaubhaft - wirkt. Stimmige Charaktere mit realistischen Motivationen sorgen ebenso wie die überzeugende Sprache für ein angenehmes Leseerlebnis.
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