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Es muss nicht immer Grappa sein  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Krimi & Thriller
Geschrieben von Konstanze Tants   
Donnerstag, 15. Januar 2009

Es muss nicht immer Grappa sein

18. Band der Reihe

Untergenre: Humor
Verlag: Grafit
Erschienen: Oktober 2008
ISBN: 978-3-89425-355-4
Preis: 8,95 EUR

219 Seiten
Inhalt
6.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
6.2

Wertung:
6.2
von 10
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Zum Inhalt:

Die 78-jährige Ekaterina Schöderlapp wird mit einer Plastiktüte erstickt. Nicht nur die Mordmethode spricht dafür, dass es sich bei der Seniorin um keine harmlose Oma handelte: In ihrer Wohnung stapeln sich Kaviardosen im Wert von mehr als 30.000 Euro. Und ein zweites Verbrechen erschüttert Bierstadt: Der Erotikfotograf Hein Carstens wird mit einem Baseballschläger erschlagen. Reporterin Maria Grappa mag zwar weder Fischeier noch Nacktfotos, aber ansonsten ist das eine Geschichte ganz nach ihrem Geschmack. Denn sie entdeckt einen Zusammenhang zwischen den Fällen ...

Meinung:

Vor 15 Jahren wurde mit "Grappas Versuchung" der erste Krimi aus der Reihe um die Reporterin Maria Grappa veröffentlicht - und noch scheinen der Autorin Gabriella Wollenhaupt nicht die Ideen auszugehen. Der 18. Band der Serie, "Es muss nicht immer Grappa sein", beginnt mit einem Leichenfund in einem ganz normalen, unauffälligen Haus. Schnell steht fest, dass das Opfer keine harmlose alte Oma war, sondern bis über beide Ohren im Kaviarschmuggel steckte. Und kann es ein Zufall sein, dass als Mordwaffe die Tüte des bekannten Feinkosthändlers Peter Silius herhalten musste?

Die Grappa-Krimis sind vor allem für zwei Dinge bekannt: Den Humor und die Tatsache, dass mit Grappas Heimatort Bierstadt eigentlich Dortmund gemeint ist. So bestechen all die kleinen Anspielungen bezüglich der Stadt und ihrer Bewohner natürlich in erster Linie Leser, die sich in dieser Metropole zuhause fühlen. Für denjenigen, der Dortmund bis jetzt nicht einmal besucht hat, bleibt somit immerhin noch die amüsante Erzählweise der Autorin.

Die Hauptfigur Maria Grappa ist einfach eine Sache für sich. Die Journalistin geht ihren eigenen Weg, ermittelt in Mordfällen lieber auf eigene Faust und macht sich mit ihrer großen Klappe ganz gern mal unbeliebt - so auch beim Fund der ermordeten Ekaterina Schöderlapp. Dank eines Tipps durch einen ihrer Bluthunde gelangt Maria Grappe noch vor der Polizei an den Tatort, doch wirklich viele Informationen kann sie nicht sammeln, bevor der Hauptkommissar eintrifft.

Wieder in der Redaktion, erfährt sie von einem zweiten Mord an diesem Tag. Der Fotograf Hein Carstens wurde mit einem Baseballschläger getötet und der Täter ist sogar auf den Aufzeichnungen der Überwachungskameras des Hotels zu sehen - aber leider nicht so gut, dass er identifiziert werden könnte. Während sich Maria Grappa auf Ekaterina Schöderlapp und ihre möglichen Verbindungen zur Russenmafia konzentriert, lernt sie unter anderem auch Kiki Moreno kennen, eine aufstrebende Serienschauspielerin, die für den Fotografen auch schon als Erotikmodel fungierte. Zwischen Trinkgelagen mit der russischen Mafia, überteuerten Einkäufen im Feinkostgeschäft und der intensiven Beschäftigung mit der Daily-Soap, in der Kiki Moreno eine Rolle spielt, wird Grappa klar, dass die beiden Mordfälle miteinander in Verbindung stehen.

Dabei werden ihr die Ermittlungen durch die Tatsache, dass ihr alter Vertrauter bei der Polizei, Hauptkommissar Anton Brinkhoff, bald in Rente geht, nicht gerade erleichtert. Mit diesem Beamten hat sich die Journalistin im Laufe der Jahre arrangiert, beide können einschätzen, welche Informationen sie dem anderen mitteilen und welchen Nutzen sie aus dem Wissen des anderen für ihre Arbeit ziehen können. Doch der neue Mann der Bierstädter Kripo, Hauptkommissar Kleist, ist nicht gerade entgegenkommend und lässt sich auch von Maria Grappas Charme nicht um den Finger wickeln.

Mit leichter Hand legt Gabriella Wollenhaupt auch in diesem Roman den Schwerpunkt weniger darauf, einen spannenden Krimi zu erzählen, als darauf, durch ihre skurrilen Charaktere und amüsante Situationen zu unterhalten. Ob es um das sensible russische Gemüt, den erbwilligen Enkel oder die Zielstrebigkeit einer Daily-Soap-Darstellerin geht, die Autorin lässt kein Klischee aus. Dabei gelingt es ihr aber, diese abgedroschenen Elemente mit Frechheit und Humor in ein unterhaltsames - wenn auch nicht selten überzogenes - Leseerlebnis zu verwandeln. Allerdings ist es schon fast unverzeihlich uninspiriert, dass auch sie - wie unzählige andere Autoren vor ihr - nicht davor zurückschreckt, ihren Feinkosthändler Peter Silius zu nennen.

Fazit:

Auch der 18. Band der Maria-Grappa-Reihe bietet dem Leser weniger spannende Krimikost als ein amüsantes Leseerlebnis. Gabriella Wollenhaupt gelingt es, dem Leser durch das recht geschickte Aufgreifen überholter Klischees eine humorvolle Geschichte zu erzählen - und wie immer spickt sie ihren Roman mit vielen gelungenen Anspielungen auf Dortmund. Das Lokalkolorit und eine eigenwillige Maria Grappa sorgen in "Es muss nicht immer Grappa sein" für leichte Unterhaltung, die allerdings auch ohne große Überraschungen auskommen muss.
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