Banner bookdepository.com

Die Katze, die Gedanken las  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Krimi & Thriller
Geschrieben von Ramona Böhm   
Donnerstag, 2. April 2009

Die Katze, die Gedanken las

Originaltitel: The Cat Who Had 60 Whiskers
Übersetzt von: Christine Pavesicz

29. Band der Reihe

Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: Januar 2009
ISBN: 978-3-404-15958-1
Preis: 6,95 EUR

158 Seiten
Inhalt
2.0
Preis/Leistung
7.0
Gesamtwertung
2.5

Wertung:
2.5
von 10
Jetzt kaufen



Zum Inhalt:

Jim Qwilleran lebt gemeinsam mit seinen beiden Katzen Koko und Yum Yum in einer US-amerikanischen Kleinstadt. Qwilleran ist Kolumnist und schreibt mehrmals wöchentlich seine Kolumne Aus Qwills Feder. Kater Koko ist kein normaler Hauskater, sondern hat besondere Fähigkeiten. Nicht nur, dass er genau 60 Schnurrhaare besitzt, nein, er kann auch noch Dinge vorausahnen. So stößt er seinen Todesschrei aus, wenn jemand stirbt oder etwas Schreckliches passiert.

Meinung:

"Die Katze, die Gedanken las" ist ein weiterer Band aus der Reihe "Die Katze, die ..." und erzählt eine neue Geschichte von den Siamkatzen Koko und Yum Yum und ihrem Besitzer. Nach einem ereignisreichen Leben als Journalist und einer unverhofften Erbschaft, die ihn zu einem steinreichen Mann machte, lebt Jim Qwilleran als Kolumnist in der Kleinstadt Pickax City. Gemeinsam mit seinen beiden Katzen Koko und Yum Yum wohnt er in einer alten Apfelscheune. Immer auf dem neuesten Stand, was Nachrichten und den Klatsch und Tratsch der Umgebung betrifft, ist er in der Kleinstadt wohlbekannt. Aber nicht nur er ist eine kleine Berühmtheit unter den Bürgern von Pickax City, sondern auch sein Siamkater Koko, der - mit genau 60 Schnurrhaaren ausgestattet - besondere Fähigkeiten besitzt, nämlich Dinge vorauszuahnen.

Ein riesiges altes Lagerhaus soll zu einer Erholungsstätte für Senioren umgebaut werden. Als dieses einem Brand zum Opfer fällt, herrscht große Aufregung in der Kleinstadt. Jim Qwilleran will aber nicht nur hinter dieses Geheimnis kommen, sondern auch hinter die Frage, was es mit dem geheimnisvollen Karton auf sich hat, den Kater Koko so anziehend findet.

Wer noch keinen Band aus dieser Reihe gelesen hat, wird auf den ersten Seiten einer chaotischen Verwirrung ausgesetzt, die sich während des gesamten Buches nicht löst. Viele Personen, die in der Geschichte auftauchen, werden nur kurz angerissen, ohne aber deren Vorgeschichte oder Bezug auf frühere Ereignisse genauer zu erläutern. Die Handlungsstränge sind nicht nur langatmig, sondern wurden von Lilian Jackson Braun auch so chaotisch angeordnet, dass nicht einmal der in jedem Wort mitschwingende humorvolle Unterton darüber hinwegtrösten kann.

Den spannenden Kriminalfall, bei dem man als Leser bis zum Schluss miträtseln konnte, vermisst man bei diesen Band genauso sehr wie die skurrilen Situationen, in die Qwilleran immer wieder geriet, und den einzigartigen Blick auf das Kleinstadtleben, den die früheren Romane dieser Reihe zu bieten hatten. Aufgrund der unzusammenhängenden Handlung und der fehlenden neuen Impulse kommt man zu dem Schluss, dass Lilian Jackson Braun mit beinahe 93 Jahren wohl inzwischen zu alt ist oder einfach nicht mehr genügend neue Ideen hat, um irgendwann wieder an die Qualität der ersten Bände anknüpfen zu können.

Stattdessen langweilt sich der Leser schnell, wenn er lesen muss, wann Jim Qwilleran seinen Katzen Futter gibt, wann er sie striegelt und bürstet und wann er sie "ins Bett bringt". Auf den ersten 50 Seiten bleibt die Spannung ziemlich auf der Strecke. Man ist dann sogar so weit, sich zu fragen, ob der Klappentext nicht zu viel versprochen hat, denn bis dahin kommt nichts von der angekündigten Handlung vor. Auch haben die Gespräche wenig Tiefgang und die Personen bleiben leider viel zu oberflächlich, als dass man sich mit ihnen identifizieren könnte. In beinahe jedem Kapitel schreibt Jim Qwilleran Tagebuch und stellt - zumindest anfangs - jedes Mal sehr überrascht fest, dass sein Kater Koko beeindruckende Fähigkeiten besitzt, an die er sich doch eigentlich inzwischen gewöhnt haben müsste.

Fazit:

Der Tierkrimi "Die Katze, die Gedanken las" ist ein kurzes Abenteuer aus der Kleinstadt Pickax. Lilian Jackson Braun schreibt humorvoll, verstrickt sich aber in ihren Handlungssträngen dermaßen im Chaos, dass der Leser nicht mehr weiß, wo ihm der Kopf steht. Die Handlung zieht sich sehr und ein gelangweiltes Gähnen bleibt nicht aus. Zwar versucht die Autorin, das quirlige Katzenpaar Koko und Yim Yim sympathisch darzustellen, aber das reicht weder, um neue Leser zu fesseln, noch, um alte Fans der Reihe weiter bei der Stange zu halten. Den früheren Reiz der Serie, der durch spannende Fälle und die exzentrischen Bewohnern von Qwillerans Heimatstadt entstand, vermag die Autorin schon lange nicht mehr in ihren Romanen zu erhalten.
Weiterführende Infos

 
Copyright © 2008-2017 by booklove.de. Alle Rechte vorbehalten.