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Blutmale  Drucken E-Mail
Bücher: Belletristik Krimi & Thriller
Geschrieben von Konstanze Tants   
Donnerstag, 20. März 2008

Blutmale

Originaltitel: The Mephisto Club
Übersetzt von: Andreas Jäger

6. Band der Reihe

Verlag: Limes
Erschienen: 2007
ISBN: 978-3-8090-2505-4
Preis: 19,95 EUR

414 Seiten
Inhalt
6.0
Preis/Leistung
8.0
Gesamtwertung
6.2

Wertung:
6.2
von 10
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Zum Inhalt:

Eigentlich wollte Detective Jane Rizzoli ihr erstes Weihnachtsfest als Mutter auch im Kreise ihrer Familie genießen, doch dann wird sie zum Schauplatz eines Verbrechens gerufen. Auf den ersten Blick scheint sich in dem Haus ein brutales satanisches Ritual abgespielt zu haben, denn neben der zerstückelten Leiche finden sich auch seltsame Symbole, die diese Theorie unterstützen. Bei der Obduktion macht die Pathologin Maura Isles eine fürchterliche Entdeckung: Die abgetrennte Hand der Toten gehört einer anderen Frau.

Meinung:

Tess Gerritsen legt es in ihren Büchern immer wieder darauf an, ihre Leser zu schockieren. So auch in ihrem sechsten Roman rund um Jane Rizzoli und Maura Isles, "Blutmale", bei dem man als erstes an den Schauplatz eines überaus brutalen und blutigen Verbrechens geführt wird. Wie immer beschreibt die Autorin bis ins Detail, welche Verstümmelungen der Täter an seinen Opfern vornimmt und lässt den Leser den Ort des Verbrechens direkt erleben.

Das Leben von Detective Jane Rizzoli hat sich nach den dramatischen Ereignissen rund um die Geburt ihrer Tochter normalisiert und eigentlich bereitet sie sich nur auf ein gemütliches Weihnachtsfest mit ihrer Familie vor. Doch der brutale Mord an Lori-Ann Tucker wird für die Polizistin mehr als nur ein normaler Fall. Schnell führen Spuren des Täters zu der Psychologin Joyce O'Donnell, die sich bei ihrer Arbeit intensiv mit dem Verhalten und den Motiven von Mördern beschäftigt.

Während die intensive Suche nach dem Täter losgeht, stoßen Rizzoli und ihr Partner Frost auf eine Geheimorganisation, die sich mit dem Bösen befasst. Dieser "Mephisto Club" hat eine ganz besondere Theorie zum Mord an Lori-Ann Tucker. Aufgrund von Informationen aus historischen Texten sind die Mitglieder dieser Organisation davon überzeugt, dass Nephilim, Nachkommen von Menschen und gefallenen Engeln, als das personifizierte Böse für diesen Mord verantwortlich sind.

So sieht sich der Leser plötzlich nicht mehr nur einem der üblichen blutigen Krimis gegenüber, wie man sie von Tess Gerritsen gewohnt ist, sondern er darf sich auch noch mit den seltsamen Theorien des "Mephisto Clubs" auseinandersetzen. Theorien, die Jane Rizzoli und Maura Isles mehr Glauben an das Böse abverlangen, als die beiden rationalen Frauen erst einmal aufbringen können. Genauso ergeht es dem Leser: Auch wenn der Mörder vielleicht von den gleichen historischen Büchern beeinflusst wurde wie die Clubmitglieder, so sträubt man sich doch, in einem brutalen Täter mehr zu sehen als nur einen bösen Menschen.

Diese obskuren Theorien, die Tatsache, dass die beiden Hauptpersonen mehr mit ihrem Privatleben beschäftigt sind als mit dem eigentlichen Fall sowie eine Meinungsverschiedenheit zwischen Maura und Jane führen dazu, dass "Blutmale" eine weniger dichte Atmosphäre hat, als man es von der Autorin normalerweise gewohnt ist. Wirklich schlecht ist "Blutmale" nicht, doch die anderen Romane, in denen die Autorin mit ihrem medizinischen Fachwissen glänzte und sich weniger auf mystische Theorien konzentrierte, wussten mehr zu überzeugen.

In erster Linie sorgen die Passagen, in denen der Mörder aus seiner Kindheit berichtet, und diejenigen, die in Italien spielen, dafür, dass der Leser bei der Stange bleibt. Vielleicht haben die beiden Hauptfiguren inzwischen einfach ihr Potenzial ausgeschöpft. Jane Rizzoli ist glücklich verheiratete Mutter und nur ab und an stören ihre Familie oder Erinnerungen an alte Fälle das Leben der Polizistin. Maura Isles hingegen scheint auf der Stelle zu treten und sich privat nicht weiterzuentwickeln. Hier würde man sich wirklich wünschen, dass sich Tess Gerritsen mehr auf den Fall als auf das Privatleben ihrer Protagonisten konzentrieren würde.

Fazit:

Mit "Blutmale" kann Tess Gerritsen leider nicht an die gewohnte Qualität ihrer Rizzoli-Isles-Reihe heranreichen. Mit ihren detaillierten Darstellungen der Morde weiß die Autorin zwar wie gewohnt den Leser zu schockieren, doch durch die Konzentration auf das Forschungsgebiet des "Mephisto Club" und die ausführlichen Beschreibungen des eher uninteressanten Privatlebens der beiden Hauptcharaktere fehlt dem Roman die atmosphärische Dichte, die notwendig ist für ein wirklich spannendes Leseerlebnis.

 
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